Zeidner Arbeitscamp – ein Erfolg der besonderen Art

Samstag, 28. Oktober 2017

Gemeinsam wurde beste Arbeit geleistet. Foto: Udo Buhn

Obwohl Udo Buhn, dem engagierten Initiator des ersten Zeidner Arbeitscamps, bei seinem ersten Aufruf im Jahr 2014 die Unterstützung und der Zuspruch für diesen freiwilligen Arbeitsdienst in den Kornkammern der Zeidner Kirchenburg versagt wurde, blieb er hartnäckig und wiederholte seinen Aufruf anlässlich der 5. Zeidner Begegnung in Zeiden. Und siehe da, die Hartnäckigkeit und positive Besessenheit des Altnachbarvaters Gutes, Nützliches und sicher längst Fälliges in Zeiden tun zu wollen, hatte sich ausgezahlt.

Die gedankliche Vorarbeit zu diesem plötzlich vorhandenen Interesse – und das war die Initialzündung zu dieser Idee - wurde bei der Zeidner Kulturtagung im Frühjahr dieses Jahres in Bad Kissingen gelegt. Dort saßen Zeidens Bürgermeister Cătălin Muntean, Pfarrer Andreas Hartig, die Presbyter Mihai Catargiu und Karmina Vlădilă, Organist Klaus-Dieter Untch (als Mitvertreter der Zeidner Kirchengemeinde) und die Vorsitzende des Deutschen Forums in Zeiden, Sandra Nicolescu, mit Vertretern des Vorstandes der Zeidner Nachbarschaft zusammen an einem Tisch. Und so fiel es Altnachbarvater Udo Buhn nicht schwer, sie alle von seiner Idee zu begeistern. Damit stand die Einladung zum gemeinsamen Arbeitscamp. Ein Aufruf im Zeidner Gruß sollte zusätzlich für Interesse sorgen und vor allem die Besucher aus Deutschland für diese „muncă voluntară“ (freiwilliger Arbeitsdienst) zunehmend sensibilisieren.

Mit dem jungen Presbyter Mihai Catargiu, der die organisatorische Unterstützung vor Ort zusagte, fand der Initiator einen Verbindungsmann in Zeiden, den er in die „generalstabsmäßige“ Vorbereitung dieses Vorhabens miteinband. Mit dem sorgsam erarbeiteten „Konzept 2017 - Sommer-Arbeitscamp zur Säuberung der Kornkammern“, das den Ablauf, den Einsatz der Helferinnen und Helfer und der notwendigen Geräte und vor allem den Abtransport des sperrigen „Unrats“ regelte, wurden die bereitwilligen Helfer, die dem Aufruf bis Ende Juli gefolgt waren, stets auf dem Laufenden gehalten und umfassend über die bevorstehende Arbeit informiert.

Und so kam es, dass sich nach der 5. Zeidner Begegnung – zwei Tage wurde vorher ausgiebig und durchaus unterhaltsam gefeiert - am 3. August 23 Helferinnen und Helfer und am Tag darauf 9 Helfer u.a. aus Zeiden, Kurator Peter Foof, Stadtrat Erwin Albu, Organist Klaus-Dieter Untch, Sandra Nicolescu, der Unternehmer Octavian Bogdan, Constantin (Costel) Vlădilă, Lucian Cioacă, Peter Foith, Mihai Catargiu, die Kinder Miki Barabas, 14 Jahre, Alissa Miron, 12 Jahre, bei brütender Augusthitze (34 Grad im Schatten) im Kirchhof der Zeidner Kirchenburg in unterschiedlichster Arbeitskleidung und – ausrüstung einfanden, die die Säuberung der ersten sieben Kornkammern auf der Weberturmseite in Angriff nahmen, sie von Müll, von Jahrhunderte lang herumliegendem Unrat befreiten und sie in einen ansehnlichen Zustand brachten. Obwohl keine musealen Schätze von besonderem Wert gefunden wurden – das war absehbar – konnten Kirchenburg-Ausstellungsstücke entstaubt, gereinigt und für den interessierten Kirchenburgbesucher wieder sichtbar aufgestellt werden.

Obwohl die Säuberung der Kornkammern eine äußerst staubige und schweißtreibende Angelegenheit war, hatten die Helferinnen und Helfer eine Menge Spaß bei der Arbeit. Hand in Hand wurde gearbeitet und angepackt und so manches gemeinsame Anpacken und Mithelfen erinnerte an gemeinschaftliche Arbeitsdienste der früheren Nachbarschaften in Zeiden, die besonders in den Jahren 1959-1982 das Zeidner Gemeinschaftsleben stärkten. Dabei sei vor allem an die Restaurierung der Kassettendecke (1959), die umfassende Renovierung des Pfarrhauses (1971), den Bau des Gemeinschaftsraumes (1972) und die Restaurierung des Glockenturms (1982) erinnert.

