WORT ZUM SONNTAG: Reich oder arm – das ist nicht alles

Sonntag, 07. Juni 2015

Jesus spricht auch über das Glaubensverhältnis der Reichen zum Reich Gottes. Nachdem sich der reiche Jüngling traurig und enttäuscht von ihm abwendet, sagt Jesus: „Es ist leichter, dass ein Kamel gehe durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme.“

Dem reichen Kornbauer sagt Gott: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wes wird’s sein, das du bereitet hast?“ Ein anderer, ebenfalls sehr reich, wird im Totenreich von Qualen geplagt, während der arme Lazarus im „Schoße Abrahams getröstet wird.“

Reichtum wird nicht verworfen. Vom Reichtum der Reichen leben auch viele Arme. Nicht alle Reichen kommen in die Hölle und nicht alle Armen in den Himmel.

Abraham mit seinen vielen Herden gehört nicht zu denjenigen, die nur wenig haben. Mit seinem Reichtum aber hat er sich „keine anderen Götter“ neben Gott gemacht; er ist nicht an die irdischen Schätze gebunden. Als er und sein Neffe Lot wegen der vielen Herden nicht mehr zusammenbleiben können, sagt er, der Ältere: „Lass keinen Streit sein zwischen dir und mir, wir sind Brüder, willst du zur Rechten so will ich zur Linken; willst du zur Linken so will ich zur Rechten.“ Und da er bereit war, sogar seinen einzigen Sohn zu opfern, erhielt er vom Engel des Herrn die Glaubensbescheinigung: „Nun weiß ich, dass du Gott fürchtest.“

Der reiche Hiob bekennt nach seinem Totalverlust. „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen; gelobt sei der Name des Herrn.“

Nicht alle Reichen werden ins schlechte Licht gestellt und nicht alle Armen selig gepriesen.
Demjenigen, dem sein Herr einen „Zentner“ anvertraut hatte, ihn aber nicht zum Gewinn eingesetzt hat , droht sein Gebieter: „Nehmt von ihm den Zentner und gebt ihn dem, der zehn hat. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch was er hat, genommen werden. Den unnützen Knecht, werft in die Finsternis hinaus.“

Gott tadelt die Reichen nicht wegen ihres Reichtums; er lobt keinen Armen wegen seiner Armut. Es kommt darauf an, wie sich der Mensch zu den von Gott anvertrauten irdischen Schätzen verhält. Vor allem dieses Verhalten offenbart den GLAUBEN an Gott, auf den es schließlich und endlich ankommt.
Die Worte, mit denen das Gleichnis über den reichen Mann und den armen Lazarus endet, stellen den Glaubenswert in den Mittelpunkt. Nur aus dem Glauben und der Gnade Gottes wachsen die himmlischen Schätze.

Jesus gibt niemals nur gute Ratschläge für ein gelingendes Leben auf Erden. Seine Worte gehen zwar vom Gegenwärtigen aus; aber sie erfassen immer auch das Kommende.

Die Menschen verlangen für den Glauben sichtbare Beweise. „Wenn einer von den Toten zu ihnen ginge“, würden sie sich überzeugen. Das Sichtbare überzeugt, dass etwas geschehen ist und tatsächlich besteht. Aber der Glaube erfasst auch das Kommende; die Gewissheit, dass Gott seine Verheißungen erfüllt.
Jesus sagt nach seiner Auferstehung zu seinem Jünger Thomas: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

Der Jünger ist von der Auferstehung Jesu überzeugt, er sieht ihn. Aber an seine eigene Auferstehung, die ihm nicht gezeigt wird, bleibt ihm nur der seligmachende Glaube. Die sichtbare Erscheinung von Toten würde uns die Vollendung des Glaubens nicht ersetzen.

Jesus spricht über die Reichen, um den Glaubensreichtum hervorzuheben; er zeigt uns den „himmlischen Schatz“, er ermahnt uns, „vor Gott reich zu sein“, damit wir „im Schoße Abrahams getröstet werden.“

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