WORT ZUM SONNTAG: Retter, nicht Richter

Sonntag, 18. Dezember 2016

Für jedes neue Jahr erarbeiten die Sachverständigen des Landes einen Haushaltsplan für das kommende Jahr. Das Ziel lautet: Im kommenden Jahr soll der materielle Wohlstand erhöht werden. Gelingt dieses Vorhaben immer? Das hängt nicht nur von der Wirtschaftslage allein ab, sondern auch von den Verantwortlichen, die all diese Wohlstandspläne betreuen sollen.

Ein Herrscher suchte einen vertrauenswürdigen Mann für das gesamte Steuerwesen. Er bat seinen alten Lehrer, einen solchen Mann zu finden. Es meldeten sich einige Hundert Männer. Der alte Lehrer prüfte sie streng und erwählte von ihnen hundert Kandidaten. Sie wurden in prunkvolle Kleider gehüllt und mussten auf dem Weg zur Audienzhalle durch einen langen, dunklen Korridor gehen. Als sie vor dem Herrscher und seinem Hof angekommen waren, sagte der alte Lehrer zu ihnen: „Der Herrscher wünscht, dass ihr für ihn tanzt!“ Aber nur einer tanzte leichtfüßig zu den Klängen der Musik. Die übrigen blieben mit hochrotem Kopf stehen. Der Lehrer wies auf den Tänzer und sagte: „Das ist der Mann, den du suchst! Ich habe auch die übrigen 99 Männer geprüft. Über ihre Kenntnisse wusste ich Bescheid, aber nicht über ihren Charakter. Darum gab ich ihnen prächtige Kleider mit weiten Taschen, ließ sie durch einen dunklen Gang gehen, in dem überall goldgefüllte Truhen und Gefäße voller Edelsteine zum Zugreifen einluden. Alle, die nicht tanzen können, haben ihre Taschen so gefüllt, dass sie kaum laufen können. Nur der eine tat es nicht. Er ist für das Amt der richtige Mann!“
Tatkräftige und zugleich selbstlose Menschen in Machtpositionen können unsere materielle Lage verbessern.

Aber sie können uns nicht das „Heil“ bringen, das uns in das Reich Gottes führt. Das kann nur einer: Jesus Christus, der Sohn Gottes! Johannes der Täufer erschien als sein Wegbereiter und erklärte: „Ich bin die Stimme des Rufers in der Wüste!“ Er sah die verkehrte Lebenseinstellung vieler seiner Zeitgenossen und das Fehlen jeden guten Willens. Darum verkündete er: „Gott wird kommen!“ Aber er konnte sich Ihn nur als Richter vorstellen, der strenge Rechenschaft verlangt. Inspiriert zu dieser Haltung wurde er von den Aussprüchen des gewaltigen Propheten Jesaia: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn. Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. Ich will Rache nehmen an ihnen, mich rächen an meinen Feinden. Weh euch, die ihr die Strafe wie mit Ochsenstricken herbeizieht und die Sünde wie mit Wagenseilen! Darum entbrennt der Zorn des Herrn gegen sein Volk, er streckt seine Hand aus gegen das Volk und schlägt zu!“ Johannes unterstreicht diese Worte mit der Anschuldigung: „Ihr Natterngezücht! Wer hat euch gelehrt, ihr könntet dem kommenden Zorn entfliehen? Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt!“

Der von Johannes Verkündete erschien, aber ganz anders, als Johannes es erwartet hat. Er kam nicht als Richter mit der Axt in der Hand, sondern als Retter mit der Segenshand. Ein anderes Prophetenwort des Jesaia sollte sich an ihm erfüllen: „Seht doch mein Knecht, den ich stütze; ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus. Auf seinen Namen werden die Völker hoffen!“
Jesus brachte dem Volk, das verlorenen Schafen glich, die Frohe Botschaft. Er aß und trank mit den Sündern und verkündete, das Reich Gottes sei für sie geschaffen und verglich es mit einem Festmahl, zu dem alle eingeladen seien. Johannes saß im Gefängnis. Voller Zweifel ließ er bei Jesus anfragen: „Bist du es, der da kommen soll, oder müssen wir einen anderen erwarten?“ Zur Antwort verwies Jesus auf das Jesaia-Wort: „Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird die Frohe Botschaft gebracht!“ Er kommt als Retter, nicht als Richter.

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