Wurstwarenfabrik hat Insolvenz angemeldet und ist zahlungsunfähig

Freitag, 06. Juli 2018

Reschitza – Zu Beginn dieser Woche hat der Stromlieferant ENEL dem größten Fleischverarbeiter des Banater Berglands und Westrumäniens, „C+C“ Reschitza, die Stromzufuhr gekappt. Der Wurstwarenfabrikant hat Energielieferungen in Höhe von über einer Million Lei nicht beglichen. Die Firma – Werbeslogan: „Campionul Calităţii“ –, die landesweit sechs große Zwischenlager hat (in Bukarest, Kronstadt/Bra{ov, Temeswar, Klausenburg/Cluj, Craiova und Pite{ti), hat in Reschitza und Bokschan die wohl rumänienweit modernsten Schlachthäuser und Fleischverarbeitungkapazitäten gebaut und eingerichtet. Täglich wurden 25-30 Tonnen Wurst- und Fleischwaren ausgeliefert, und rund 500 Arbeitnehmer beschäftigt. Sie ist der größte westrumänische Importeur von Schweine- und Rinderhälften aus der EU (Ungarn, Österreich, Deutschland, Polen und Holland).
Soweit uns bekannt ist – zur Firmenpolitik gehörte seit ihrer Gründung 1991 ein striktes Abschirmen der Leitungsebene von den Medien und kaum Kommunikation mit der Öffentlichkeit –, begannen die Probleme der Firma mit einem Eingreifen der Wirtschaftspolizei 2015, als der Firmenbesitzer und mehrere Personen der Direktorenebene für mehrere Wochen in Untersuchungshaft landeten. Der (aufgrund von Firmendurchsuchungen und Verhören von mehr als 90 Arbeitnehmern nachgewiesene) Vorwurf: Steuerhinterziehung in Höhe von 3,6 Millionen Lei. Weiteres und juristische Folgen/Nachspiele wurde der Öffentlichkeit trotz Nachfragen nicht mitgeteilt, doch begann die Firma anschließend, allmählich abzubauen und blieb nur noch bei ihren 16 Verkaufsläden in Reschitza und bei den sechs Zwischenlagern landesweit. Zwischendurch fanden weitere neun Firmendurchsuchungen statt. Laut Mundfunk geht es hauptsächlich darum, dass den Arbeitnehmern, gemäß Firmendokumenten, der Mindestlohn bezahlt wurde und Differenzen unter der Hand, schwarz, ausgehändigt worden sind, womit die Überweisung der realen Lohnsteuer und der sonstigen Lohnabgaben an den Staat und die Versicherungen vermieden wurde.


Doch vermag zum gegenwärtigen Augenblick niemand zu sagen, ob es für die gerichtlich angemeldete Insolvenz der Großmetzgerei auch andere Gründe gibt. Zum provisorischen Insolvenzverwalter bestimmte das Gericht die Temeswarer Firma CITR Filiala Timi{ SPRL. Das Insolvenzverfahren wurde allen implizierten Gläubigerfirmen und dem Büro des Handelsregisters beim Kreisgericht in Reschitza mitgeteilt.

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