WORT ZUM SONNTAG: Die Nachfolge Christi

Sonntag, 23. Juni 2013

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Galater 6,2

Wer möchte denn schon gerne fremde Lasten tragen? Haben wir nicht an dem eigenen Paket schon mehr als genug zu tragen? So denken wir in unserer  Selbstsucht und Selbstbefangenheit. Der Apostel ruft uns hier auf, über den eigenen engen Horizont hinüberzusehen, nicht bei uns selbst zu bleiben, nicht in uns selbst befangen zu bleiben, und damit allein zu bleiben. Das Gesetz Christi  erfüllen ist das Ziel.

Es ist nichts anderes, als ein Ruf in die Nachfolge Christi. Ihn sollen wir nachahmen (imitatio), ihm nacheifern, ihm gleichgestaltet werden, gesinnt sein wie er (Philipperbrief 2,5), seiner Haltung und Gesinnung nacheifern.
Menschen in der Gesinnung dieser Welt fehlt die Motivation, sich unter die Last des Nächsten zu beugen, sie zu schultern. In der Nachfolge Christi aber, in seiner Nachahmung ist es die selbstverständliche Haltung des Nachfolgers, der weiß, dass er seinem Herrn am besten und am wirksamsten dient, indem er ihn bezeugt am Nächsten, in der Zuwendung zu seiner Not und seinen Lasten, unter die er sich bereitwillig stellt, so wie sich Christus die Last unserer Sünden aufgeladen hat, sie geschultert hat und ans Kreuz getragen hat.

Unter dem Zeichen seines Kreuzes dürfen wir uns mit unter das Kreuz, unter die Last unserer Nächsten beugen und als Jesu Jünger die Last schultern in tiefer Solidarität mit unserem Herrn und unseren Nächsten. Damit ist auch der Problemkreis menschlicher Solidarität berührt. Im ausgehenden 20. Jahrhundert war es die Solidarität der Menschen, die Großes bewegt hat. Ohne sie wäre ein Fall des Eisernen Vorhangs nicht vorstellbar gewesen. Das Wissen, dass andere mit mir unterwegs sind, gibt mir die Kraft, auf dem beschwerlichen Weg weiterzugehen. Das hat mir durch manchen Engpass meines eigenen bewegten Lebens hindurch geholfen.

Herr, mache uns dazu bereit, die Last unserer Nächsten zu schultern, zu unserer Last zu machen, schärfe unseren Blick für die Not unserer Schwestern und Brüder, die mit uns auf dem Weg zu dir sind, gib, dass wir uns freudig unter das Kreuz beugen, das du uns zugedacht hast, dessen du uns würdigst, dich mit seinem Tragen zu bezeugen. Amen.

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