WORT ZUM SONNTAG: Doch auch Lichtblicke

Sonntag, 11. Februar 2018

Liebe Leserin, lieber Leser,
(auch) du sollst den Feiertag heiligen.
Sonntag ist seit vielen Jahrhunderten, auch wenn nicht ganz von Anfang der Christenheit, der Tag, an dem wir die Arbeit ruhen lassen (sollten), an dem wir entspannen und uns um das Wort Gottes versammeln. Daraus schöpfen wir immer wieder Kraft und Vertrauen, Hoffnung und Zuversicht, auch wenn vieles nicht so ist, wie wir es uns wünschen. Am Sonntag wird nicht nur gesungen und gebetet. Manchmal (aber nicht oft genug) wird es gegen Abend laut und die Medien wetteifern, uns das Neuste und meistens Schlimme brühwarm aufzutischen. Immer mehr Menschen wissen sich nicht anders zu helfen, als auf die Straße zu gehen und ihren Unmut lautstark zum Ausdruck zu bringen. Die aber ein Ohr für die Ängste und die Nöte der Menschen haben sollten, stellen sich blind und taub und schieben nach dem alten kommunistischen Modell den anderen, egal wem, den Schwarzen Peter zu. Meine Hochachtung für die, die „ausharren“ und „durchhalten“ und für die vielen, die man wieder mal belogen und betrogen hat, einspringen.

Vor 500 Jahren hat sich etwas geändert, als ein Mann die Sprüche der Mächtigen als Lügen und Mittel zum Zweck entlarvte, zum Beispiel, als es um die Unfehlbarkeit dessen ging, der ex cathedra „nicht irren kann“.

Heute geht es um keinen kirchlichen Würdenträger, aber wenn der Mann mit dem Schnurrbart etwas will, sagen seine Helfershelfer auch jedes Mal, sie vertreten nicht ihn, sondern die Millionen, die ihnen ihr Vertrauen geschenkt und sie in ihre Ämter gewählt haben. Es ist nur sonderbar, dass die von ihnen beschlossenen Maßnahmen immer mehr denen aus der Zeit ähneln, als ein genauso dummer und ungebildeter Anführer sich feiern und über den grünen Klee loben ließ.

Wer zahlte damals und zahlt auch jetzt die Zeche? All diese menschlichen Schwächen und die Versuche, sie zu verbergen, sind so alt wie die Welt.
Es geschieht bekanntlich „nichts Neues unter der Sonne.“

Manchmal aber gibt es für uns auch Lichtblicke. Wir feiern doch noch immer wieder Erfolge, auch wenn sie anderen klein und nicht nennenswert erscheinen mögen.
Am 2. Februar, dem Marientag, dem Kirchweihtag der Kirche in Großschenk/Cincu wurde der Finanzierungsvertrag für die Reparaturen unterzeichnet, mit denen dieses schöne und würdige alte Gotteshaus auch für folgende Generationen erhalten werden kann und soll. Ich bin sicher nicht der Einzige, der dieses Datum nicht als Zufall betrachtet.

Auch die Kirche in Roseln/Ruja hat jene Zusage und Unterschrift bekommen, ohne die wir schwach und hilflos bleiben müssten. So sind wieder einige zu den ursprünglichen 18 restaurierten Kirchenburgen dazugekommen.

Kirche ist bekanntlich die Gemeinschaft der Gläubigen oder Heiligen, nicht ein Gebäude. Trotzdem ärgert es einen, wenn diesem Gebäude eine Zukunft als Truppenübungsplatz vorausgesagt wurde, wo wir doch mit den Soldaten aus etlichen Ländern gemeinsame Gottesdienste gefeiert haben und noch feiern wollen. Uns hat auch kaum jemand gefragt, wie lange schon die Leiter der Gemeinde vor Ort herumrennen und alles tun, um eben diese unsere größte evangelische Kirche im ländlichen Bereich zu bewahren. Es rennen auch noch viele andere herum, denen wir auch Erfolg wünschen. Es werden in dem großen Restaurierungsprojekt noch einige Kirchen hinzukommen, die über diese Schiene gefestigt und bewahrt werden.

Was ich mir aber genauso wünsche ist, dass auch wir aus den Beschuldigungen und Anfeindungen gefestigt und vertrauensvoll hervorgehen. Dass wir uns auf den besinnen, der uns Kraft und Hoffnung gibt.

Mein herzlicher Dank gilt denen, die sich unermüdlich eingesetzt haben und weiter einsetzen, die Spuren und Zeichen unserer Vergangenheit zu schützen und zu bewahren. Denjenigen in unserer Kirchenleitung genauso wie den Kleinen vor Ort, die man oft genug übersieht und überhört, die aber nicht müde werden, das zu sagen und zu tun, was sie für richtig halten.
Deshalb wünsche ich unseren Marien alles Gute zum Namenstag und unserer ganzen Gemeinde die Beschützung und Behütung durch den, der da ist und der da war und der da kommt.

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