WORT ZUM SONNTAG: Jesus lädt ein zu seinem Mahl

Sonntag, 29. Juni 2014

Am zweiten Sonntag nach Trinitatis steht „die Einladung“ im Mittelpunkt. Im Evangelium des Sonntags bei Lukas im 14. Kapitel (Lk 14, 16-24) „Vom großen Abendmahl“ geht es um die Einladung, die von den Wohlhabenden abgelehnt wird, woraufhin die Einladung an die Außenseiter und Ausgestoßenen ergeht, die sie freudig annehmen. Es geht an diesem Sonntag wohl mehr darum, darüber nachzudenken, wo Gottes Einladung an uns ergeht und wie wir darauf antworten.Jesus ist in dem Haus eines Obersten der Pharisäer eingeladen. Viele vornehme Gäste sind erschienen. Und wie es in Israel üblich war, sind auch viele Arme und Bedürftige gekommen, um einfach zuzusehen. Da sagt Jesus zu dem Hausherrn: Wenn du wieder einmal solch ein Fest machst, dann lade die Armen, Blinden und Krüppel ein und nicht diese Reichen, die dir das auch bieten können! Lade diese Bedürftigen ein, die dir das nicht bieten können und es wird dir vergolten werden im Reich Gottes! Darauf antwortet einer der Gäste, die mit Jesus zu Tisch saßen: „Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!“ Das heißt: Selig ist, wer an Gottes Festtafel eingeladen wird!

Bemerkenswerter Weise freut sich Jesus nicht über diesen Mann, sondern er findet diesen Satz vielmehr problematisch. Denn auf diese Aussage erzählt er ihm die Geschichte von dem großen Abendmahl, die den dort eingeladenen Gästen, aber auch uns heute zu denken geben soll. Denn in diesem Gleichnis redet Jesus vom Reich Gottes, von jenem unbekümmerten Leben, von dem wir alle träumen. Er redet von der Einladung, von dem Angebot Gottes zu seinem Reich. Jesus erzählt hier von einem reichen Mann, der ein großes Abendmahl machte und der dazu viele Menschen einlud. Nach der Sitte des Landes wurde zum Fest zweimal eingeladen: einmal früher, dass man sich auf das große Fest vorbereiten konnte, und einmal unmittelbar vor dem Fest. In vielen unserer Gemeinden war es auch so: Man lud zur Hochzeit ein, und am Tage der Hochzeit schickte man nochmals die „Ladeknechte“ aus, um den geladenen Gästen zu sagen: Kommt, es ist alles bereit! Als nun diese zweite Einladung ergeht, da fangen alle Eingeladenen an, sich zu entschuldigen: „Ich habe einen Acker gekauft und will ihn besehen! Ich habe Ochsen gekauft und will sie begutachten! Ich habe geheiratet, darum kann ich nicht kommen! Bitte entschuldige mich!“ Bei allen Absagen und Entschuldigungen ist der Grund derselbe: Die eigenen Angelegenheiten und Interessen gehen vor! In seiner Entrüstung schickt der Hausherr den Knecht nochmals aus, um diesmal alle Krüppel, Blinden und Lahmen zu rufen. Und da noch Platz ist, sollen auch die Wanderer, die draußen an den Zäunen lagern, hereingerufen werden. Das Haus soll voll werden. Die aber, die eingeladen waren, sollen draußen bleiben: „Denn ich sage euch, dass keinem der Männer, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird!“

Nun seht, der Tischgenosse Jesu, ein frommer Mann, meint der Teilnahme am großen Abendmahl sicher zu sein. Er weiß sich im Bund mit Gott, er lebt nach seinen Geboten und gehört zu dem Volk, dem die Verheißungen Gottes gelten. Wir werden vielleicht gar nicht fehlen, wenn wir ihn zu den Strengen, den Frommen und Treuen rechnen. Aber gerade ihm erzählt Jesus dieses Gleichnis. Und er sagt zu ihm: Das Reich Gottes ist kein Ideal, kein Traum. Es ist ein Angebot, eine Einladung Gottes an uns Menschen. Und wie es mit Angeboten und Einladungen ja ist – man kann sie annehmen oder ablehnen. Man kann sich selbst entscheiden, ob man sie annimmt oder fernbleibt. Es kommt immer auf unsere eigene Entscheidung, auf unser Ja oder Nein an. Wir müssen nichts dazutun – wir müssen bloß annehmen und uns darauf vorbereiten. Martin Luther sagte einst: „Gott hat mein Heil aus meiner Verfügung genommen und in die seine gestellt. Er hat zugesagt, mich nicht durch mein Tun oder Laufen, sondern durch seine Gnade zu retten. So bin ich sicher und gewiss, dass er treu ist und nicht lügen wird, dazu auch mächtig und groß, dass kein Teufel, noch feindliche Gewalt ihn zwingen oder mich ihm entreißen können“.
Zu diesem Gott, der für unser Heil schon alles getan hat, werden auch wir heute eingeladen. Lasst uns dieser Einladung zu unserem Heil folgen!

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