WORT ZUM SONNTAG: Vom Geist Gottes durchdrungen

Sonntag, 23. September 2012

Wenn ein Mensch von einer Idee durchdrungen wird, sucht er diese Idee im Leben umzusetzen und auch andere Menschen dafür zu gewinnen. Trägt diese Idee aber unmenschliche Züge, kommt es bei ihrer Umsetzung notwendiger Weise zu Grausamkeiten, Gewaltanwendung und Diktaturen. Solche Ideen bringen nur giftige Früchte hervor. Das haben wir alles in der kurzen braunen und in der darauffolgenden langen, roten Ära erlebt. Nur gute Ideen bringen mit ihrer Umsetzung im Leben heilende Früchte hervor.

Wer vom echten katholischen Geist durchdrungen wird und diesen im Leben verwirklicht, wird zu einem Wohltäter seiner Umgebung, das beweist uns abermals das bewegte Leben des seligen Francesco Faa di Bruno. Er war Offizier, Universitätsprofessor, Ordensgründer und letztlich Priester. Er wurde am 29. März 1825 zu Alessandria in Norditalien geboren. Sein Vater war der adelige Ludwig Faa di Bruno und seine Mutter die adelige Carolina Sappa dei Milanesi. Die Familie übersiedelte nach Turin, in die damalige Hauptstadt des Königreiches Piemont. Ein vereintes Italien gab es damals noch nicht. Francesco war das zwölfte Kind der Familie. Der katholische Geist in ihr prägte sein ganzes künftiges Leben. Natürlich wollte er Offizier werden, wie es sich für einen Adeligen geziemte. Gewissenhaft durchlief er die Ausbildungszeit und absolvierte die Militärakademie in Turin als junger Offizier.

Bald musste er ins Feld marschieren, da 1848 der Krieg gegen Österreich ausbrach. Die Piemontesen blieben glücklos, denn der bekannte österreichische Heerführer Radetzky brachte ihnen eine entscheidende Niederlage bei. Francesco überstand den Feldzug heil. König Victor Emmanuel II. wollte den überaus gebildeten Offizier zum Lehrer und Erzieher seiner beiden Söhne Umberto und Amadeo machen. Für diese ehrenvolle Aufgabe wollte sich der Offizier gut vorbereiten. Er ging nach Paris und erwarb dort den Doktor in Mathematik. Als er 1852 nach Turin zurückkam, um sein Amt anzutreten, gelang es kirchenfeindlichen Ratgebern des Königs, dies zu verhindern. Er war ihnen zu katholisch. Deshalb nahm er 1853 Abschied vom Militär. Nochmals begab er sich nach Paris, wo er bei den bedeutendsten Gelehrten Mathematik und Astronomie weiter studierte. Er zeichnete sich durch mehrere Publikationen aus.

Francesco Faa di Bruno kehrte 1857 nach Turin zurück und schlug eine Karriere als Universitätsprofessor ein. Der Gelehrte blieb aber kein Bücherwurm. Obwohl er sich mit leidenschaftlicher Hingabe seinen wissenschaftlichen Studien und Forschungen widmete, fand der tiefgläubige Katholik Zeit für die Nöte der kleinen Leute. Mit eigenen Geldmitteln schuf er für Hausangestellte und Dienstmädchen „Das fromme Werk der heiligen Zita“. Diesem Werk gliederte er die Abteilung für Lehramtskandidatinnen und ledige Mütter an. So suchte er die soziale und sittliche Not der armen Leute zu beheben. Noch heute, nach so langer Zeit, besteht dieses karitative Werk zum Wohle vieler sittlich gefährdeter Mädchen und Frauen.

Außerdem schuf er verschiedene Heime für Senioren, für arme, kranke, erholungsbedürftige und berufstätige Frauen. Im Jahre 1867 ging er in Turin an die Erbauung einer Kirche zum ehrenden Gedächtnis für Soldaten, die für die Einheit Italiens ihr Leben opfern mussten. Es ist die Kirche vom „Suffragio“. Noch im gleichen Jahr 1867 entschloss sich der angesehene Offizier, Universitätsprofessor und Laienapostel Priester zu werden. Der Erzbischof von Turin hatte dagegen Bedenken und stellte sich dagegen. Als aber Papst Pius IX. persönlich für den spätberufenen Priesterkandidaten intervenierte, wurde der 42-jährige Francesco Faa di Bruno in Rom zum Priester geweiht. Auch als Priester blieb er weiter als akademischer Lehrer bis zu seinem Tode tätig.

Im Jahre 1877 errichtete er zu den bisherigen von ihm geschaffenen Heimen noch ein Heim für gefallene und schwer erziehbare Mädchen. Dazu benötigte er Frauenhilfe. Mit Frau Agostino Gonella gründete er die „Kongregation der kleinsten Schwestern Unserer Lieben Frau von der Fürbitte“ für Erziehungsaufgaben. So wurde der Offizier, Professor und Priester auch Ordensgründer. Offenbar hatte er in den Augen Gottes seine Lebensaufgabe erfüllt. Deshalb rief er ihn am 27. März 1888 in die ewige Heimat. Papst Johannes Paul II. sprach diesen vorbildlichen katholischen Gelehrten und Priester am 25. September 1988 selig.

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