WORT ZUM SONNTAG: Weinstock und Rebe

Sonntag, 22. April 2018

Eines soll uns klar sein: Jedes System muss nach seinem Ertrag, nach seinen Früchten beurteilt werden, wie es Christus gesagt hat: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“ Das Ergebnis, das verschiedene Weltanschauungs- und Religionssysteme, politische Ideologien hervorgebracht haben, lässt sich mit einigen markanten Worten kennzeichnen. Das sokratische Griechenland sagte: „Sei mäßig – erkenne dich selbst!“ Das von Cäsar geprägte Rom bekannte: „Sei überlegen – regiere dich selbst!“ Der chinesische Konfuzianismus lehrt: „Sei loyal – unterdrücke dich selbst!“ Der hinterindische Buddhismus mahnt: „ Mach dir nichts vor – vernichte dich selbst!“ Der kastenbildende Hinduismus fordert: „Sondere dich ab – versenke dich selbst!“ Der arabische Islam befiehlt: „Sei unterwürfig – behaupte dich selbst!“ Der moderne Materialismus erklärt: „Sei fleißig – genieße dich selbst!“ Der Kommunismus dekretiert: „Was dein ist – ist mein!“ Die Wirtschaft erläutert: „Schaffe Güter – verwirkliche dich selbst!“ Das Christentum lehrt: „Sei Christus ähnlich – gib dich selbst!“ Welcher von diesen geistigen Strömungen der Religionen, Philosophien und Ideologien sollen wir folgen?

Für überzeugte Christen ist die Wahl klar: Wir binden uns an Christus. Dabei geht es nicht um abstrakte Lehren, sondern um seine Person. Er hat dazu das entscheidende Wort gesprochen: „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Rebzweige. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Früchte!“ Er ging Segen spendend durch das Land und opferte sein Leben für uns. Das hat kein Zweiter getan. Der Denker Pascal erklärt dazu: „Mohammed hat seine Herrschaft begründet, indem er mordete, Christus, indem er sich morden ließ!“

Was ist der Unterschied zwischen Christus und allen übrigen Weisheitslehren und Weltverbesserern? Im bekannten Hyde Park in London gibt es die „Ecke der Redner“. Dort darf jeder einen Vortrag zu jedem beliebigen Thema halten. Ein Marxist hielt einen engagierten Vortrag. Er zeigte auf einen ärmlich gekleideten Mann neben sich und rief: „Der Marxismus kann diesen Mann in neue Kleider stecken!“ Ein Christ unter seinen Zuhörern unterbrach ihn und rief laut: „Christus kann in diese alten Kleider einen neuen Menschen stecken!“ Das ist der Unterschied zwischen allen politischen und sozialen Programmen, die von Menschen ausgedacht wurden und noch werden. Sie wollen die Lebensbedingungen des Menschen verbessern und hoffen, dass dadurch auch der Mensch besser wird. Christus geht den umgekehrten Weg. Er will zuerst den Menschen besser machen; dadurch wird dieser fähig, seine Lebensbedingungen und auch die seiner Mitmenschen zu verbessern. Es ist ungleich schwerer, an sich selber zu arbeiten als an den Lebensbedingungen. Man muss Genusssucht in Opferbereitschaft, Selbstsucht in Selbstlosigkeit, Feindschaft in Liebe umwandeln. Die geistige Kraft dazu kann uns keine von Menschen erdachte Ideologie geben, sondern nur die innige Bindung an Christus. Von ihm geht die Gnadenkraft aus, die uns dazu befähigt, das Böse zu meiden und das Gute zu tun. Er, der Weinstock, gibt die belebende Kraft. Manche Menschen müssen schwere Schicksalsschläge durchstehen, um zu dieser innigen Bindung mit Christus zu gelangen.

Eines ist sicher: Nicht die verbesserten Lebensbedingungen machen uns zu besseren Menschen. Ganz im Gegenteil: Bessere Lebensbedingungen gebären in uns vielfältige Bedürfnisse: Mehr haben, mehr genießen wollen! Das geht nur auf Kosten des guten Menschen in uns. Der „gute Mensch“ wird nicht aus Habsucht und Genussgier geboren, sondern durch die innige Bindung an Christus. Unsere Zukunft wird verheißungsvoll werden, wenn wir Rebzweige am Weinstock Christi bleiben.

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