WORT ZUM SONNTAG: Samen im Ackerfeld

Sonntag, 16. Juli 2017

Unsere biologische Existenz hängt von der Landwirtschaft ab, die uns mit den notwendigen Lebensmitteln versorgt. Kein Stahlwerk, keine Autofabrik und kein Unternehmen mit allerlei Erzeugnissen können die Landwirtschaft ersetzen. Man kann weder Stahl und Eisen oder Chemiefasern essen. Unser Leben hängt von der Landwirtschaft ab. Sollen genügend Lebensmittel erzeugt werden, sind zwei Faktoren notwendig: Guter Samen und fruchtbares Feld. Ist der Samen gesät, muss die wachsende Frucht gehegt und gepflegt werden. Nur so ist eine reiche Ernte zu erwarten. Ist aber der Samen minderwertig und wird das Feld nicht bearbeitet, ist nur eine schwache oder gar keine Ernte zu erwarten. Das heißt Hungersnot!

Dieses Gesetz für unsere leibliche Existenz gilt auch für unser Geistesleben. Wir sind Lebewesen aus Materie und Geist. Beide müssen sorgsam gepflegt werden. Der beste Samen für unseren Geist ist die Lehre Christi. Sie zeigt ihre Fruchtbarkeit und Lebenskraft erst dann, wenn unser „Geistesacker“ dafür geeignet ist und sorgsam gepflegt wird. Das kostet lebenslange Mühe. Diese Mühe wollen viele Menschen nicht auf sich nehmen. Deshalb wurden in der Vergangenheit und werden auch heute Geistessamen angeboten, die keine oder nur wenig Mühe verlangen. Welche Früchte sind dann zu erwarten?
Die Hitlerfaschisten beglückten uns mit dem Samen der Rassenideologie. Wer diesen Samen aufnahm und in sich gedeihen ließ, wurde ein Rassenfanatiker. Andersrassige wurden in Konzentrationslager deportiert oder zu Tode gequält. Auschwitz ist der tragische Zeuge dieser Geistesernte. – Die Kommunisten nahmen den Samen „Eigentum ist Diebstahl“ in sich auf. Sie enteigneten die Besitzenden, lieferten sie in Straflager ein oder liquidierten sie. Dieser Diktatursamen brachte namenloses Leid in die Welt. – Die fanatischen Islamisten nehmen in sich den Samen der kämpferischen Suren des Korans auf. Die Früchte: Terror, Mord und Attentate am laufenden Band. Dieser Samen ist eine große Gefahr für den Frieden in der Welt.

Der überzeugte Christ nimmt den Samen des Evangeliums in sich auf und pflegt ihn auf seinem Geistesacker. Die edelsten Früchte dieser Saat sind unsere Heiligen. Sie lebten für Gott und ihre Mitmenschen. Aufrechte Christen sehen auch heute darin ihre vornehmste Lebensaufgabe. Umso schmerzlicher ist es, dass in Westeuropa viele Christen schriftlich aus ihrer Kirche austreten. Bei uns tun sie es so, dass sie Religion und Kirche schweigend auf das Nebengleis schieben. Kommen sie dadurch zu einem besseren Samen? Nein. Sie wollen ihren Geistesacker nicht betreuen, weil das Mühe und Opfer kostet. Sie ziehen den „Lebemenschen“ dem Christen in sich vor. So schießt das Unkraut in ihrem geistigen Ackerfeld mächtig empor und erstickt den Samen des Evangeliums. Nicht die Asketen fallen vom Christentum ab, sondern die gierigen Lebemenschen. Können solche Menschen eine bessere Zukunft schaffen? Heilige können das viel, viel besser als die Sünder.

Eines ist sicher: Ein Christ wird nicht dadurch zum Egoisten und Sittenstrolch, weil er die Lehre Christi in sich verwirklicht. Das ist bisher noch nie geschehen und das wird auch in Zukunft nie geschehen. Er könnte erst dann ein „negativer Mensch“ werden, wenn er den Samen des Evangeliums abweist und sein geistiges Ackerfeld dem Unkraut der gottfernen Lebensgier überlässt. Gelebtes Christentum bringt die besten und notwendigsten Geistesgüter hervor. Ohne diese kann es keine friedliche und lebenswerte Zukunft geben.
Öffnen wir unser Herz dem Samen des Evangeliums und machen wir unseren Geist zu einem fruchtbaren Ackerfeld. Ein solches Feld wird die so notwendigen geistigen Lebensgüter hervorbringen.

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