WORT ZUM SONNTAG: Wie nötig Glaubensboten sind

Sonntag, 22. Juli 2012

Als zum Beginn der Neuzeit der Schifffahrtsweg nach Indien und die „Neue Welt“ durch Kolumbus entdeckt wurden, da strömten Abenteurer, Kaufleute, Unternehmer und nicht zuletzt militärische Einheiten in diese Gebiete. Sie hatten ein verlockendes Ziel: Schnell reich zu werden! Da sie mit Feuerwaffen ausgerüstet waren, konnten die Einheimischen mit ihren primitiven Waffen den Eindringlingen nicht widerstehen. Sie wurden besiegt, aus ihrem Besitztum vertrieben und zum Teil zu Arbeitssklaven gemacht. Große Reichtümer an Silber, Gold, Edelsteinen und anderen materiellen Werten flossen nach Europa und weckten bei vielen in der „alten Welt“ die Gier nach schnellem Reichtum. Die Kolonisten, die nun die „Neue Welt“ bevölkerten, waren alle Christen. Aber die Gier nach Reichtum machte sie ihren christlichen Glauben vergessen.

Auch Christen, mit der Bibel in der Hand, zogen in den nordamerikanischen Kontinent. Leider richteten sie sich nicht nach den Lehren des Neuen Testaments. Sie hielten sich lieber an das Alte Testament und nahmen sich die Israeliten zum Vorbild mit ihrem Einzug in das „Gelobte Land“. Diese christlichen Eindringlinge glaubten, Gott habe ihnen das neue Land geschenkt, wie einst den Israeliten das Land Kanaan. Und wie die Israeliten die Ureinwohner gewaltsam ausrotteten, so handelten auch viele christliche Kolonisten in der Neuen Welt. Die blutbefleckte Lösung lautete: „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer!“

Christus sandte, laut dem Markusevangelium, die Apostel zur Probe als Glaubensboten in die umliegenden Dörfer. Er gebot ihnen, nur das Notwendigste mitzunehmen und keine Ansprüche bei ihrer Mission zu stellen. Die Menschen sollten erkennen, dass die Frohbotschaft Christi ihnen als Geschenk übermittelt werde, ohne eine Gegengabe zu fordern.

Als die „Neue Welt“ entdeckt wurde, zogen auch viele Missionare zu den fremden Völkern. Sie fühlten sich dem Auftrag Christi verpflichtet: „Gehet hin und lehret alle Völker! Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe!“ Sie zogen also nicht in die „Neue Welt“, um die dortigen Völkerschaften zu berauben, sondern sie der Erlösungsbotschaft Christi teilhaftig zu machen.

In den zahlreichen Konflikten zwischen den habgierigen Ansiedlern und den entrechteten Ureinwohnern, stellten sie sich auf die Seite der Entrechteten. Sie gaben ihren Schutzbefohlenen aber keine Waffen in die Hand, wie es heute die Revolutionäre des „Leuchtenden Pfads“ in Südamerika tun. Den Weißen redeten sie ins Gewissen, dass diese Ureinwohner genauso wie sie Kinder Gottes und zum ewigen Leben bei Gott berufen sind. Die Ureinwohner befreiten sie von der Angst vor überirdischen bösen Mächten und pflanzten die Liebe Gottes in ihre Herzen ein. Wir haben leuchtende Beispiele von solchen Missionaren: In Indien und Japan den hl. Franz Xaver, in Südamerika den hl. Petrus Claver und den berühmten Streiter für die Menschenrechte der Indianer zur Zeit Karls V., den Dominikaner Bartholomäus Las Casas.

Wie erfolgreich Missionare als Glaubensboten und Kulturträger waren, soll uns ein Beispiel zeigen. Der berühmte englische Gelehrte und Forscher Charles Darwin, von dem das Buch „Die Entstehung der Arten“ stammt, gelangte auf einer seiner Forschungsreisen nach Feuerland an der Südspitze Südamerikas. Dort lernte er die katholischen Missionare kennen, die sich dieser Völkerschaft angenommen hatten. Mit Ausdrücken höchster Bewunderung sprach er darüber, was die Missionare aus diesen Menschen gemacht haben. Es blieb nicht bloß bei seinem Wort. Von da an gab er jährlich einen beachtlichen Betrag für Missionszwecke.

Eines ist unumstößlich sicher: Wollen wir auf unserem Globus friedlich zusammenleben, so sind die Prinzipien der Menschenrechte lebensnotwendig. Der christliche Glaube verkündet diese Werte in der Gottes- und Nächstenliebe. Das Fazit: Je christlicher die Welt wird, desto friedlicher wird sie werden. Wollen wir eine gute Zukunft haben, dürfen wir sie nicht nur dem Wirken der Missionare überlassen. Wir Christen alle müssen mit unserem Leben Glaubensboten der christlichen Werte werden!

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