WORT ZUM SONNTAG: Wertkriterien des Menschseins

Sonntag, 05. November 2017

Seit jeher haben ernste Denker sich den Kopf darüber zerbrochen, welchen Wert der Mensch habe und woran dieser Wert zu messen sei. Welches sind die wahren Wertkriterien? Die Industriemanager sehen im Menschen nur den Konsumenten. Dadurch entstanden die Kleiderindustrie, die Kosmetikwerke und die Schönheitschirurgie. Wir werden von Reklame überschüttet, die uns überzeugen wollen, dass wir zu unserem Menschsein ihre Erzeugnisse notwendig haben.
Die Politiker in Machtpositionen sehen in uns den Steuer zahlenden Bürger, der den Machtapparat zu erhalten hat und dem man mit Gesetzen zeigen muss, wo es lang geht. Wer an der Staatsmacht teilhaben will, wird Politiker und Mitglied einer Partei. Wenn seine Partei gewinnt, kann er eine Machtposition einnehmen. Manche Machthungrige erstreben die absolute Macht. Gelingt es ihnen, werden sie zu Diktatoren. Das haben wir alles schon erlebt.

Gewissenlose Unternehmer sehen im Menschen eine Gewinn bringende Handelsware. So entstand weltweit die Sklaverei. Menschen wurden geraubt und auf dem Sklavenmarkt als Kaufware angeboten. Für junge, kräftige, leistungsfähige Sklaven war der Preis entsprechend hoch. Ein großer Schandfleck in der Menschheitsgeschichte.

Ist auch heute das Wertkriterium des Menschseins der Handelswert? Schauen wir uns die beliebteste Sportart, den Fußball, an. Der Wert der Fußballer wird in Euro angegeben. Der eine Fußballer wird mit 5 Millionen, der anderen mit 10 oder 20 Millionen Euro taxiert. Starfußballer haben einen weit höheren Geldwert. Bei Länderspielen großer Mannschaften vergessen die Reporter nicht zu sagen, dass hier hunderte Millionen Euro gegeneinander spielen. Die Spieler werden auf den Geldwert herabgesetzt.

Welches Kriterium ist nun das richtige? Physikalisch gesehen, hat der Mensch einen sehr geringen Geldwert. Wissenschaftler haben folgendes herausgefunden: Wenn dem menschlichen Körper alle leeren Räume, die sich zwischen den Atomkernen befinden, genommen würden, und wenn all die kleinsten Stoffteilchen, die Protonen und Elektronen, die den Körper zusammensetzen, zu einer Masse vereinigt würden, dann könnte man den gesamten Stoff, der den Körper aufbaut, gerade noch mit einem Vergrößerungsglas sehen. Also ist der Marktwert unserer Grundsubstanzen vielleicht 1-2 Euro wert. Es ist genauso wie mit dem berühmten Bild der Mona Lisa. Der Materialwert dieses Gemäldes, bestehend aus einem Stückchen Leinwand und etwas Farbe, ist noch geringer. Der eigentliche Wert dieses Bildes besteht vielmehr in der Genialität, die der Künstler in dieses Meisterwerk hineingesteckt hat.

Der Wert jedes einzelnen Menschen besteht darin, dass ihn Gott, der größte aller Künstler, als sein Ebenbild geschaffen und ihn mit Vernunft und freiem Willen ausgestattet hat. Im Psalm 8 heißt es: „Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt. Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände!“ Das ist das einzig richtige Wertkriterium des Menschseins! Daraus erwächst uns die wichtigste aller Aufgaben: Wir sollen dieses Ebenbild Gottes in uns festigen und bewahren. Wir tun dies mit einem tugendhaften Leben. Der Apostel Paulus stellt uns im Titusbrief ein entsprechendes Lebensprogramm vor: „Die Gnade Gottes ist erschienen als Heil für alle Menschen. Sie leitet uns an, uns von der Gottlosigkeit und den weltlichen Lüsten loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Zeit zu leben als Menschen, die auf die Erfüllung unserer Hoffnung harren. Auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres Gottes und Retters Christus Jesus!“

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