WORT ZUM SONNTAG: Wer ist Jesus für uns?

Sonntag, 22. Juni 2014

Im Matthäusevangelium (10, 32-33) spricht Christus ein für uns schicksalentscheidendes Wort: „Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen!“

Angesichts dieser Worte, die über unser ewiges Schicksal entscheiden, muss es uns klar sein, was wir von Christus halten. Wer ist Er für uns? An die Pharisäer richtete Christus die Frage: „Was haltet ihr vom Messias? Wessen Sohn ist er?“ Sie antworteten: „Er ist der Sohn Davids.“ Seine zweite Frage lautete: „Wenn er der Sohn Davids ist, wie kann David im Geiste ihn dann seinen Herrn nennen?“ Darauf wussten sie keine Antwort.

Christus richtete auch an seine Apostel die Frage: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Petrus war der erste Mensch, der laut bekannte: „Du bist der Messias, der Sohn Gottes!“ Dazu bekannten sich auch die übrigen Apostel. Diesem Bekenntnis blieben sie treu bis zu ihrem blutigen Märtyrertod.

Dass Christus eine alle Erdenbürger überragende Erscheinung war, ist und bleibt bis ans Ende der Welt, das zeigt uns schon unsere Zeitrechnung. Historisch teilen wir die Zeit in eine Zeit vor der Geburt Christi und eine Zeit nach der Geburt Christi ein. Christusfeindliche Machthaber wollten diese Zeitrechnung durch einen andere ersetzen. Das geschah in der französischen Revolution. Aber sehr bald kehrten die Franzosen zur alten Zeitrechnung zurück.

Manche Forscher wollten Christus mit anderen Geistesgrößen gleichsetzen, mit Laotse, Konfuzius, Buddha, Mohammed und anderen Lehrern. Aber der Unterschied ist riesengroß. Keiner dieser Lehrer starb eines gewaltsamen Todes wie Christus. Die Lehren dieser Menschen suchte man nicht mit Gewaltmitteln zu unterdrücken und ihre Anhänger wurden und werden weder an Leib noch am Leben angetastet. Beim Christentum ist es ganz anders. Christus hat vorausgesagt: „Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen!“ Das ist buchstäblich eingetroffen. Vom ersten Märtyrer Stefanus zieht sich eine blutige Spur durch alle Jahrhunderte hindurch bis in unsere Zeit. Im aufgeklärten 20. Jahrhundert wurden mehr Christuszeugen verfolgt, eingekerkert und ums Leben gebracht als während der 300 Jahre dauernden Römerherrschaft.

Angesichts dieser Tatsachen ist es unbedingt erforderlich, dass sich jeder von uns mit der Frage beschäftigt: „Wer ist Jesus für mich?“ Im Römerreich erklärte der Philosoph Justin der Märtyrer (gestorben 166) vor dem Richter: „Wir glauben an Jesus als den Herrn, wir glauben, dass er der Gesalbte, der Sohn Gottes ist, dass er von den Propheten vorausverkündet wurde als Lehrer seligmachender Wahrheiten für das ganze Menschengeschlecht. Ich selbst bin nur ein armer Mensch und was ich denke, ist lächerlich klein, gemessen an seiner unermesslichen Gottheit. Propheten haben seit uralten Zeiten im Voraus verkündet, was jetzt geschichtliche Tatsache ist: seine königliche Ankunft unter uns Menschen.“

Führen wir Zeugnisse einiger Menschen der modernen Zeit an. Der Raketenkonstrukteur Werner von Braun (1912-1977): „Der Mensch braucht den Glauben nicht weniger als er Brot, Wasser und Luft braucht. Hätten wir alle Wissenschaft der Welt, so brauchten wir doch den Glauben an Gott, da der Glaube an uns selbst an seine Grenzen angekommen ist.“ Der Schriftsteller Hans Urs von Balthasar: „Für mich ist Jesus der einzige Mensch in der Weltgeschichte, der einen Anspruch gewagt hat, wie ihn Gott im Alten Bund erhob. Die Propheten kündeten bei ihrer Botschaft: ‘Spruch des Herrn!’ Christus wagt es allein von allen Menschen zu sagen: ‘Ich aber sage euch!’ Keine Religion oder Weltanschauung hat über Gott, Mensch und Welt etwas Derartiges zu verkünden gewagt. Deshalb bleibt das Christentum analogielos. Es beruht nicht auf einer ‘Idee’, sondern auf dem Faktum Jesus Christus.“

Wer ist Jesus für uns? Schließen wir uns Luis Trenker (1892-1990) an: „Seit frühester Kindheit trage ich sein Bild im Herzen. Er lebt in mir gestern, heute, morgen, bis ans Ende aller Tage!“

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