Bei der Arbeit wurde viel gelacht und gefachsimpelt. Zur guten Laune am Vormittag trug natürlich eine deftige Speck-und Zwiebel-Brotzeit bei. Den bereitwilligen Sponsoren der Brotzeit gilt unser herzlicher Dank.

Zum gemeinsamen Mittagessen in den Pfarrhof – einem hervorragend zubereiteten Kesselgulasch - hatten dankenswerterweise Pfarrer Hartig und die Frauen des Nähkreises der Kirchengemeinde eingeladen (Christa Popa, geb. Beretz, Christa Mehedințu, geb. Gross, Brigitte Kauntz, geb. Tartler, Monika Guțoiu, geb. Andronache, Hedda Bardon, Karmina Vlădilă, geb. Neumann, Annemarie Lucaci, geb. Guib und Brigitte Vlădărean). Selbst bei der Versorgung der Helfer/-innen klappte alles zur Zufriedenheit des Organisators. Das war wichtig, denn nur so konnte er seine „Mannschaft“ bei Laune halten.

Damit ist ein Anfang gemacht. Das Ergebnis zweier Arbeitstage kann sich sehen lassen. Ein paar aufgeräumte Kornkammern/Fruchthäuschen bieten dem Besucher der Kirchenburg sofort einen anderen Einblick in die wechselhafte Geschichte der Zeidner Kirchenburg. Natürlich wären kleine Hinweistafeln – am besten mehrsprachig – nützlich, um zu informieren. Die Nähe zum neuen Museum bietet hervorragende Möglichkeiten, die Kirchenburg näher ins Visier der interessierten Besucher zu rücken.

Doch eines ist uns – zumindest den meisten von uns, die mitgeholfen haben – an diesen beiden Tagen klar geworden: In erster Linie und vor allem Idealisten können diese Arbeit in Zukunft mit bereitwilligen Helfern weiterführen und irgendwann zum Abschluss bringen. Ich hoffe, es gibt sie noch.

Übrigens, die Zeidner Nachbarschaft wurde bei diesem Arbeitscamp durch Udo Buhn, Helmut Wenzel, Gert-Werner Liess, Andreas Polgar –Zerwes, Otto und Ute Preidt, Dr. Georg Reimer, Otti und Liane Schmdits, Emmi und Heinz Mieskes, Gerhard (Gerry) Tartler und Finny und Helmuth Mieskes zahlenmäßig würdig vertreten. Ihr freiwilliger Einsatz – unter außergewöhnlichen Umständen - und ihre Mithilfe vor Ort machte einmal mehr deutlich, dass die Zeidner Nachbarschaft sich ihrer Verantwortung für das Gemeinsame, das Verbindende auch im Jahr 2017 – dem Jahr der Reformation – bewusst ist und sich auch in Zukunft gerne an solchen Aktivitäten – die gerade in heutiger Zeit mehr als nur Lippenbekenntnisse bedeuten – messen lässt.

Im Namen von Organisator Udo Buhn und dem Vorstand der Zeidner Nachbarschaft danke ich allen Nichtgenannten, die irgendwie am Rande mitgeholfen haben, dass dieses Arbeitscamp als gemeinsamer Erfolg der Kirchengemeinde, der Zeidner Nachbarschaft, des Deutschen Forums und der Stadt Zeiden gewertet werden kann. Auch wenn einige innerhalb der Nachbarschaft über diese Aktion schmunzeln und sie hinterfragen – sie alle sind um eine Erfahrung ärmer.

Ein besonderer Dank gilt Udo Buhn für die gute Organisation und die reibungslose Durchführung des Zeidner Arbeitscamp im August 2017. Ein weiterer Dank geht an die Sponsoren der Arbeitsgeräte, des Arbeits- und des Sicherheitsmaterials, der Abtransport-Autos, sowie an die Spender von Kulinarischem und von Kleingeschenken an die Teilnehmer: Bürgermeisteramt Zeiden, Kirchengemeinde Zeiden, Zeidner Nachbarschaft, Dorin Șaramet, Ovidiu Bogdan, Erwin Albu, Anneliese und Günther Kraft und Sandra Nicolescu.

Fast hätte ich es vergessen: Mit der Einladung der Helferinnen und Helfer zum gemeinsamen Grillen auf dem Pfarrhof wollte Pfarrer Hartig am Donnerstagabend den Dank der Kirchengemeinde zum Ausdruck bringen. Dass die Kosten hierfür aus dem Erlös des Metall-/Eisenverkaufs, das aus den Kornkammern entfernt wurde, finanziert werden konnte, sei hier nur am Rande erwähnt. Diejenigen die dabei waren, haben diese Einladung gerne angenommen und bis zu später Stunde einen netten Abend mit unterhaltsamen und angeregten Gesprächen erlebt.

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