WORT ZUM SONNTAG: Womit ins neue Jahr?

Sonntag, 20. Januar 2013

Wir sind ins neue Jahr eingetreten und wünschen einander, es solle besser als das alte Jahr werden. Woher aber soll das bessere neue Jahr kommen? Es kann uns nur das geben, was wir in es hineinlegen werden. Es ist so ähnlich wie mit dem Ackerfeld. Wird guter Samen gesät, ist auch eine reiche Ernte zu erwarten. Ist es aber ein minderwertiger Samen, so wird die Ernte spärlich ausfallen. Der Samen, den wir ins neue Jahr säen, sind unsere Vorsätze. Von ihnen hängt es hauptsächlich ab, ob das neue Jahr für uns ein besseres Jahr als das alte wird. Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht, warum wir leben. Wir leben, weil wir geboren wurden. Entscheidend ist, „wofür“ wir leben, was wir uns als Ziel setzen.

Weltlich orientierte Menschen richten ihre Vorsätze auf rein weltliche Ziele und nehmen sich erfolgreiche Leute als Vorbilder. Der strebsame Unternehmer möchte erfolgreich wie Rockefeller werden. Der wissenschaftliche Forscher will den Nobelpreis erringen. Der Sänger möchte berühmt werden. Der Filmschauspieler träumt von einem Oscar. Junge Sportler möchten wie Beckenbauer oder Vettel werden. Und so gibt es noch viele andere weltliche Vorbilder, die entsprechende Vorsätze und den dazu nötigen Ehrgeiz erwecken. Leider fehlt es bei den meisten Nachahmern an Tatkraft und Beständigkeit. Ein lebenserfahrener Mann tat den Ausspruch: „Gute Vorsätze sind wie Schecks, ausgestellt auf eine Bank, bei der man kein Konto hat!“ So werden viele Vorsätze inflationär und verlieren ihren Wertgehalt.

Religiös orientierte Menschen wählen sich Vorbilder aus der Hl. Schrift und eifern ihnen mit guten Vorsätzen nach. Mancher will wie der Apostel Paulus vergessen, was hinter ihm liegt, und das erstreben, was vor ihm liegt. Ein anderer will wie Abraham seinen Lebensweg im vollen Vertrauen auf Gott gehen. Andere wollen wie König David im Psalm in schwierigen Lebenslagen ihre Augen zu den Bergen erheben, von wo sie Hilfe erwarten. Gebetsliebende Menschen wollen immer mit Gott reden können wie der Prophet Daniel im Feuerofen und in der Löwengrube. Sie hoffen, dass Gott ihnen in allen Leiden zur Seite stehen wird. Die Nächstenliebe Übenden erbeten die Seelenkraft, den Beleidigern und Feinden verzeihen zu können wie der Erzmärtyrer Stefanus.

Leider erweisen wir uns oft ganz anders, als wir es uns im Vorsatz vorgenommen haben. Wir werden leicht mutlos wie der hungernde und dürstende Prophet Elias in der Wüste, der Gott bat, er möge ihn sterben lassen. Wir gleichen in unseren Vorsätzen oft dem Propheten Jonas, der seiner Aufgabe entfliehen wollte und im Bauch eines Walfisches gelandet ist. Aber all die Fehlschläge dürfen uns nicht entmutigen. Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Solange wir den nicht wagen, kommen wir nicht vom Fleck. Beginnen wir also das Wagnis und sagen wir vertrauensvoll mit dem Apostel Paulus: „Ich vermag alles in dem, der mich stärkt!“ Dem willigen Menschen kommt Gott mit seiner Gnadenkraft zu Hilfe.

Richten wir uns nach folgendem Programm: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Taten. Achte auf deine Taten, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal!“ Wir haben unser Schicksal in der Hand. Es beginnt mit guten Vorsätzen und wird entschieden durch gehaltene Vorsätze. Gott gebe uns seine Gnadenkraft dazu.

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