WORT ZUM SONNTAG: Die Sanftmütigen werden das Erdreich besitzen

Sonntag, 19. Januar 2014

Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchele wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den HERRN sehen wird, und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie unrein werden... . Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen Tausend Engeln, und zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das besser redet als Abels Blut. Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet.  (Hebräer 12, 12-15. 22-25a)

Liebe Brüder und Schwestern!
Es ist ein Regierungsprogramm, welches der heilige Apostel hier vorlegt, freilich nicht so, dass es hernach in den Schubladen der Redenschreiber verschwindet, sondern so, dass er aufzeigt, wie das Leben der Christen in der Kirche beschaffen sein soll und welcher große Schatz der Kirche anvertraut ist. Er spricht hier zu ihnen wie zu Wettkämpfern, die ein großes Ziel vor Augen haben, das sie unbedingt erreichen müssen und deshalb nicht vergessen dürfen, und zwar nicht allein sie, sondern alle Menschen. Dieses Ziel ist, kurz gesagt, das Licht des ewigen Lebens.

Zuerst müssen die müden Hände und die wankenden Knie gestärkt werden. Manchmal sind dazu Operationen nötig. Das ist vielleicht sogar schmerzhaft und erfordert Geduld. Nötig ist es auch, einfach zur Ruhe zu kommen. Wir denken hier zugleich an das Wort des Heilands: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Das bezieht sich natürlich auch auf unsere geistliche Stärkung. Solche Stärkung geschieht, indem wir eintauchen in das Leben des Leibes Christi, indem wir nicht fehlen bei den Versammlungen und Gottesdiensten der heiligen Kirche, indem wir teilnehmen an den göttlichen Geheimnissen, indem wir unsern Herrn und Heiland Jesus Christus mehr und mehr liebgewinnen. Paulus sagt ja, dass der Glaube aus der Predigt kommt.

Das Wort Gottes muss also gepredigt werden, zur Zeit und zur Unzeit. Das Wort predigen heißt mit dem Wort leben, und zwar nicht nur in Form einer Wochenendehe, nicht nur in der Stunde der Andacht, sondern beständig. Nun wissen wir alle, dass wer laufen lernen will, eben genau damit anfangen muss. Das Kind muss mit dem Krabbeln anfangen, damit es laufen lernt. Es ist absurd, dem Kind Bücher über das Laufenlernen vorzulegen – und wer ein lahmes Bein hat, muss, um wieder festen Tritt zu fassen, Schritt für Schritt wieder neu laufen lernen. Wenigstens am Anfang braucht es dazu jemanden, der dabei hilft und unter die Arme greift. Dafür ist Vertrauen notwendig, geistlich gesprochen eben der Glaube. Wer sich fallen lässt und resigniert, wird das Laufen nicht wieder erlernen. Aber es geht darum, wie wir im Morgenlob sagen, feste Tritte zu tun, feste Schritte, die uns zum Ziel führen, im guten Kampf des Glaubens.

Nun liebt Gott den Sünder, nicht aber die Sünde. Deshalb sagt Paulus, dass ohne Jagd nach Frieden und Heiligung niemand den HERRN sehen wird. Diese Haltung ist eigentlich nur mit Gottes Hilfe, in einem Leben mit Gottes Wort, durch Gottes Gnade zu erreichen. Denn wer lässt sich schon gerne ohrfeigen oder zusammenschlagen? Aber nicht einmal eine bittere Wurzel soll im Leben der Kirche wachsen. Der Apostel erinnert deshalb an den Ursprung der Kirche, wie die ersten Christen ein Herz und eine Seele waren, und er ermuntert und bestärkt die, die hören, was er sagt, Wettkämpfer im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung zu werden, Gottes Kinder, Nachfolger Christi, Christen, die sind, was ihr Name besagt. Die ersten Christen waren so fest in eins zusammengefügt, weil sie mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft den wahren Gott, der allein wirklich helfen kann, den wahren Glauben, das himmlische Jerusalem mit seinen vielen Engeln, unsern HERRN und Heiland Jesus Christus, gesucht und auch gefunden haben, sein Kreuz, seine Auferstehung und Himmelfahrt, die Perle im Acker, die verlorene Drachme, ein Leben mit dem Fleisch gewordenen Wort Gottes. Dazu helfe auch uns der  allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. IHM sei Ehre und Preis, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit! Amen.

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