WORT ZUM SONNTAG: Licht sein

Sonntag, 13. Januar 2013

Jesus Christus spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“
Johannes 14,19

Hier geht es Jesus um das Wie dieses Lebens; um seine Qualität, seinen Sinn und seine Fülle. Und –  das wird damals nicht anders gewesen sein als heute – diese Fragen und Gedanken bewegen uns. Wenn wir von Leben sprechen, ziehen wir es vor, in Zahlen und Statistiken zu reden. Über Lebensqualität und -niveau, über Lebenserwartung, Rentenalter und -versicherung…  Dieses Leben aber hat Jesus nicht gemeint. 

...Wir alle wissen es im Grunde unserer Seele, dass Leben mehr ist als etwas, was wir messen und zählen können, und wir alle kennen die Stunden, in denen wir sagen und klagen: So habe ich mir das Leben nicht vorgestellt! Und wir müssen dabei keine Not leiden und es kann äußerlich bei uns alles zum Besten bestellt sein ...

Dennoch empfinden wir es manchmal so: Das ist kein Leben! Wir geben uns nicht zufrieden mit Wohnung, Kleidung, Essen und Trinken, Auto, Urlaub, Fernsehen usw...  Jesus möchte, dass wir zu einem Leben finden, in dem Sinn ist und Freude, in dem es erfüllte Stunden gibt, in denen wir wissen und erfahren, dass wir gebraucht werden und Aufgaben haben, ein Leben, das Ziele hat, für die es sich zu leben lohnt. ER hat uns, als er über diese Erde ging, ein Beispiel gegeben, wie wahres Leben aussehen kann: Er war für die Mitmenschen da. Er hat sich ihrer angenommen.

Wo Angst war, hat er Hoffnung geschenkt. Wo Not war, hat er geholfen. Die Schwachen und Außenseiter hatten in ihm einen Fürsprecher. So hat er in der Dunkelheit der Welt ein Licht angezündet, ja, er ist selbst zum Licht geworden. Er kann von sich sagen: „Ich lebe!“ Aber er spricht ja weiter: „... und ihr sollt auch leben“. Unser Herr hat einen Auftrag für uns: Dass wir uns, wie er, den Menschen zuwenden. Wie er sollen wir für unsere Nächsten da sein, ihr Leid, ihre Krankheit, ihre Sorgen nach Kräften lindern.

Wo Angst ist, von der Zuversicht reden. In Nöten denen beistehen, die sich allein nicht helfen können. Für die sprechen und bei ihnen ausharren, die in Schwermut und Einsamkeit verstummt sind. So können auch wir ein Licht ins Dunkel tragen und selbst für andere zum Licht werden. Und dann erkennen wir, was das heißt: „... ihr sollt auch leben!“ Und dieses Leben wird froh machen! Noch haben wir Bedenken. Wollen wir ein solches Leben wirklich?

Werden wir es durchhalten? Wird uns die Anstrengung nicht überfordern, die Mühe nicht zu groß sein? Und wo bleiben wir selbst dabei? Wo bleibt ... das andere Leben, an dem wir doch auch hängen und das uns so vertraut ist?

Die Geschichte „Zündholz und Kerze“ (Verfasser unbekannt) soll uns zum Denken anregen: Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: „Ich habe den Auftrag, Dich anzuzünden.“ „Oh nein“, erschrak die Kerze, „nur das nicht.
Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand wird mehr meine Schönheit bewundern.“ Das Zündholz fragte: „Aber willst Du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?“ – „Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften“, flüsterte die Kerze unsicher und voller Angst. „Es ist wahr“, entgegnete das Zündholz. „Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung: Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann ist wenig. Zünde ich Dich aber nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen. Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was Du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn Du Dich verzehrst. Andere werden Dein Licht weitertragen. Nur wenn Du Dich versagst, wirst Du sterben.“

Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: „Ich bitte Dich, zünde mich an ...“ Jede und jeder von uns ist berufen, auf ganz eigene Weise und nach unseren besonderen Gaben „Licht zu sein“ und „für andere zu leuchten und Wärme zu schenken“. Lassen wir uns dafür begeistern, dafür „Zündholz oder Kerze“, „Feuer und Flamme“, zu sein.  AMEN.

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