WORT ZUM SONNTAG: Licht und Kraft von oben

Sonntag, 20. Mai 2018

Der bedeutendste Mathematiker und Physiker der Antike war Archimedes (287-212 v. Chr.). Als er eine große Entdeckung gemacht hatte, soll er nackt durch Syrakus gelaufen sein und freudig ausgerufen haben: „Heureka – ich habe es gefunden!“ Nach ihm gab es viele Menschen, die durch Intuition oder Inspiration zu Erfindungen oder Entdeckungen gekommen sind. Sie erkannten, dass ihre Erfolge durch besondere Eingebungen Gottes zustande gekommen seien und bezeugten dies auch öffentlich. Der Mathematiker Cauchy (1789-1857) war von der Inspiration Gottes so überzeugt, dass sein Wahlspruch lautete: „Gott und die Wahrheit!“ – Wilhelm Schmidt (1858-1924), der Erfinder der Heißluftlokomotive, hat nie eine höhere Schule besucht. Er wurde zum Ehrendoktor ernannt aufgrund seiner Erfindungen, für die er mehr als 200 Patente erwarb. Die einfachsten Rechenaufgaben konnte er nicht lösen, aber die Resultate standen wie Bilder vor seinem geistigen Auge. Er bekam alles „geschenkt“. In traumhaftem Zustand fühlte er, wie Gott ihm tiefe Einblicke in verwickelte Erfindergeheimnisse gab. Er trug seinen Mitarbeitern die „geschaute“ Erfindung vor. Er dachte vor, sie rechneten nach. Es stimmte immer. „Ich danke Gott“, stand immer in seinen Tagebüchern.

Ein unendlich bedeutenderes Ereignis als alle Intuitionen und Inspirationen von Erfindern und Wissenschaftlern geschah am ersten Pfingstfest in Jerusalem. Auf die Apostel ließen sich feurige Zungen herab. Dadurch geschah etwas Einmaliges. Diese einfachen Menschen, die weder lesen noch schreiben konnten, erlebten die größte aller Inspirationen. Plötzlich standen die Worte Christi, die sie vorher nicht begriffen hatten, lebendig vor ihnen. Es war, wie wenn ein Licht das Dunkel erhellt. Nun begriffen sie die „Frohbotschaft Christi“ und konnten seine Mission von Kreuz und Leiden verstehen.

Zugleich verschwand alle Furcht vor den Feinden Christi. Laut verkündeten sie die Botschaft von der Auferstehung Christi. Der Geist Gottes, der auf sie herabgekommen war, verwandelte sie geistig so, dass sie überzeugende und furchtlose Boten Christi wurden. Rein menschlich ist es nicht zu erklären, dass von zwölf ungelehrten Männern aus dem kleinen Judenland die größte religiöse Bewegung der Welt ihren Anfang nahm, die alle Nationen und Rassen auf allen Erdteilen erfasste und die auch nach 2000 Jahren die größte geblieben ist. Keine Ideologie und keine Philosophie hat das geschafft. Die Lehre Christi bietet als Heil nicht den Genuss an, sondern den Verzicht. Ihr Symbol ist nicht der Becher der Lust, sondern das Kreuz.

Es kann nur eine vernünftige Erklärung geben: Der Geist Gottes hat seine Gaben in reicher Fülle auf die Apostel ausgegossen, Christus nennt den Heiligen Geist „die Kraft von oben“. Diese Kraft wirkte durch alle Jahrhunderte und ist auch heute am Werk. Der Geist Gottes, als „Licht und Kraft von oben“, erfüllt die Menschen zu allen Zeiten, dass sie die wahren und bleibenden Werte erkennen und sie auch im Leben umsetzen.

Ein Märchen aus dem Orient erzählt von einem Mann, der eine wunderbare Salbe besaß. Wenn er mit dieser Salbe seine Augen bestrich, erhielt er die Fähigkeit, die unermesslichen Schätze an Gold und Silber zu sehen, die im Schoße der Erde verborgen lagen. So konnte er sich leicht bereichern. Das ist nur ein Märchen. Wer aber vom Geiste Gottes erleuchtet wird, der erkennt die wahren Schätze, die uns Christus schenkt, die weder Rost und Motten zerstören, noch Diebe stehlen können. Diese Schätze unterliegen auch keiner Inflation. Es sind geistige Schätze, mit denen wir das ewige Leben gewinnen. Für diese Pfingstschätze gibt es keinen Ersatz. Ohne sie bleiben wir „Kinder des Todes“, irren ziellos durch das Leben, Irrtümern preisgegeben.

Vom Geiste Gottes erleuchtet und durch die „Kraft von oben“ gestärkt, erkennen wir, dass nur eine Philosophie das ersehnte Heil bringen kann: die Philosophie des Kreuzes. Sie lautet: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er seinen eingeborenen Sohn dahingegeben hat, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe!“ Im Römerbrief wird uns versichert: „Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, die sind Kinder Gottes!“ Erbitten wir das Licht und die Kraft von oben für unseren weiteren Lebensweg.

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