WORT ZUM SONNTAG: Leben „mit Gott“

Sonntag, 19. März 2017

Am Jakobsbrunnen zu Sichem geschah etwas Außerordentliches. Christus offenbarte sich einer Frau, die aus dem Brunnen Wasser schöpfen wollte. Sie sagte: „Wenn der Messias kommt, wird er uns alles verkünden.“ Da offenbarte sich ihr Christus: „Ich bin es, der mit dir redet!“ Die Sensation: Er offenbarte sich nicht einer „nonnenfrommen“ Frau. Ganz im Gegenteil: Man könnte diese Frau mit ihrem Lebenswandel in die Gemeinschaft der modernen Filmdivas einreihen. Die berühmte Filmdiva Liz Taylor hat in ihrem Leben acht Ehemänner verbraucht. Die Frau am Jakobsbrunnen verbrauchte eben den sechsten Mann. Wir fragen: Weshalb offenbarte sich Christus einer solch anrüchigen Frau? Die Antwort gibt Christus selbst: „Ich bin nicht gekommen, die Gerechten zu berufen, sondern die Sünder!“ So hat er sogar die „Sechs-Männer-Verbraucherin“ zu seiner Glaubensbotin für die Stadt Sichem erkoren.

Wir stehen vor der Frage: Wie wollen wir unser Leben gestalten? In der Geheimen Offenbarung heißt es: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür aufmacht, so werde ich bei ihm einkehren und das Mahl mit ihm halten!“ Sein Anklopfen ist kein rohes Hämmern an die Tür. Vielmehr ist es eine Einladung, ein zartes Anklopfen, das nur Hellhörige wahrnehmen, die auf dieses Anklopfen warten. Es klingt oft so, wie es in einem Volkslied heißt: „Hörst du mein heimliches Rufen?“ Liebende hören den leisesten Ruf. Leider wollen viele Menschen den Einladungsruf nicht hören. Die Welt mit ihrer Lust tönt den Weltmenschen so laut in den Ohren, dass sie den Ruf Gottes nicht hören, nicht hören wollen und weisen ihn höchmütig als „Pfaffengeschwätz“ ab. Sie entscheiden sich für ein Leben „ohne Gott“, desto mehr für ein Leben „mit der Welt“. Das ist wohl die größte Selbsttäuschung, die es geben kann. Darüber urteilt die Geheime Offenbarung: „Du sagst: Reich bin ich und habe Reichtum erworben, und nichts habe ich nötig! Und du weißt nicht, dass gerade du der Erbärmliche, Blinde und Nackte bist!“

Der Mensch „ohne Gott“, aber „mit der Welt“ im Herzen, lebt sorglos und genussgierig dahin. Aber eines Tages muss er die Welt verlassen. Auch auf ihn trifft die Erfahrung Ijobs zu: „Nackt kam ich aus dem Schoße meiner Mutter; nackt kehre ich dahin zurück!“ Der Mensch „ohne Gott“ geht in die andere Welt ohne Gott und auch ohne Welt. Er geht dorthin ohne „Wein, Weib und Gesang“. Gott stellt den Menschen „ohne Gott“ nicht auf den Scheiterhaufen, wie es auf Erden übereifrige Gottesdiener mit den Ketzern gemacht haben. Er veranstaltet auch keinen Schauprozess. Es findet überhaupt keine Gerichtsverhandlung statt. Der Mensch, der auf Erden „ohne Gott“ gelebt hat, landet im selbst gewählten Exil der Gottesferne, in der polareisigen Kälte der Einsamkeit. Es erfüllt sich für ihn in der anderen Welt, wofür er sich in dieser Welt entschieden hat: Er bleibt für ewig „ohne Gott“ und „ohne Welt“. Friedrich der Große tat den berühmten Ausspruch: „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden!“ Man kann diesen Ausspruch auch umkehren: „Jeder kann nach seiner Fasson „unselig“ werden. Das trifft auf den Menschen „ohne Gott“ zu. In der Gottesferne muss kein Höllenfeuer brennen. Die hoffnungslose Einsamkeit tut genauso weh. Der Mensch „mit Gott“ sieht die Welt als einen Kahn an, der ihn über das Meer des Lebens in die ewige Gemeinschaft „mit Gott“ bringt. Er sorgt dafür, dass der Kahn im Wasser bleibt, aber das Wasser nicht in den Kahn eindringt. Der Mensch „mit Gott“ lebt in dieser Welt, aber die Welt lebt nicht in ihm. So gelangt der Mensch in die ewige Gemeinschaft mit Gott. Handeln wir deshalb wie die Frau am Jakobsbrunnen. Nehmen wir Christus in unser Leben auf und gestalten wir unser Leben in dieser Welt „mit Gott“. Es wird die das größte Glück verheißende Entscheidung unseres Lebens sein.

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