WORT ZUM SONNTAG: Gott nimmt die Sünder an

Sonntag, 17. Juni 2018

Am dritten Sonntag nach Trinitatis geht es um die offenen Arme, die den empfangen, der schon lange eingeladen ist. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn oder die Geschichte von Zachäus unterstreichen dies sehr deutlich. Gott will die Sünder annehmen und kein einziger soll daran gehindert werden, zu Ihm zu kommen.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn oder die Geschichte vom Zachäus auf dem Maulbeerbaum gehören wohl zu den bekanntesten Texten des Neuen Testaments. Jesus erzählt das Gleichnis vom verlorenen Sohn mit einem gewissen Hintergrundwissen. Im alten Israel durfte keiner die Erbschaft an sich nehmen, bevor der Vater verstorben war. Aber der jüngste unter den Söhnen tat gerade dieses. Er verstieß gegen ein altes Gesetz und nahm seinen Erbteil und zog in die Welt. Hier verprasste er all sein Hab und Gut und als er schließlich pleite war, kehrte er zurück. Alle erwarteten, dass der Vater ihn bestrafen wird. Aber es kam doch nicht so. Es kam keine Strafe. Im Gegenteil, ein Fest sollte gefeiert werden, es gab nämlich einen freudigen Anlass: die Wiederkehr des verlorenen Sohnes.

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges hat man versucht, die ganzen Kunstobjekte zu verstecken. Sie sollten vor Raub, aber auch vor allem vor den Bomben, die vom Himmel fielen, beschützt werden. Man wollte sie trotz allen Krieges für die Nachwelt erhalten. Nicht nur in Deutschland oder in England versteckte man diese wertvollen Kunstschätze in Kellern oder in Salzbergwerken, sondern auch in Sankt Petersburg im fernen Russland. In Sankt Petersburg gab es ein Gemälde von Rembrandt. Dieses Gemälde stellte die Heimkehr vom verlorenen Sohn dar. Der Vater stand im Schatten und das Licht fiel auf den Sohn, der sich vor die Füße des Vaters hinkniete. Rembrandt warf also das Licht auf den heimkehrenden Sohn. Damit wollte er sicher das andeuten, was Jesus meinte...

Auch Sankt Petersburg sollte von den Bombardierungen nicht verschont bleiben. Die Arbeiter machten sich dran, die Kunstgegenstände abzubauen, um diese auch in einen sicheren Keller zu bringen. Als sie aber dieses Bild abbauten, ging ihnen ein Licht auf. Sie betrachteten das Bild und überlegten... Sie merkten, was sie eigentlich durch diesen Krieg verlieren. Städte gingen unter, Menschenleben wurden vernichtet, Zukunftsträume wurden zunichte gemacht. Sie sahen plötzlich ihr eigenes Schicksal im Krieg, all das Verlorene. Jemand hat diese Begebenheit aufgeschrieben und nachher ging diese Geschichte um die Welt. Das Verlorene wiederzugewinnen war der größte Wunsch der Menschen in der Zeit...

Der kommende Sonntag widmet sich nun diesem Thema: Gott will die Sünder annehmen. Hesekiel, der Prophet des alten Bundes, gibt uns das zu verstehen. Jeder ist für seine eigenen Fehler verantwortlich. Die Väter, die saure Trauben gegessen haben, sind nicht dafür verantwortlich, dass wir jetzt stumpfe Zähne kriegen. Wir selber müssen den Fehler an uns suchen und bereit sein, etwas zu ändern. Wenn wir umkehren, werden wir auch wieder angenommen. Dieses ist die Religion unseres Herrn.

Der verlorene Sohn ist umgekehrt. Zachäus ist heruntergekommen von dem Maulbeerbaum. Wir sind zur Überwindung von Irrtümern und Durcheinander berufen. Wir sind auch zur Umkehr berufen. Wir haben es am Beispiel des verlorenen Sohnes erkannt. So wie er von seinem leiblichen Vater aufgenommen worden ist, werden wir auch von unserem himmlischen Vater aufgenommen werden. Wir müssen nur unsere Fehler eingestehen. Dadurch wird uns die Möglichkeit eines Neuanfangs gewährt. Wir müssen nur die Wege Gottes erkennen und auf ihnen gehen.

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