Zeitgemäßere Angebote sind gefragt

Martina Friedsmann will die Jugendarbeit des Hermannstädter Forums verbessern

Freitag, 29. November 2013

Martina Friedsmann bespricht mögliche Projekte mit Winfried Ziegler, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft deutscher Jugendorganisationen in Rumänien.
Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - Die Erwartungen an Martina Friedsmann sind hoch. Die 27-Jährige soll die Jugendarbeit des Hermannstädter Forums wieder in Schwung in bringen. Im Auftrag des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) ist Friedsmann seit Anfang September in Hermannstadt/Sibiu. Viele  Kontakte sind bereits geknüpft, erste Projekte stehen an. Das Hauptziel ihres auf 12 Monate befristeten Engagements ist die Erstellung eines Konzeptes für die Jugendarbeit des Forums.

Als klar war, dass es um eine Stelle in Hermannstadt ging, brauchte Friedsmann nicht lange zu überlegen. „Durch meine Eltern habe ich eine gewisse Beziehung zur Stadt. Ich bin in Agnetheln geboren, aber mein Vater beispielsweise ging in Hermannstadt zur Schule“, erzählt Friedsmann. Mit 4 Jahren wanderte sie 1990 nach Deutschland aus, wo sie im baden-württembergischen Memmingen aufwuchs. Sächsisch spricht sie bis heute und dank des Großvaters beherrscht sie auch rumänisch, was ihr den Einstieg in den Hermannstädter Berufsalltag erleichterte.

Um die Jugendarbeit wieder in Gang zu bringen und auch zukunftsfähig zu gestalten, möchte sie mit den lokalen Akteuren ein Konzept erarbeiten, dass als Grundlage für künftige Aktivitäten dienen soll. In den vergangenen Wochen stellte sie sich bei den lokalen Institutionen vor, die einen Beitrag zur Jugendarbeit leisten können – angefangen mit der evangelischen Stadtpfarrgemeinde, über die Evangelische Akademie Siebenbürgen, das deutsche Kulturzentrum oder das deutsche Generalkonsulat. Unterstützung ist in den kommenden Monaten gefragt, denn ihre Aufgabe ist wahrlich keine einfache.

In der Vergangenheit sei Jugendarbeit sehr punktuell betrieben worden, ist Friedsmanns Eindruck, Kontinuität habe gefehlt. Das Forum müsse sich jungen Leuten mehr öffnen und mit Aufgaben betrauen. Auch die thematischen Schwerpunkte sind diskussionswürdig: „Ich würde sagen, von der Art der Angebote ist das rumänischsprachige zeitgemäßer“, meint Friedsmann. Diese Angebote animierten auch viele Freiwillige zur Mitarbeit, ist ihre Beobachtung, es gibt also auch in dieser Hinsicht Potenzial. Die Fokussierung beim Forum auf siebenbürgisch-sächsische Traditionen sei einerseits löblich, andererseits ist es schwierig, den hauptsächlich rumänisch-stämmigen Jugendlichen diese Themen nahezubringen.

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