WORT ZUM SONNTAG: Wie soll ich dich empfangen?

Sonntag, 20. November 2016

„Geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm...”(Mt 5,24) sagt uns Jesus, der uns kennt, der weiß, was in uns steckt und der auf diese unsere Welt gekommen ist, sie mit dem Vater zu versöhnen.
Er weiß, wie schnell wir sündigen, wir uns versündigen können in Gedanken, Worten und Werken. Wie leicht kann man etwas falsch machen, auch mit den besten Absichten, denn die guten Vorsätze allein reichen beileibe nicht aus für einen frommen gottgefälligen Lebenswandel.
„Da war doch noch was...”, sagten und sagen die Kirchenältesten, wenn wir uns zur Versöhnung treffen.

In Gedanken, Worten und Werken tun wir auch Abbitte. Oft sind die nicht da, deren Vergebung wir erlangen möchten. So bitten wir sie in Gedanken um Vergebung. Oft haben die, gegen die wir uns versündigt haben, keine Ahnung von ihrem „Glück”, weil wir sie ja „nur” in Gedanken gekränkt und beleidigt haben. Dann heißt es: „Ich habe dir nichts zu vergeben”, und wir fühlen uns doppelt schuldig. Oder wir haben keine Ahnung, dass wir dem Nächsten wehgetan haben, weil wir es ja nicht böse gemeint haben, wenn wir leichtfertig etwas gesagt haben. Nur wer nichts macht, kann keine Fehler machen, sagen manche und wollen gar nicht wissen, was Gott und die Welt von einem erwarten.
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft (5. Mo 6,5) und deinen Nächsten wie dich selbst.(3. Mo 19,18) lehrt uns schon das Alte Testament. Liebe und dann tue, was du willst, sagt Augustinus.

Wie oft verletzen wir dieses Gebot! Wie sehr sind wir auf Vergebung, auf Nachsicht angewiesen, um nicht das Nachsehen zu haben. Denn es gibt auch ein „ zu spät”.
Gelegenheiten gibt es sicher viele, um Vergebung zu verlangen, aber was müssen wir tun, wie müssen wir sein, um sie zu erlangen? Von Herzen bereuen, nicht nur einen Programmpunkt abhaken. Wissen und erkennen, dass nicht wir uns selber reinwaschen können von unserer Schuld, auch wenn wir sie bekannt und bereut haben.
Von Herzen vergeben, denn wir haben wenig, sehr wenig zu vergeben, gemessen an dem, was uns vergeben werden soll. Nicht die anderen, sondern uns selber sollen wir anklagen, wohl wissend, dass wir die Vergebung brauchen wie das tägliche Brot.
Gott helfe uns, dies Kirchenjahr so abzuschließen, wie es ihm gefällt und versöhnt in ein neues zu gehen, ihn so zu erwarten, wie er es von uns erwartet.

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