WORT ZUM SONNTAG: Gebet in der Not

Sonntag, 24. Februar 2013

Psalm 10: 1 Herr, warum trittst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not? 2 Weil der Gottlose Übermut treibt, muss der Elende leiden; sie hängen sich aneinander und erdenken böse Tücke. 3  Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens, und der Geizige sagt dem Herrn ab und lästert ihn. 4 Der Gottlose meint in seinem Stolz, er frage nicht darnach; in allen seinen Tücken hält er Gott für nichts. 5  Er fährt fort mit seinem Tun immerdar; deine Gerichte sind ferne von ihm; er handelt trotzig mit allen seinen Feinden. 6 Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmermehr darniederliegen; es wird für und für keine Not haben. 7 Sein Mund ist voll Fluchens, Falschheit und Trugs; seine Zunge richtet Mühe und Arbeit an. 8 Er sitzt und lauert in den Dörfern; er erwürgt die Unschuldigen heimlich; seine Augen spähen nach dem Armen.

9  Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe in der Höhle; er lauert, dass er den Elenden erhasche, und er hascht ihn, wenn er ihn in sein Netz zieht. 10  Er zerschlägt und drückt nieder und stößt zu Boden den Armen mit Gewalt. 11  Er spricht in seinem Herzen: Gott hat’s vergessen; er hat sein Antlitz verborgen, er wird’s nimmermehr sehen. 12  Stehe auf, Herr; Gott, erhebe deine Hand; vergiss der Elenden nicht! 13  Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen sprechen: Du fragest nicht darnach? 14  Du siehest ja, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen. Die Armen befehlens’s dir; du bist der Waisen Helfer. 15 Zerbrich den Arm des Gottlosen und suche heim das Böse, so wird man sein gottlos Wesen nimmer finden. 16  Der Herr ist König immer und ewiglich; die Heiden müssen aus seinem Land umkommen. 17  Das Verlangen der Elenden hörst du, Herr; ihr Herz ist gewiss, dass dein Ohr darauf merket, 18  dass du Recht schaffest dem Waisen und Armen, dass der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.

Liebe Leser, dieser Psalm des zweiten Sonntags der Passionszeit mit Namen Reminiscere ist das Gebet eines Menschen in einer Notsituation. Er sieht das Elend, das ihn von allen Seiten umringt, und fleht deshalb Gott an, Er möge ihn erretten. Es gibt immer wieder solche Zeiten, sei es im Leben des Einzelnen oder in der gesamten Gesellschaft, wenn es scheint, dass die Ungerechten und Bösen das Sagen haben.

Dann ist es Zeit, dass diejenigen Menschen, die noch nach Gerechtigkeit trachten, zu Gott flehen um Erlösung. Aber es geht hier gewiss nicht nur um materielle Übel, wie z. B. Unterdrückung der Armen oder Waisen. Wenn wir die Weltgeschichte geistlich, also im Spiegel der Heiligen Schrift, betrachten, so werden wir merken, dass es hier um mehr geht. Die Gottlosen und Lästerer der heiligen Ordnung Gottes sind in erster Reihe die abgefallenen Engel, die ihr Unwesen treiben und die Menschheit unterdrücken. Wenn nun der Beter Gott anfleht, er möge aufstehen (V. 12), dann bittet er gerade um Erlösung von dieser Tyrannei der Widersacher Gottes. Die Heilige Schrift sagt uns, dass die Sünde durch den Neid des Teufels (griechisch diabolos, das bedeutet Durcheinanderwerfer) in die Welt kam. Es scheint dem Widersacher so, dass seine Untaten von Gott gar nicht zur Kenntnis genommen werden. (V. 11) Aber er hat sich gewaltig geirrt, denn gegen diese Tyrannei ist jemand aufgestanden, der mächtig ist und Ordnung schafft.

Das ist der eingeborene Sohn Gottes, unser Herr Jesus Christus. Er hat wahres Menschsein angenommen, ist aufgestanden gegen die Widersacher und hat den Arm des Gottlosen zerbrochen. (V. 15) Nur auf seiner Person und seinem Handeln kann also jeder Wille, dem Bösen und der Ungerechtigkeit in der Welt zu widerstehen, basieren. Wenn wir allein mit menschlicher Weisheit oder Kraft versuchen, dem Elend in der Welt entgegenzuwirken, werden wir scheitern. Dass es so ist, zeigt sich immer wieder im Laufe der Geschichte. Es geschieht eben deshalb, weil alles Böse nicht nur einen sichtbaren Bestandteil hat, sonder vielmehr auch einen geistlichen. Somit sind die Christen aufgefordert, in allen Handlungen zuerst den geistlichen Anteil zu bringen. Zuerst beten und dann handeln.

Zuerst die Leiturgeia dann die Diakonia. Auch die ersten Christen haben sich vor allem Beginnen zuerst an Gott gewandt.
Gerade in der Passionszeit, in der wir jetzt stehen, können und sollen wir diese Aspekte bedenken und sie in die Tat umsetzen. Unser Gott bleibt der Sieger. Und was wunderbar ist, Er lässt auch uns Anteil haben an diesem Sieg.

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