WORT ZUM SONNTAG: Festhalten am Vertrauen zu Gott

Sonntag, 05. Oktober 2014

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.    Hebr.10,35-36

Was habt ihr in letzter Zeit alles weggeworfen? Nicht nur alte Zeitungen, Werbematerial,  sondern auch Dinge aus dem Keller, vom Dachboden. Das muss auch sein, sonst erstickt man in den Dingen, die sich anhäufen. Heute hören wir: „Werft euer Vertrauen nicht weg!“ – euren Glauben, eure Hoffnung, eure Zuversicht – werft das nicht weg! Wir werden hier daran erinnert, was wichtig ist, was unser Leben bestimmt und wovon wir leben!
Die Empfänger des Hebräerbriefs waren Christen einer jungen Gemeinde, die harte Zeiten der Verfolgung überstanden hatten. Gemeindeglieder wurden verhaftet und öffentlich vorgeführt, ihr Vermögen wurde beschlagnahmt. Die Schikanen schienen für diese Christen übermächtig zu werden. Trotzdem hielten sie im Leiden am Bekenntnis zu Jesus Christus fest. Und die Gemeinde hielt in allem vorbildlich zusammen.
Dann aber änderten sich die Verhältnisse. Der politische Druck ließ nach, sie erlebten eine gewisse Freiheit. Aber auch der innere Zusammenhalt schwand mehr und mehr. Hatten sie in Zeiten der Verfolgung Kraft von Jesus Christus erfahren, so schien nun der Herr immer mehr in den Hintergrund zu rücken. Der alte Bekennermut war verflogen, man arrangierte sich mit der neuen Zeit und war auch zu Kompromissen bereit. Man glaubte, aber dieser Glaube hatte keine brennende Kraft mehr. Darum wird diesen Christen zugerufen: „Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat!“ 

Im Glauben müde und lahm werden, liebe Leser, kennen wir dieses Gefühl nicht auch? Wir jammern gerne – über die Verhältnisse, dass die Gemeinden kleiner werden, dass so wenige zum Gottesdiensten kommen, dass das Vertrauen in die biblische Botschaft sinkt. Es wird über alles geredet, nur nicht über den Glauben.
Das hat Konsequenzen auch für uns selbst, unser Beten wird rarer. Schweigt Gott, wenn die Last, die liebe Menschen zu tragen haben, auch auf uns bleischwer liegt? Wenn der Glaube eingefahren ist? Da macht sich Resignation breit. Dagegen hören wir nun den Ruf: „Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat!“ An diesem Vertrauen festzuhalten, dazu haben wir doch allen Grund, denn der Zugang ist uns eröffnet, die Zuversicht macht uns geduldig und die Zukunft ist uns gewiss!
Der Zugang ist uns eröffnet! Der Text spricht vom Vertrauen, das wir festhalten sollen. Vertrauen ist wie eine geöffnete Tür, die zum Eintreten einlädt. Das ist wichtig im Zusammenleben von Menschen. Aber was im Zusammenleben von Menschen wichtig ist, ist noch wichtiger im Verhältnis zu Gott. Der Zugang zu Gott wurde uns aufgetan durch Jesus Christus. Gott und Mensch waren durch die Sünde voneinander getrennt. Doch seit Jesu Tod und Auferstehung ist der Weg zu Gott wieder offen. Wir sind hineingerufen in die Nähe und in die Liebe Gottes. Dies Zutrittsrecht ist uns im Glauben geschenkt. Gottes Gegenwart in unserem Leben richtet uns auf, wo wir müde und verzagt sind. Seine Zuwendung macht unser Vertrauen stark.

Dazu kommt: Die Zuversicht macht uns geduldig. Wer Vertrauen hat, der kann warten. Er weiß, auf den anderen ist Verlass. Wer Gott vertraut, macht immer wieder diese Erfahrung: Auch wenn ich noch nichts davon sehe, Gott steht zu seinem Versprechen. Gott steht mir bei, deshalb kann ich auch Geduld aufbringen. Auch in den schweren Momenten des Lebens, auch wenn wir durch das „finstere Tal“ geführt werden. „Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.“ Das wurde damals den Christen zugerufen und auch wir bekommen diesen Hinweis mit auf den Weg. Das meint nicht passives Warten, sondern der Text spricht vielmehr von jener Geduld, die unverzagt und beständig dem nachstrebt, was uns Jesus vorgelebt hat. In seiner Fürsorge hatte Jesus helfende und heilende Hände für alle Kranken und Bedürftigen. Er hatte ein weites Herz für die Verlorenen und Gefangenen. Selbst in der letzten Stunde sah er noch den Verbrecher neben sich am Kreuz an und vergab ihm.
Aber wir kennen auch die Grenzen unserer Geduld. Wenn Warten und Hoffen zu lange dauern, woher kommt die Kraft für solche Geduld? Denn diese Geduld kommt nicht aus uns selbst. Sie wächst aus der Zuversicht und dem Glauben an Jesus Christus. Im Hoffen und Warten auf seine Hilfe macht Gott uns stark. Die Zuversicht auf ihn macht uns geduldig.

Denn: Die Zukunft ist uns gewiss! Über Zukunft wird viel geredet; viele Prognosen malen ein düsteres Bild von der Zukunft. Trotzdem: Uns ist die Zukunft gewiss. Wir sehen weiter, mit den Augen des Glaubens sehen wir dorthin, woher uns Hilfe kommt. Der Schreiber des Hebräerbriefs erinnert: Denkt zurück an die Zeit, wo ihr ausgehalten, das Schwere mitgetragen habt! Seht auf Jesus Christus! Jesus geht mit uns dem Ziel entgegen. Er wartet am Ziel auf uns und ist doch zugleich mit uns auf dem Weg.
Wir mögen heute vieles, was wir nicht mehr brauchen, wegwerfen. Aber unser Vertrauen wegzuwerfen, das wäre töricht, ja tödlich! Festzuhalten gilt es am Vertrauen zu Gott und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus!

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