WORT ZUM SONNTAG: Unser Lebenselement

Samstag, 09. Januar 2016

Die Wissenschaftler sind wissenshungrige Leute. Sie wollen wissen, ob es auch auf anderen Planeten Leben geben könnte. Das ist nur dann möglich, wenn es auf dem Planeten Wasser gibt. Wasser ist das notwendige Element zur Entstehung von Leben. Es wurde eine Sonde mit wissenschaftlichen Apparaten zum „Roten Planeten“, dem Mars gesandt. Sie sollte auf dem Planeten Wasser erspüren. Man hofft, aber man weiß es noch nicht, ob es dort Wasser gibt. Eine andere Sonde flog am Planeten Pluto vorbei und man glaubt, die Aufnahmen würden Berge mit Eis zeigen. Sicher ist man noch nicht.
Eines ist sicher: Ohne Wasser kann es kein materielles Leben geben. Das Wasser ist das Lebenselement. So besteht auch unser Leib, laut der Erkenntnis der Experten, zum größten Teil aus Wasser. Aber wir Menschen bestehen nicht nur aus Leib, sondern auch aus Geist. Der Geist ist es, der uns zum „Animal rationale“, zum „vernünftigen Lebewesen“ macht. Das Wasser ist für unseren Leib notwendig. Was aber benötigt unser Geist? Sein Wasser, ohne das es kein gesundes geistiges Leben geben kann, muss die Wahrheit sein. Die Quelle der Wahrheit entspringt aber nicht der materiellen Erde. Wahrheit ist ein geistiges Gut und kann nur vom Geist kommen. Die Quelle der Wahrheit ist der Geist Gottes.

Wir müssen uns Gott zuwenden und von Ihm das geistige Wasser erbitten. Das tat der Prophet Jesaia (45,8): „Tauet, ihr Himmel von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten!“ Dieser Ruf findet Erhörung. Bei Jesus Sirach heißt es (15, 1, 3): „Wer den Herrn fürchtet, erlangt die Weisheit. Sie nährt ihn mit dem Brot der Klugheit und tränkt ihn mit dem Wasser der Einsicht!“ Jesaia muntert uns auf: „Kommt und schöpft Wasser aus den Quellen des Heiles!“ Der Prophet Jeremia weist auf die beglückenden Folgen hin (17, 8): „Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt. Auch im trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte!“ Wenn wir uns aber dem Wasser des Heils versagen, was dann? Plastisch drückt es der Prophet Jeremia aus (2, 13): „Mich hat er verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten!“ Hat er nicht recht? Wir ersinnen ein philosophisches System nach dem anderen, eine Ideologie nach der andern und schieben sie, als veraltet, wieder beiseite. Sie gleichen Zisternen mit brackigem Wasser. Was ist die Folge? Der Prophet Ezechiel entwirft ein erschütterndes Bild (5, 14, 15): „Vor den Augen aller mache ich dich zum Trümmerhaufen, zur Warnung und zum Schreckbild!“ Das haben wir doch im 20. Jahrhundert so leidvoll erfahren.

Öffnen wir unser Herz der Botschaft Christi (Joh, 4, 11): „Wer von diesem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst bekommen; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser, ewiges Leben schenkt!“
Einen Weisen im alten China fragten seine Schüler: „Du stehst schon lange am Fluss und schaust ins Wasser. Was siehst du da?“ Der Weise antwortete: „Das Wasser lehrt uns, wie wir leben sollen: Wohin es fließt, bringt es Leben und teilt sich aus an alle, die seiner bedürfen: Es ist gütig und freigebig! Es gleicht die Unebenheiten des Geländes aus: Es ist gerecht! Es stürzt sich über steile Wände in die Tiefe. Es ist mutig! Seine Oberfläche ist ebenmäßig, aber es kann verborgene Tiefen bilden: Es ist weise! Felsen, die ihm im Lauf entgegenstehen, umfließt es: Es ist verträglich! Mit sanfter Kraft wirkt es Tag und Nacht, das Hindernis zu beseitigen: Es ist ausdauernd! Wie viele Windungen es auch nehmen muss, niemals verliert es die Richtung zu seinem Ziel aus den Augen. Es ist zielbewusst! Und sooft es auch verunreinigt wird, bemüht es sich unablässig, wieder rein zu werden. Es hat die Kraft, sich immer zu erneuern!“

Das sollten auch wir vom Wasser lernen: Gütig, gerecht, mutig, weise, verträglich, ausdauernd, zielbewusst und erneuerungsfähig zu sein. Das wird uns nur gelingen, wenn wir eifrig aus den „Quellen des Heils“ das „Wasser des Lebens“ trinken.

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