WORT ZUM SONNTAG: Licht der Liebe

Sonntag, 17. Februar 2013

Christus ist der Einzige auf Erden, der von sich sagen konnte: „Ich bin das Licht der Welt!“ Viele Menschen haben sich im Laufe der Jahrhunderte bemüht, als Laterne Christi die Dunkelheit der Gottesferne zu vertreiben. Die Heiligen, die wir verehren, waren zu ihrer Zeit Christi Lichtträger, und ihr Licht leuchtet auch nach ihrem Tod hell weiter. Eine solche Lichtlaterne war die heilige Marguerite d’Youville aus Kanada. Sie ist die erste Frau kanadischer Abstammung, die heiliggesprochen wurde.
Sie wurde am 15. Oktober 1701 zu Varennes, nordöstlich von Montreal in Kanada geboren. Ihr Vater, Christoph Dufrost, war Hauptmann in der französischen Kolonialtruppe in Kanada. Leider starb der Vater, der seine Tochter überaus liebte, als Marguerite erst sieben Jahre alt war. Bald musste das kleine Mädchen den Verlust des liebenden Vaters schmerzlich erfahren. Die noch junge Mutter heiratete ein zweites Mal. Der Stiefvater erwies sich auch bald als ein solcher. Er hatte für seine Stieftochter nichts übrig. Das feinfühlige Mädchen litt sehr unter dieser frostigen Atmosphäre.

Es war wie eine Erlösung für die zwölfjährige Marguerite, als sie für zwei Jahre zur Erziehung zu den Ursulininnen in Quebec kam. Dort festigte sich in ihrem Herzen der Glauben an Gott und an seine Liebe. Dann kam sie wieder heim und half der Mutter im täglichen Haushalt. Dabei führte sie ein sehr zurückgezogenes Leben. Weltliche Vergnügungen reizten sie nicht. Schließlich war sie froh, als ein junger Mann namens Francois d’Youville um ihre Hand anhielt. Mit achtzehn Jahren heiratete sie diesen jungen Mann. Dieser war zwar von bescheidener Herkunft aber verhältnismäßig vermögend. So konnte sie auf eine lichtvolle Zukunft hoffen. Doch es kam anders. Das Leben an seiner Seite brachte mehr Dunkelheit als Licht und zerstörte bald alle ihre Illusionen. Mit seinem ererbten Vermögen ging er sehr verschwenderisch um und verschleuderte es in kurzer Zeit.

Marguerite gebar ihm fünf Kinder. Das hätte ihn doch zur Einsicht bringen müssen. Marguerites Zureden und Ermahnen half nicht. Damit erreichte sie nur das Gegenteil. Der jähzornige Ehemann schlug öfter seine Frau. Nach zehn leidvollen Ehejahren, die sie mit heldenhafter Geduld ertrug, starb ihr Gatte. Das Vermögen hatte er verpulvert. Marguerite stand mit fünf Kindern allein da und das sechste Kind war unterwegs. Von allen materiellen Mitteln entblößt, stand sie da und wusste weder ein noch aus. Nur das Glaubenslicht in ihrem Herzen hielt sie aufrecht. Gott hatte anscheinend Mitleid mit ihr und half ihr auf seine Weise. Der Reihe nach nahm er vier der sechs Kinder zu sich. Nur zwei Söhne blieben am Leben. Sie wuchsen heran und mit Hilfe von Wohltätern studierten beide Theologie und wurden Priester. Sie brachten der Mutter viel Freude und Trost in ihr hartes Leben als Witwe.

Nun, da die Söhne ihren priesterlichen Aufgaben nachgingen, suchte auch Marguerite nach einer Beschäftigung, die sie seelisch erfüllen sollte. Sie wandte sich den Kranken und Armen zu. So richtete sie in einem gemieteten Haus eine Krankenstation ein. Daraus wurde bald ein richtiges Krankenhaus. Für die Pflege der Kranken gewann Marguerite gleichgesinnte Helferinnen. Sie verstanden sich untereinander so gut, dass sie beschlossen, eine religiöse Kongregation zu gründen. Sie gaben ihr den Namen „Graue Schwestern der Liebe“. Bald wurden sie von der Bevölkerung „Die grauen Schwestern“ genannt, nach der Farbe ihrer Kleidung. Der zuständige Bischof von Montreal approbierte noch im gleichen Jahr die „Kongregation der grauen Schwestern“. Es wurden Niederlassungen in anderen Städten Kanadas und den USA gegründet. Marguerite leitete diese Ordensgemeinschaft. Sie und ihre Mitschwestern wurden zu Lichtern, die die Liebe dessen ausstrahlten und auch heute noch ausstrahlen, der sich zurecht das „Licht der Welt“ genannt hat. –Marguerite starb 70-jährig am 23. Dezember 1771. Papst Pius XII. sprach diese tapfere, leiderprobte, karitativ hochverdiente Ehegattin, Mutter, Witwe und Ordensgründerin selig. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1990 heilig.

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