WORT ZUM SONNTAG: Gegen die Schlafkrankheit der Seele

Sonntag, 03. April 2016

Wenn wir einen Blick in die Geschichtsbücher werfen, erfahren wir, dass es viele Kriege gab. In jedem Krieg gibt es Sieger und Besiegte. Die Sieger erscheinen in den Büchern geradezu als Helden. Sind sie Sieger geblieben? Die Namen der Marschälle und Generäle, die im Zweiten Weltkrieg Siege erfochten, sind uns bekannt. Wo sind die heute? Sie alle unterlagen einem stärkeren Sieger, und der heißt Tod. Alle Menschen, ob Sieger oder Besiegte, unterliegen diesem Sieger. Alle? Einer erwies sich stärker als der Menschenbezwinger namens „Tod“. Jesus Christus! Er allein hat den Tod bezwungen, denn Er ist von den Toten auferstanden. Somit ist er der größte aller Sieger auf Erden.

Als die amerikanischen Astronauten von der ersten Mondlandung zurückgekehrt waren, erklärte der damalige Präsident Nixon überschwänglich: „Das ist das größte Ereignis in der Geschichte der Welt seit den Tagen der Schöpfung!“ Auf diesen großspurigen Ausspruch erklärte der bekannte Prediger Billy Graham, das habe der Präsident nicht richtig bedacht, denn die Auferstehung Christi von den Toten sei das größte und bedeutendste Ereignis der Weltgeschichte. Das wollen auch wir dick unterstreichen. Sein Sieg über den Tod eröffnet uns allen eine großartige Perspektive. Er hat diesen Sieg für uns erfochten. Wir müssen zwar den Tod erleiden, aber dieser kann uns nicht in seinem Schattenreich festhalten. Der Sieger Christus befreit uns aus seiner Macht.

Der Sieg Christi über den Tod kommt allen Menschen zugute, die ihr Herz seiner Botschaft öffnen. Cyrill von Jerusalem sagt: „Alle Könige verlieren bei ihrem Tode mit dem Leben zugleich ihre Macht; einzig Christus wird seit seinem Tode am Kreuz von aller Welt angebetet.“ Und Augustinus fügt hinzu: „Gott wurde zum Sieger über den Tod, auf dass der Tod nicht Sieger bleibe über den Menschen.“
Goethe legt Doktor Faust über die Auferstehung Christi die Worte in den Mund: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!“ Das kann zur größten persönlichen Katastrophe führen. Der bekannte Kritiker der geschichtlichen Grundlagen des Christentums David Friedrich Strauß (1808-1874) schrieb kurz vor seinem Tode: „Der Wegfall des Vorsehungsglaubens gehört in der Tat zu den empfindlichsten Einbußen, die mit der Lossagung von dem christlichen Glauben verbunden sind. Man sieht sich in die ungeheure Weltmaschine mit ihren eisernen, gezähnten Rädern, ihren schweren Hämmern und Stampfern, die betäubend niederfallen, in dieses so furchtbare Getriebe wehr- und hilflos hineingestellt, keinen Augenblick sicher, von einem Rad erfasst und zerrissen, von einem Hammer zermalmt und zerschmettert zu werden. Dieses Gefühl des Preisgegebenseins ist wirklich entsetzlich.“

Menschen mit dem Osterglauben im Herzen blicken hoffnungsvoll in die Zukunft. Menschen ohne den Osterglauben können nur hoffnungslos in die Zukunft blicken. Damit unser Osterglaube wach in uns bleibt, hören wir uns die Mahnung des berühmten Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer (1875-1965) an: „Im Innern von Afrika herrscht die Schlafkrankheit. Zuerst werden die Leute ein klein wenig matt, dann immer mehr und mehr, bis sie zuletzt immer wieder schlafend daliegen und an Entkräftung sterben. Der berühmte Professor Koch aus Berlin war in jenen Gegenden, um die Schlafkrankheit zu studieren. Er entdeckte die Anfänge des Übels an vielen, die ihn deshalb auslachten und sagten, sie fühlten sich ganz wohl.

Er bedauerte, dass sie sich nicht in Pflege geben wollten. – Es gibt auch eine Schlafkrankheit der Seele. Bei ihr besteht die Hauptgefahr, dass man sie nicht kommen fühlt. Ihr müsst auf euch achten: Wenn ihr die geringste Gleichgültigkeit an euch merkt und gewahr werdet, wie in euch der Ernst, die Sehnsucht, die Begeisterungsfähigkeit abnimmt, dann müsst ihr wissen, dass die Schlafkrankheit der Seele in Anzug ist.“ Soweit A. Schweitzer. Sollten wir an uns ein Anzeichen der seelischen Schlafkrankheit fühlen, nehmen wir uns den Aufruf des Apostels Paulus zu Herzen: „Wach auf, du Schläfer, steh auf von den Toten, und Christus wird dir aufleuchten!“

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