WORT ZUR JAHRESWENDE: Der Herr geht uns voran

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Hebr. 13,14

Montag, 31. Dezember 2012

Liebe Leserinnen und Leser!

Am Ende des Jahres spüren wir Dankbarkeit für Bewahrung, Glück und Zufriedenheit, die uns 2012 geschenkt wurden, oder auch die Erleichterung, dass ein Jahr mit vielen Sorgen, Problemen, Krankheit und Trennung zu Ende geht.
Gesundheit, Glück und Frieden wünschen wir uns zu Beginn des neuen Jahres. Was war, liegt zurück, ist Geschichte und gehört unserer Erinnerung an. Was sein wird, fordert unsere Vorstellungskraft, unsere Erwartung, Sehnsucht, ja unseren Glauben heraus. 

Das Losungswort für das Jahr 2013 will uns herausfordern, uns auf die Suche zu machen nach der bleibenden Stadt, d. h. nach dem was bleibt, über Werden und Vergehen.

Einst machten sich die Hirten auf den Weg, das Jesuskind in dem Stall in der Krippe zu suchen. Danach folgten die Weisen dem Stern und fanden in Bethlehem den verheißenen König. Später, als Jesus übers Land ging, predigte und heilte, folgten ihm die Jünger und viele Menschen suchten sein Wort, seine Hilfe. Die einen suchten Gesundung und wurden heil an Leib und Seele, andere wollten ein gutes Wort hören und bekamen mit, was Sinn und Ziel des Lebens ist.
Von der Geburt über seine Wanderung durchs Land und bis zum Kreuz auf Golgatha wird ersichtlich, dass Jesus Christus auf dem Weg war, Gottes Sohn zu sein und Gottes Willen zu tun. Wir Christen, als seine Nachfolger, sind gerufen, uns wie er auf die Suche zu machen nach Gott, nach dem, was bleibt, was Zukunftswert hat.

„Wir haben hier keine bleibende Stadt“ – das klingt besorgniserregend. Einerseits suchen wir Schutz und Geborgenheit, aber wir erkennen auch, dass wir in einer schnelllebigen und kontinuierlich sich verändernden Welt leben, wo eine Krise und Unsicherheit die andere anstößt, Grenzen kein Hindernis, Studien- oder Arbeitsmigration an der Tagesordnung sind, der Begriff „Heimat“ oft nicht mehr an einen Ort gebunden und immer schwerer  festzumachen ist.
Wir sind auf dem Weg, aber nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich. In einem Neujahrslied schreibt Paul Gerhardt, der größte evangelische deutsche Liederdichter: „Wir gehen dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen.“  

Alles ist in Bewegung, im Wandel. Auch wir sind nicht mehr die, welche wir vor einem Jahr waren. Wir sind etwas gläubiger oder gleichgültiger, etwas demütiger oder eingebildeter, etwas klüger oder selbstgefälliger, etwas mobiler oder bequemer, etwas zukunftsorientierter oder rückwärtsgewandter, etwas liebenswürdiger oder rechthaberischer, etwas hoffnungsvoller oder depressiver geworden. Und wir werden uns weiter verändern. Werden wir uns dabei aber von Gott entfernen oder Christus immer ähnlicher werden?   

„...die zukünftige suchen wir“ – das klingt spannend. Es will uns ausrichten auf das Einzige, was Zukunftswert hat, das allein Beständige, Bleibende, Verlässliche, auf Gott, seine Liebe zu uns, sein Wille, bei uns zu sein.

Die Jahreslosung lädt uns ein, nicht bei uns selbst zu bleiben, sondern aus uns herauszugehen. D. h. den Weg zu Gott, zur Kirche, zur Gemeinde, zum Gottesdienst, zum Hilfsbedürftigen, zum Nächsten zu gehen. Das Beste was wir im neuen Jahr tun können ist, uns auf die Suche zu machen nach dem, was uns bereichert, uns hilft, uns fehlt, uns Kraft, uns Mut, uns Sinn und Ziel gibt. Dafür lohnt es sich, von ganzem Herzen zu lieben, von ganzer Seele zu glauben und mit all unserer Kraft zu hoffen. Dann werden wir als Einzelne, als Familie, als Nachbarschaft, als Gemeinde, als Kirche, als Christenheit auf dem Weg bleiben in die Zukunft, zu Gott. Seien wir gewiss, der Herr geht uns voran, begleitet uns auf diesem Weg und nimmt uns mit in seine Zukunft, in sein Reich und seine Ewigkeit.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen getrosten Übergang und einen gesegneten Weg im Jahr 2013.

Kommentare zu diesem Artikel

Werner, 02.01 2013, 22:51
Zitat:
"Das Losungswort für das Jahr 2013 will uns herausfordern, uns auf die Suche zu machen nach der bleibenden Stadt, d. h. nach dem was bleibt, über Werden und Vergehen. "

Eben nicht, genau das Gegenteil ist richtig, es gilt, die bleibende Stadt zu verlassen zugunsten der Zukünftigen!

Ein Christ soll sich als eine Art Wanderer verstehen, nicht eingewurzelt in die Verhältnisse des Hiesigen und Wirklichen, sondern von einem Streben beseelt, das ihn - man kann es schwer beschreiben - frei macht und auf ein anderes Licht hinzu steuern läßt.

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