WORT ZUM SONNTAG: Die Prognose für die Zukunft

Sonntag, 13. November 2016

Fast in allen großen Zeitschriften findet man die Horoskope. Darin wird uns gesagt: Je nachdem, in welchem Tierkreis der Sterne wir geboren wurden, wird sich unser Schicksal gestalten. Wir müssen uns nur nach den Anweisungen der Horoskopdeuter richten, dann wird für uns alles „okay“ verlaufen.
Es gibt auch noch andere Zukunftsdeuter. Die sogenannten „Wirtschaftsweisen“ suchen, anhand der heutigen Wirtschaftsdaten die Zukunft dieser Sparte vorauszusagen. Es gibt auch politische Zukunftsdeuter, die uns Anleitungen geben, wie wir unsere Zukunft besser gestalten können. Das hatten die Marxisten und Kommunisten in großem Maße getan. Sie glaubten, sich als einzig wahre Zukunftsdeuter aufspielen zu können. Ihre Zukunftsprognose lautete: Wenn der Kapitalismus abgeschafft und das Volk selbst Eigentümer aller Produktionsmittel sein wird, dann wird für uns alle ein materielles Paradies entstehen. Unsere große Seligkeit wird darin gipfeln: „Jedem nach seinen Bedürfnissen!“ Gab es in den kommunistischen Diktaturen Anzeichen dafür, dass diese Prognose bald eintreffen werde? Die Realität sah ganz anders aus. Die kommunistisch regierten Länder wurden zu „Armenhäusern Europas“.

Welche Zukunftsdeutung könnte wahr werden? Sicherlich diese des Dichters von „Dreizehnlinden“: „Denn solange Hass und Liebe, Furcht und Gier auf Erden schalten. werden sich der Menschheit Lose ähnlich oder gleich gestalten!“ Wie unsere Zukunft auf Erden sein wird, hängt von uns Menschen mit unseren Lastern und Tugenden ab. Überwiegen die Laster, wird die Zukunft böse aussehen. Werden aber die Menschen „tugendhaft“, kann ein „goldenes Zeitalter“ entstehen. Davon sind wir leider noch weit entfernt.
Wie sieht Christus unsere Zukunft? Offenbar hat er das Verhalten der Menschen vorausgesehen und darum ist seine Zukunftsprognose alles andere als rosenrot. Im Lukasevangelium (21,10) sagt er voraus: „Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben. Schreckliche Dinge werden geschehen. Man wird euch festnehmen und verfolgen!“ Aber er gibt auch eine hoffnungsvolle Prognose: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen!“ Soll die Zukunft besser werden, müssen wir alle „standhaft im Guten“ sein.

Ein spanischer Edelmann führte im Wappen als Sinnbild eine eiserne Stange und ließ darunter als Losung schreiben: „Ich kann brechen, aber mich nicht biegen!“ Solche Worte und Wappen sind ein Sinnbild für einen edlen und gefestigten Charakter. Aufs Gute eingestellt , lässt er sich durch nichts von seiner klaren Linie abbringen, weder durch Schmeichelei und Versuchung, noch durch Gefahr und Drohung. Das Wort „Charakter“ hat einen griechischen Ursprung und stammt aus der Tätigkeit des Edelsteinschneiders, der dem edlen Gestein mit dem Stichel Zug um Zug einritzt, bis es das gewünschte Bild zeigt. Das griechische Wort für einritzen war „charattein“ und das Ergebnis dieser Tätigkeit war eben der „Charakter“, das fest Eingravierte. So hat auch der Mensch von Natur schon ein gewisses Gepräge, einen bestimmten Charakter, das ist die Summe von Anlagen und Eigenschaften. Diesen soll er durch eigenes Bemühen das Gepräge des Guten geben und so zu einem Charakter werden.
Uns legt Gott Probelasten auf, um unseren Charakter im Guten zu befestigen. Mit einem gefestigten Charakter und einer christlichen Glaubensüberzeugung trifft die Prognose der Apostelgeschichte (14,22) auf uns zu: „Durch Drangsale werden wir eintreten in das Reich Gottes!“ Wer aber auf dem Weg liegen bleibt, dem singt man kein Siegeslied.

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