Zentrum für Opfer der häuslichen Gewalt

Steigende Anzahl der Gewalttaten festgestellt

Samstag, 04. Februar 2017

Hermannstadt – Ein Projekt, welches auch die Eröffnung eines Notaufnahmezentrums für die Opfer der häuslichen Gewalt im Kreis Hermannstadt/Sibiu umfasst, hat die Generaldirektion für Sozialassistenz und Kinderschutz im Rahmen des Kreisrates Hermannstadt/Sibiu anlaufen lassen. Das Zentrum „Heilige Anna“ öffnete seine Türen; zum Schutz der Opfer, die demnächst hier betreut werden, wird dessen Adresse nicht bekanntgegeben. Das Zentrum bietet sechs Schlafräume mit eigenem Bad, einen Aufenthaltsraum, eine Küche, eine Toilette für die Mitarbeiter und ein Büro für die Verwaltung. Bis zu 20 Personen können hier untergebracht werden, wobei erwartet wird, dass die meisten von ihnen Frauen und Kinder sind, für welche eine Trennung vom gewalttätigen Partner oder Ehegatten unerlässlich ist. „Um zu erfahren, wie zivilisiert ein Volk ist, muss man sehen, wie es seine Frauen behandelt. Die Gewalt ist Realität. In den meisten Fällen entsteht sie in der Familie. Hierzulande wird die häusliche Gewalt immer noch viel zu viel toleriert“, so Camelia Vîlsan, die Direktorin des vorgenannten öffentlichen Dienstes.

Der Gesamtwert der Investition beträgt über 300.000 Euro, die Finanzierung erfolgte über den Norwegischen Finanzierungsmechanismus 2009-2014 infolge des steigenden Bedarfes, welchen der Dienst für Sozialassistenz aufgrund der wachsenden Zahl der gemeldeten häuslichen Gewalttaten in den letzten Jahren festgestellt hat. Einer Statistik zufolge, welche der zukünftige Zentrumsleiter Radu Faloba vorstellte, wurden 2013 insgesamt 14 solche Fälle mit 44 Opfern, von denen 30 Kinder waren, gemeldet. Im Jahr 2014 erreichten 24 Meldungen mit 87 Opfern, 30 davon Kinder, die zuständige Behörde und bis 2016 stieg deren Anzahl auf 26 Anzeigen mit 88 Opfern, von denen 62 Kinder waren. Dem Zentrumsleiter zufolge schließen die Opfer einen Vertrag mit der Einrichtung für eine Zeitspanne von 60 Tagen, der nach Bedarf verlängert werden kann. Damit die Opfer aufgenommen werden können, müssen sie im Kreis Hermannstadt wohnhaft sein, einen Personalausweis vorlegen können, eine Anzeige einreichen und ein Aufnahmeformular ausfüllen.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*