WORT ZUM SONNTAG: Nachhaltigkeit

Samstag, 21. November 2015

Nicht am ersten November begehen die Evangelischen traditionsgemäß das Gedächtnis der Toten, sondern (diesmal) am zweiundzwanzigsten, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Sonntag vor dem ersten Advent. Traditionsgemäß werden da auch die Gräber gerichtet, man bringt Blumen. Kerzen zünden die angepassten (evangelischen) Städter an. Am ersten November. Und die Wenigen, die den Totensonntag (diesmal am zweiundwanzigsten November, auch Ewigkeitssonntag genannt) im Bewusstsein haben, gehen da auch noch einmal auf den Friedhof. Dann meist ohne Kerzen. Totensonntag und/oder Ewigkeitssonntag, mit oder ohne Kerzen, wir kommen in dieser Zeit nicht umhin, uns mit der Nachhaltigkeit zu befassen. Es sei denn, dass wir uns im mehr oder weniger eifrigen Alltagsgeschäft treiben lassen und alle Nachhaltigkeit opfern auf dem Altar des „wat sol em mochen“oder „las‘ că merge şi aşa“. Mit der Nachhaltigkeit des Lebens wollen wir uns am Totensonntag befassen. Ganz einfach ist es damit nicht, denn der Tod erreicht uns so oder anders, früher oder später. Was halten wir dagegen? Was ist angesichts dessen nachhaltig? Im Evangelium des Ewigkeitssonntags, dem Gleichnis von den zehn Jungfrauen (Matthäus 25, 1-13), ergeht eine Botschaft von Jesus an jene, die ihm zuhören. ‚Handelt klug‘, sagt er angesichts des bevorstehenden, ewigen Hochzeitsmahls. Der Tod ist hier (zum Unterschied von anderen Schlüsselstellen der Bibel) kein Thema, es geht um den bevorstehenden Eingang in das Leben im Reiche Gottes, um rechtes, nachhaltiges Verhalten angesichts dessen.

Dafür stehen die fünf ‚klugen‘ Jungfrauen. Sie nehmen das evident notwendige Öl für ihre „Lampen“ – Gefäßfackeln mit kurzer Brenndauer – von Anfang an mit auf den Weg zum Empfang des Bräutigams. Wenn er eintrifft, werden diese angesteckt und die Prozession zu dem Ort, wo die Hochzeit gefeiert wird, nimmt ihren Lauf. Weil der Bräutigam sich  verspätet, hatten die ‚törichten‘ Jungfrauen noch Zeit, sich das nötige Öl zu beschaffen, aber sie verschlafen die Zeit.
Uns ist noch Zeit für rechtes, nachhaltiges Tun geschenkt. Und das bedeutet mit diesem Gleichnis, nicht nur Hörer des Wortes von Jesus zu sein, sondern das auch zu tun, was er uns lehrt: Barmherziges Handeln am Nächsten. Trost zusprechen denen, die um ihre Toten trauern. Flüchtlinge aufnehmen. Kranken helfen. Gefangene besuchen. Den Nächsten annehmen, so wie er ist. Auf den Nächsten aufmerksam eingehen, ganz gleich, wer er ist. Vergeben. Das Evangelium den Armen predigen. Für Glauben, Hoffnung, Liebe eintreten.
Solch ein ‚Nachhaltigkeitsfonds‘ ist in der Tat zukunftsträchtig.

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