WORT ZUM SONNTAG: Ein fürsorglicher Seelenarchitekt

Sonntag, 12. Oktober 2014

Polen hatte seit dem 18. Jahrhundert eine leidvolle Geschichte. Im Jahre 1772 wurde es zum ersten Mal zwischen Preußen und Russland geteilt. Schon 20 Jahre später wurde es abermals geteilt und 1795 zum dritten Mal, diesmal aber zur Gänze aufgeteilt. Russland, Preußen und Österreich verteilten unter sich die Beute. Für das polnische Volk wurden diese Teilungen zu einer langen Leidenszeit. Vom Westen waren die protestantischen Preußen, vom Osten die orthodoxen Russen als Herrschende gekommen. In diesem aufgeteilten Land lebten nun die katholischen Polen. Der katholische Glauben wurde die geistige Stütze dieses Volkes, wollte es nicht durch Assimilation aufgesogen werden. Es sah in ihren Bischöfen, Priestern und Ordensleuten die geistigen Kräfte, die ihren Glauben und ihr Volkstum am besten schützen konnten. Unter den vielen Priestern, die sich in den schweren Zeiten hervortaten, ragt der von Papst Johannes Paul II. seliggesprochene Pater Honoratus von Biala besonders hervor.

Er wurde am 16. Oktober 1829 zu Biala Podlaska als Sohn des Architekten Stefan Kozminki geboren und auf den Namen Wenzeslaus getauft. Der bestens erzogene Junge bezog in Warschau die Akademie der schönen Künste. Er wollte, wie sein Vater, Architekt werden. Ein Jahr später kam er in Verdacht, an einem politischen Komplott beteiligt gewesen zu sein. Er wurde in Warschau inhaftiert. Hier erlitt er eine schwere Glaubenskrise, zumal er Angst hatte, er könne zum Tode verurteilt werden. Dazu wurde er von Typhus befallen. Er bekannte später: „In der Jugend bin ich ein großer Verbrecher gewesen, weil ich offen und direkt Gott beleidigt habe. Im Kampf gegen ihn habe ich sogar anderen den Glauben zu entreißen versucht. Dabei erklärte ich, alle können mir ins Gesicht spucken, wenn ich mich je einmal bekehren würde.“

Das hätte schon einige Monate später geschehen müssen. Seine Mutter betete ohne Unterlass um die Genesung und Bekehrung ihres Sohnes. Die Gnade siegte in ihm am 15. August, am Himmelfahrtstag Mariens. Wenzeslaus fand zum verlorenen Glauben zurück und wurde gesund. Nach elf Monaten kehrte er seelisch und körperlich gesund aus dem Kerker zu seiner Mutter zurück. Nun tat sich ihm eine neue geistige Welt auf. Warum sollte er Häuser bauen, die durch Krieg vielleicht zerstört werden? Es ist doch besser, Menschen zu Gott zu führen und sie zu geistigen „Tempeln Gottes“ zu gestalten, die ewigen Bestand haben werden. Er wollte nicht mehr Häuserarchitekt, sondern Seelenarchitekt werden. Entschlossen trat er 1848 in den Kapuzinerorden zu Warschau ein. Er erhielt den Ordensnamen Honoratus von Biala. Nach seinem Theologiestudium wurde er am 27. Dezember 1852 zum Priester geweiht. Zwölf Jahre hindurch wirkte er erfolgreich auf der Kanzel und im Beichtstuhl. Seine besondere Fürsorge galt den Gefängnisinsassen. So konnte er viele Verzweifelte wieder aufrichten und auch den zum Tode Verurteilten in letzter Stunde beistehen.

Im Jahre 1863 brach in Polen wieder ein Aufstand gegen die russische Despotie aus. Der Aufstand wurde im nächsten Jahr blutig niedergeschlagen. Die russische Politik richtete sich nun gegen den geistigen Halt der polnischen Bevölkerung. Es wurden, wie später auch bei uns unter der kommunistischen Herrschaft, die Klöster unterdrückt und aufgehoben. Die Kapuziner wurden aus Warschau vertrieben und in das abgelegene Kloster Zakroczym verbannt. P. Honoratus musste dort bis 1892 wie ein Eingekerkerter leben. Hier widmete er sich ganz dem Gebet und der Verehrung der Gottesmutter. Ihr zu Ehren erwählte er sich zum Lebensspruch: „Totus tuus“ – „Ganz Dein!“ Johannes Paul II. hat diesen Lebensspruch des Patres in sein Papstwappen aufgenommen.
P. Honoratus konnte nur im Beichtstuhl wirken. Viele kamen zu ihm, die in ein Kloster eintreten wollten. In Polen war das leider nicht möglich. Sollten sie ins Ausland gehen? Er riet ihnen dringend ab.

Gerade die wertvollsten Menschen waren für Polen notwendig. So gründete er vom Beichtstuhl aus viele Drittorden. Die Mitglieder sollten die drei Gelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam ablegen, keine Ordenskleider tragen und in ihrer Umgebung missionarisch wirken. Seine Methode wurde ein großer Erfolg. Die russischen Behörden reagierten gegen das Wiederaufblühen des katholischen Lebens in Polen durch verschiedene Schikanen und Verbote. Die Kapuziner mussten 1892 Zakrocsym verlassen. P. Honoratus wurde bis zu seinem Tode von der Polizei überwacht. Im Geheimen leitete er die Ordensgemeinschaften weiter und wurde ein ungemein fruchtbarer religiöser Schriftsteller. Er schrieb auch ein vierbändiges Werk über den hl. Franziskus. Im Alter von 87 Jahren starb er am 16. Dezember 1916.

Kommentare zu diesem Artikel

norbert, 14.10 2014, 01:44
Das Wort zum Sonntag. Es kamen Menschen die wir kennen als Sachsen und Schwaben. In eine Gegend die fast Menschen leer war. Ohne Waffen. Sie wurden gerufen .weil sie fleißig waren..sie waren weitgehend eigenständig. .sie waren Sachsen und Schwaben. Wie durch einen bösen Traum erwacht. .waren sie auf einmal Rumänen. Das sie nie wollten. So verließen bis auf ganz wenige dieses Land. Die meisten wurden frei gekauft. .sie haben in vielen Ländern diese Erde eine neue Heimat gefunden auch in Deutschland. Sie sind eine große Kultur. .ein Gewinn für jedes Land. .sie lieben ihre Heimat. .sich aber nicht von Rumänen regieren und verwalten lassen. Millionen kluger Rumänen ist der gleiche Gedanken gekommen und verlassen das Land. Warum weil sie klug sind. Und endet die wahre Geschichte. Die klugen Rumänen und die klugen Sachsen und Schwaben treffen sich außerhalb Rumäniens. Mit dem Ziel wir lassen uns nicht von Rumänen verwalten und regieren. Amen

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