„Wusch“ hat keine Priorität

Hermannstädter Kreisrat ohne Ambitionen zur Verwaltung der früheren Schmalspurbahn

Freitag, 18. Oktober 2013

Hermannstadt - Die Initiatoren der jüngsten Kampagne zur Wiederbelebung der Schmalspurbahn durch das Harbachtal/Valea Hârtibaciului haben einen Dämpfer erhalten. Der Vorsitzende des Kreisrates Hermannstadt/Sibiu, Ioan Cindrea, erklärte am Dienstag auf einer Pressekonferenz, dass die „Wusch“ keine Priorität für den Kreis habe.

Hoffnungen, der Kreisrat könne die Verwaltung der Bahnlinie übernehmen, wies Cindrea zurück. Der Kreisrat habe seine Prioritäten für die Legislaturperiode im vergangenen Jahr formuliert – darin ist die „Wusch“ nicht enthalten. Falls die existierenden Organisationen ein Projekt zur Restaurierung und zur Erlangung von Finanzierungen ausarbeite, werde man die Vorschläge analysieren und im Kreisrat zur Diskussion stellen. Aus seiner Sicht könne der Kreisrat als Partner eines solchen Projektzusammenschlusses fungieren, blieb Cindrea vage. Im Augenblick, so der Vorsitzende, könne der Kreisrat allein nicht die Investition in die Bahnlinie übernehmen.

In den vergangenen Wochen hatten die Befürworter der Wiederbelebung, darunter die Vereine „Konsortium für Interregionale Entwicklung Hermannstadt-Agnetheln“, einem Zusammenschluss der Gemeinden Agnetheln/Agnita, Alzen/Al]âna, Kirchberg/Chirpăr und Leschkirch/Nocrich, die „Prietenii Mocăniţei/Freunde der Wusch“ oder auch die Kreiskulturdirektion, vertreten durch ihren engagierten Leiter Răzvan Pop, mehrere Initiative gestartet, um das Thema wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Anfang September gab es ein Rundtischgespräch mit allen Beteiligten – ohne Beteiligung des Kreisrates – in Cornăţel, Ende September wurde eine Unterschriftenkampagne gestartet und in der vergangenen Woche lud man zu einer Diskussion in Bukarest.

An dem Treffen am 10. Oktober in der Ceainărie Cărtureşti nahmen unter anderem Vertreter der im Kreis Hermannstadt aktiven Vereine und Institutionen Mioritics, Verein für Urbane Transition/Asociaţia pentru Tranziţia Urbană, die Hermannstädter Kreiskulturdirektion, Verein Inovativa für ländliche Entwicklung (AIDER) oder die Lokale Aktionsgruppe Harbachtal teil. Außerdem waren das Rathaus Agnetheln/Agnita, die Architekturuniversität „Ion Mincu“, der WWF Rumänien, ICOMOS Rumänien, der Verein für Ökotourismus in Rumänien, der Eisenbahnklub/Club Feroviar und die Societatea de Administrare Active Feroviare/SAAF vertreten.

Kommentare zu diesem Artikel

hosmok, 18.10 2013, 19:47
Anders rauscht der Harbach, anders rinnt der Zibin von weit.
Früh faßt den staunenden Schaffner Schauder vor Arbeitslosigkeit.
Wohlverstaut in Hallen modert der Wusch Wagon für Post,
zögernd nur leutet das Glöckchen, zögernd bröckelt der Rost.
Siehst du das Emblem an der Lock? Längst verwelkte die Hand.
Reisende kamen und gingen, selbst ihr Name entschwand.
Viele Wagons zog die Wusch herauf. Doch mit einem Mal
kam sie zum stehen im September. Langsam rostet der Stahl.

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