Wurde der Forstfrevel tatsächlich eingedämmt?

Forstbehörde Romsilva meldet 2016 weniger Holzdiebstahl

Dienstag, 13. Dezember 2016

Die Forstdirektion Reschitza der staatlichen Forstbehörde Romsilva gibt durch den Direktor des Forstschutzdienstes, Romel Buzescu, bekannt, dass in den ersten zehn Monaten 2016 um 51 Prozent weniger Bäume illegal gefällt wurden als in der Vergleichsperiode des Vorjahrs. Das bezieht sich zwar zu mehr als einem Drittel auf Holz, das von Privatleuten ohne Genehmigung auf den in ihrem Besitz befindlichen bewaldeten Arealen geschlagen wurde, und keineswegs auf das, was von den Umweltschützern der staatlichen Forstverwaltung Romsilva selber vorgeworfen wird: Kahlschlag selbst in den geschützten Arealen – aber es ist immerhin ein Erfolg beim Schutz des Waldes.

Das Banater Bergland – nahezu identisch mit dem Verwaltungskreis Karasch-Severin – ist zu 49 Prozent bewaldet (laut offiziellen Angaben: 420.000 Hektar Wald). Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt Rumäniens liegt bei 26 Prozent Bewaldung, der EU-weite Durchschnitt bei 32 Prozent. 83 Prozent der 420.000 Hektar Wald sind Staatswälder, die zum Großteil von der Forstdirektion Karasch-Severin (Teil des Nationalen Regiebetriebs RN Romsilva) und zu einem geringeren Teil von der Nachfolgeorganisation der Forstforschungsstation Karansebesch, die sich heute „Basis für Forstexperimente” Karansebesch nennt, verwaltet werden. Für diese Areale, aber auch für die 17 Prozent Privatwälder, ist die Forstgarde Karasch-Severin zuständig.

„Wenn im vergangenen Jahr 4179 Kubikmeter Holz illegal geschlagen wurden, so sind es in diesem Jahr bisher 2149 Kubikmeter”, vermeldet Romel Buzescu über die Medien und verfälscht erstmal ein bisschen das Vergleichskriterium, indem er das 2015 im gesamten Jahr illegal geschlagene Holz dem gegenüberstellt, was 2016 in zehn Monaten geschlagen wurde. Bestimmt auch genau wissend, dass die ländliche Bevölkerung des Banater Berglands in der Regel erst im November beginnt, Brennholz für den Winter zu schlagen, andrerseits auch, dass das offiziell erwerbbare Brennholz in diesem Spätherbst um gut ein Drittel teurer ist als vor einem Jahr. Ein zusätzlicher Anreiz, sich das Brennholz für den Winter in den nächstfolgenden Wochen illegal zu „beschaffen”. Andrerseits ist diese Verteuerung mit ein Grund, weshalb in den kommenden Herbst- und Wintermonaten mehr Brennholz, auch illegal, geschlagen wird... „Die Verringerung des illegalen Holzeinschlags geht auf die intensivierte Aktivität der Forstschutzgarde zurück”, dozierte Buzescu, „und andrerseits auf die Verschärfung der Gesetzgebung. Von dem illegal im Bereich der Forstdirektion Reschitza gefällten Holz sind für 1229 Kubikmeter keine Gesetzesbrüche und -übertretungen von Privatpersonen festgestellt worden, sondern die gehen vor allem auf Nachlässigkeiten zurück, die das Forstpersonal sich zuschulden kommen ließ. Es handelt sich um verstreut liegende kleine Flächen. Man kann von keinen flächendeckenden Abholzungen sprechen.”

Die Umweltschützer behaupten gerade das Gegenteil. Es werde unmarkiertes Holz und ohne jede Genehmigung gefällt, sagen diese, und nicht selten müssten auch Bestände in geschützten Arealen, selbst in Nationalparks, daran glauben. Der jüngste Fall grundsätzlich illegalen Holzfällens in einem Nationalpark ist der Fall des Naturreservats um die Comarnic-Höhle, wo es eine (Umweltschützer sagen: illegal ausgearbeitete) Forsteinrichtung gibt und wo gerade die staatliche Forstbehörde, die das Areal schützen müsste, die Motorsägen laufen lässt und zudem mit den schweren Forsttransportern auch noch die Kommunalstraße zerstört hat, die Iabalcea und die Comarnic-Höhle mit der Nationalstraße DN 58 Reschitza-Anina verbindet.

Buzescu im Weiteren: „36 Prozent der illegal gefällten Hölzer standen in Privatwäldern. Die privaten Waldbesitzer sind in der Regel arm, haben sich keine Verträge zur forstwirtschaftlichen Bewachung, Pflege und Nutzung leisten können (mit irgendeiner dazu autorisierten Struktur) und haben natürlich auch keine Forsteinrichtung bezahlt, die einzige, die ihnen das Fällen des nötigen Brennholzes hätte autorisieren können. So kommt es, dass neben den Strafgeldern, die das Forstpersonal entrichten musste, viel von den 222 Geldstrafen, die wir austeilen mussten, an die privaten Waldbesitzer ging, die sich kaum mit Papieren eingedeckt haben. Die Gesamtsumme der Strafgelder beträgt 785.000 Lei.”

Kommentare zu diesem Artikel

Erdelyi Sász, 14.12 2016, 17:00
man muss zwischen Forstdiebstahl und anderen Delikten unterscheiden. Wenn das mein Wald ist, ich im Grundbuch stehe und mich entscheide ein paar Bäume zu fällen, dann geht das eigentlich den Staat gar nichts an. Doch heute muss man so viele Formulare abgeben, dass selbst die normale Nutzung des Kirchenwaldes so mancher sächsischer Gemeinde unter illegalen Einschlag gelistet wird. Wenn die Gemeinde (also der Besitzer, vertreten durch den Pfarrer, das Presbyterium und den Kurator) einverstanden ist, zwei, drei oder fünf Hektar zu roden, dann ist das eigentlich vollkommen in Ordnung. Problematisch ist es nur, wo die Besitzverhältnisse unklar sind und so manche Günstlinge unberechtigt an Waldbesitz gekommen sind. Diese Leute wollen natürlich schnell Geld aus ihrem Besitz machen, bevor noch ein Revisionsverfahren beginnt und sie die illegale Erwerbung vielleiht wieder abgeben müssen. Hinter diesen soll sich die Justiz klemmen, nicht hinter den normalen Waldbesitzern.

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