WORT ZUM SONNTAG: Neuer Himmel und neue Erde

Samstag, 10. Oktober 2015

Am Totensonntag feiert die Mediascher Gemeinde Gottesdienst in der Friedhofskapelle, als eine Gemeinde von Trauernden. Mancher hat im Lauf des letzten Jahres von lieben Menschen Abschied nehmen müssen, von Müttern und Vätern, denen sie viel zu verdanken haben, von Geschwistern, von Lebenspartnern, von Kindern. Wir alle denken an die Lieben, von denen wir Abschied nehmen mussten. Ehepartner haben oft nach langen Zeiten gemeinsamer Wanderschaft einander durch den Tod verloren und finden sich nun allein wieder. Der Verlust eines lieben Menschen hat eine Lücke hinterlassen, die niemand wirklich ausfüllen kann.In der Bibel lesen wir: Gott kennt die Not des Lebens. Er lässt sein Volk durch Propheten trösten, durch die Botschaft, die er vor über 2500 Jahren dem Volk Israel hat ausrichten lassen, durch ein altes Wort, das seit vielen Generationen Trost bringen will. Im Buch des Propheten Jesaja spricht Gott zuerst von dem Endziel seines Handelns mit den Menschen: von der Erschaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Danach spricht Gott durch den Propheten von einem messianischen Reich auf dieser Erde. In ihm gibt es nichts mehr, worunter wir Menschen hier in diesem Leben leiden: kein zu früher Tod von Menschen, keine Besatzung durch fremde Völker, die das in Generationen Erarbeitete für die angestammten Bewohner des Landes zunichte machen; keine vergebliche Mühe in Familie, Gesellschaft und Beruf; keine Entfremdung von Gott.

Auch wird es keine Verbrechen, kein Böses und kein Unheil mehr geben. Man wird nicht mehr über Gemeinheit und Rohheit sprachlos erschrecken.Kann es so etwas geben?Auch der Riss, der mitten durch die Natur geht, ist geheilt. Raubtiere werden nicht mehr davon leben, dass sie andere Tiere jagen, töten und verzehren. Vielmehr wird ein Zustand göttlichen Friedens offenbar nicht nur zwischen den Menschen und Völkern, sondern auch zwischen den Tieren einkehren. Auch das unverhoffte und frühe Sterben von Menschen wird der Vergangenheit angehören. Wenigstens hundert Jahre an Lebenszeit wird jedem Erdenbewohner dann geschenkt werden.Wann und wo wird das geschehen? Es kann das tausendjährige Reich sein, von dem im Buch der Offenbarung geschrieben steht. Das ist das messianische Friedensreich auf der alten Erde, das von vielen Propheten des Alten Testaments dem Volk Israel als Hoffnungsziel vor Augen gehalten wird, und das war auch in der Alten Kirche ein fester Inhalt glaubender Hoffnung.Aber was nutzt uns dieses tausendjährige Reich in unserm Verlust, mitten in unseren traurigen Gedanken und der Einsamkeit?

Es kann uns helfen zu begreifen, dass Gott es nicht bei einer Welt belassen will und wird, die unvollkommen ist, und an deren Unvollkommenheit wir gerade angesichts der Endlichkeit menschlichen Daseins so sehr leiden. Gott hat mit der ganzen Welt und auch mit uns ein anderes Ziel: Wir sollen erfahren, dass Gott am Ende die Erde so wiederherstellt, dass es eine ungetrübte Freude sein wird, auf ihr zu leben. Friede, Gerechtigkeit und Wiederherstellung der ganzen Schöpfung werden in diesem Reich durch Gott selbst gewährleistet sein.Erst nach einer letzten Prüfung der Menschheit, nach dem Weltgericht wird Gott, so wissen wir es aus der Offenbarung Johannes, einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, und beide werden eine unvorstellbare innige Einheit eingehen. Tod, Leid und Geschrei über Unrecht und Bosheit werden endgültig der Vergangenheit angehören. Gott wird ganz und unendlich nah bei den Menschen wohnen, die gewürdigt worden sind, Bewohner dieser ewigen Welt zu werden. Von Gott wird das Licht in diese neue und ewige Welt leuchten. Über den Tod wird niemand mehr klagen, weil kein Mensch mehr sterben wird, denn alle, die da leben, haben ein neues, ewiges Dasein aufgrund ihrer Einheit mit dem auferstandenen Herrn.

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