WORT ZUM SONNTAG: Glauben und Sehen

Sonntag, 10. Februar 2013

Menschen fragen nach Jesus. Dies erlebe ich immer wieder. Wer ist Jesus? Was ist das Besondere an ihm? Was unterscheidet ihn von den anderen Religionsstiftern? Ist er nicht auch nur ein Mensch gewesen, wie alle andern? Viele Zweifel, viele Unklarheiten, ja ganz viele Widersprüche finden die Menschen heute an Jesus Christus und der Kirche. Woran liegt das?

Voller Misstrauen bekannte jemand: „Ich würde ja so gerne an all diese Sachen glauben, aber ich weiß es ganz sicher, dass über den Wolken nichts mehr ist. Wo soll denn dieser Jesus sein? Über den Wolken gibt es nichts mehr!“
Menschen fragen nach Jesus. Nicht nur heute, sondern auch zu Jesu Lebzeiten war das so. Der Evangelist Lukas berichtet in Lk. 18,35-43 von einem blinden Bettler, der nach Jesus forschte. Er saß schon lange dort an der Straße bei Jericho und viele vorbeiziehende Pilger hatten ihm von diesem Jesus von Nazareth erzählt. Er hatte davon gehört, dass dieser Jesus viele Kranke geheilt hätte, dass er Aussätzige rein gemacht, ja sogar Blinde sehend gemacht hätte. Ob das auch stimmt? Er selber hat es ja nicht sehen können. Er war ja blind. Sollte er nun diesen Wundererzählungen glauben oder wird er sich gedacht haben: Ach, so etwas ist doch gar nicht möglich! Das widerspricht doch den Naturgesetzen. Wie soll denn ein unheilbar Kranker gesund werden?

Liebe Leser, alle Menschen, die heute nach Jesus fragen, können sich an dieser Stelle mit dem blinden Bettler vergleichen. Wieso?
Der blinde Bettler hat, genauso wie wir, nur von Jesus gehört. Nur vom Hörensagen, nur vom Erzählen anderer, hat er sich ein Bild von diesem Wunderheiler Jesus, dem Sohne Davids, machen können. Sehen konnte er ihn nicht. Eine andere Möglichkeit haben wir heute auch nicht. Wir können auch nur durch Hören und Lesen etwas von Jesus erfahren. Sehen können wir ihn nicht.

Und nun stellt sich die Frage: Glauben wir an das, was uns von Jesus Christus berichtet wird? Wenn wir uns diese Welt anschauen, dann stellen wir fest, dass die meisten Menschen dafür nur ein müdes Lächeln übrig haben. Sie wissen ja angeblich, dass über den Wolken nichts mehr ist... Aber was macht nun der blinde Mann in dieser Situation? Wird er sich auf den Herrn Jesus einlassen? Glaubt er dem, was er von ihm gehört hat? Lukas berichtet: „Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!” (Vers 38)

Liebe Leser, merkt ihr etwas? Der Blinde hat felsenfest daran geglaubt, was er von Jesus gehört hatte! Er wusste, dass nur dieser Jesus ihn heilen konnte. Und so schreit er aus Leibeskräften nach seinem Retter. Es ist ihm egal, was die anderen von ihm denken. Nichts kann ihn davon abbringen, nach seinem Jesus zu schreien, denn dies war der wertvollste, lang ersehnte Augenblick seines Lebens: Die Begegnung mit dem Einzigen, der ihn heilen konnte: Jesus Christus!

Dies ist das Erste, worin uns heute der Blinde ein Vorbild sein kann. Er hat an das geglaubt, was er von dem Heiland der Welt gehört hatte, ohne irgend etwas davon gesehen zu haben. Wie viele Jahre lang haben auch wir von den Wundertaten Jesu Christi gehört? Aber glauben wir daran, so wie es dieser Blinde tat? Wie anders würde das Leben unzähliger Menschen aussehen, wenn sie die Gelegenheit, da Jesus ihnen nahetrat, ergriffen hätten, statt sie ungenutzt vorübergehen zu lassen!

Das Zweite, worauf wir achten sollten, ist dies: Nachdem wir vom Erlöser der Welt gehört haben und vertrauensvoll zu ihm geschrien haben, bleibt Jesus stehen und fragt: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ (Vers 41a) Was würden wir ihm antworten? Welche Wünsche sollte uns Jesus erfüllen? Mehr Geld? Mehr Gesundheit? Mehr Frohsinn und Glück? Ich denke, wir sollten das Gleiche von ihm erbitten, was auch der Blinde damals begehrte: „Herr, dass ich sehen kann.“ (Vers 41b) Das ist das Allernotwendigste, was wir brauchen!

Dass wir ihn, unseren Heiland, sehen in seiner Herrlichkeit.
Dass wir sehen, wie er am Kreuz für uns litt und starb.
Dass wir sehen, wie herrlich er am Ostermorgen auferstanden ist und für uns den Tod besiegt hat. Dass wir sehen und merken, dass in IHM die Gottheit leibhaftig wohnt, und dass in IHM „verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.” (Kol. 2,3) Dafür möge uns der Herr Jesus sehend machen!
Wenn wir also IHM ganz fest vertrauen, dann bleibt er für uns stehen und sagt auch uns: „Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen.“ (Vers 42)

Am Schluss dieser Geschichte berichtet Lukas: „Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott“. (Vers 43) Der Blinde wurde also sowohl leiblich, als auch geistlich geheilt. Er erkannte in seinem Heiler gleichzeitig auch seinen Retter und Heiland und wollte nun ewig zu ihm gehören. Menschen fragen nach Jesus. Mag für viele „über den Wolken nichts mehr“ sein. Wir dürfen ganz gewiss sein, dass wir ein ewiges Eigentum dieses wunderbaren HERRN sind, der unser aller Verlangen stillen kann und in dessen Hand wir geborgen sind in Zeit und Ewigkeit. Lasst uns diesen Entschluss heute neu fassen:
Ihm will ich folgen. Ihm will ich angehören. Er sei mein Herr. Amen.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*