WORT ZUM SONNTAG: Quelle der Freude

Sonntag, 20. September 2015

So mancher Maler hat es mit Hilfe eines Bildes versucht, den Willen Gottes zu verdeutlichen. Der eine malte ein vom Blitz entzündetes Haus, das lichterloh brennt. Darunter schrieb er. „Der Wille Gottes!“ – Ein anderer malte einen Bauern, der vor dem Weizenfeld steht, das ein Hagelschlag zerstört hat. Darunter schrieb er: „Dein Wille geschehe!“ Ein dritter Maler malte eine gramgebeugte Mutter am Grabe ihres einzigen Kindes und schrieb darunter: „So war es Gottes Wille!“

An solchen Bildern wirkt sehr störend, dass nur Unglücksfälle und Leidensszenen herangezogen werden, um den Willen Gottes zu interpretieren. Wir fragen: „Ist Gott ein Unglücksbringer, ein Gott, der mit Vorliebe uns Menschen Leid zuschickt, der an den Tränen, an der Verzweiflung der Menschen seine Freude hat?“ Da wird Gott etwas in die Schuhe geschoben, das er nie gewollt hat. Gerade das Gegenteil ist wahr: Gott ist der Urheber der Freude! Das will uns die Heilige Schrift verdeutlichen. Gott lässt die ersten Menschen im Paradies wohnen. Das Leid entstand erst dann, als der Mensch die Freundschaft mit Gott aufkündigte und „Gott-los“ leben wollte. Der Urheber des Leides ist der Mensch selber. Wenn er sein Leben „gott-los“ gestaltet, ist die bittere und giftige Frucht das Leid. Die meisten Leiden verursachen doch wir Menschen. Leid tun uns andere Menschen an, oft sogar unsere Angehörigen, mit ihrem Egoismus, mit ihrem lieblosen Benehmen, mit ihren boshaften Handlungen. Das sind die gewöhnlichen Leiden, die wir im Alltag tragen müssen. Wie groß aber sind die Leiden, die weltweit von Menschen verursacht werden: Kriege, Brandschatzungen, Deportationen, Vergewaltigungen, Rauben und Morden. Hat Gott so etwas angeordnet? Nie und nimmer! Gott ist ein Gott des Friedens und kein Kriegsgott. Kriege, die so viel Leid im Gefolge haben, werden immer nur von Menschen verursacht.

Gott hat uns für die Freude geschaffen. Aber wir Menschen entwickeln ein sonderbares Talent. Wir verkehren die Dinge, die uns Gott zur Freude geschenkt hat, oft in ihr Gegenteil. Damit wir Freude am Essen haben, gibt Gott den Speisen Geschmack und hat die Gewürze erschaffen. Viele stopfen die Speisen maßlos in sich hinein, muten den Verdauungsorganen ständig Schwerstarbeit zu. Schließlich erscheinen Krankheiten. Ist Gott daran schuld? In der Bibel steht geschrieben: „Der Wein erfreut des Menschen Herz!“ Gott hat den Wein geschaffen, damit fröhliche Stimmung und gemütliche Geselligkeit unter uns herrschen. Was machen viele? Sie trinken im Übermaß, werden Alkoholiker, zerstören ihre Gesundheit und das Familienleben. Sie verwandeln den von Gott geschenkten Freudenbringer in eine bittere Quelle des Leides.

Gott hat dem Mann und der Frau die Liebe ins Herz gelegt. Diese Liebe soll nicht nur die Seele, sondern auch den Leib umfassen. Was machen viele daraus? Sie brechen die eheliche Treue und zerstören das Familienglück. Und durch die leichtsinnige Partnerwahl werden Geschlechtskrankheiten verbreitet und viele sterben vorzeitig daran. Ist Gott schuld?
Gott hat in die Atome wunderbare Kräfte gelegt. Er gab manchen Menschen auch den nötigen Verstand dazu, diese Kräfte zu entdecken und zu nützen. Wie hat der Mensch sie genützt? Das Erste, was der Mensch damit anfing, war kein nützliches Kraftwerk, sondern die Atombombe. Keine andere Waffe gefährdet die menschliche Existenz so sehr wie die atomaren Waffen.
Diese Beispiele zeigen uns mit aller Deutlichkeit: Nicht Gott ist der Urheber des Leides, sondern der Mensch, der sich gegen Gott stellt, der gott-lose Mensch. Gott hat die Erde als Paradies geschaffen. Der gott-lose Mensch hat ein Jammertal daraus gemacht.
Natürlich lässt sich das ändern. Der gott-lose Mensch muss wieder zu Gott finden. Dann werden die Maler folgende Bilder malen: Braut und Bräutigam, die sich glücklich in die Augen schauen und darunter schreiben: „So will es Gott!“ Oder: Menschen in Geselligkeit, die frohe Lieder singen und darunter schreiben: „Gott liebt die Fröhlichen!“ Oder: Feindliche Soldaten werden die Waffen weg und umarmen sich, darunter die Erklärung: „Gott will Frieden und Freude!“

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