Zugang zum Internet auch für ländliche Bewohner

Rund zwei Millionen Bürger besuchen die öffentlichen Bibliotheken auch dank des Biblionet-Programms

Dienstag, 08. April 2014

Die Kronstädter Kreisbibliothek „George Bariţiu“.
Foto: Dieter Drotleff

Vor fünf Jahren wurde das Biblionet-Programm eingeführt. Seitdem ist es in vielen öffentlichen Bibliotheken möglich, das Internet zu benutzen. Dieses hilft Stadt- und Gemeindebewohnern bei der Suche nach Informationen, einem Arbeitsplatz und bei der Kommunikation mit im Ausland lebenden Angehörigen. Nützlichkeit und Erfolg des Programms unterstrichen, anlässlich der Biblionet-Konferenz in Bukarest im Oktober 2013, auch die stellvertretende Vorsitzende der Europäischen Kommission, Nelie Kroes, und der Europakommissar für Landwirtschaft, Dacian Cioloş.

Einfluss der Bibliotheken auf die Bevölkerung

Laut einer Studie des Landesvereins der Bibliothekare und der öffentlichen Bibliotheken aus Rumänien besuchen jährlich rund zwei Millionen Personen die öffentlichen Bibliotheken; auch wegen des Biblionet-Programms. Eine Million Bürger zeigten Interesse, an unentgeltlichen Informatikkursen in den Bibliotheken teilzunehmen. Geschätzte 7,8 Millionen Personen wünschen sich Zugang zum Internet in öffentlichen Bibliotheken. 600.000 Befragte erklärten, das Internet erstmalig in einer Bibliothek benutzt zu haben. Landesweit wurden 2264 Bibliotheken mit Rechnern, Software und Druckern ausgestattet, 3200 Bibliothekare wurden ausgebildet für die Benutzung der Rechner. Über 10.000 Rechner wurden den öffentlichen Bibliotheken zugeteilt. Es wurden 17 Millionen US-Dollar in IT-Ausstattung, Software und Ausbildung der Bibliothekare investiert. Davon gaben die Lokalverwaltungen 13 Millionen US-Dollar für Renovierungsarbeiten in den Bibliotheken und für die Internet-Abos aus.    

39 Prozent der Bibliotheksbesucher sind zwischen 15 und 24 Jahre alt. Es folgen mit 36 Prozent die Hochschulabsolventen, mit 32,8 Prozent die Lyzeumsabsolventen. Der wirtschaftliche Nutzen des Programms ist groß: Laut einer Rechnung konnten rund 150 Millionen US-Dollar aus europäischen Mitteln im Bereich der Landwirtschaftshilfe herangezogen werden – aufgrund der Ausbildung der Bevölkerung und der Ausstattung der öffentlichen Bibliotheken mit der neuen Rechentechnik. Dank der Partnerschaft zwischen dem Biblionet-Programm und der Agentur für Zahlungen und Eingriffe in der Landwirtschaft (APIA) haben in der Zeitspanne 2011 – 2013 über 90.000 Landwirte die Anträge für Subventionen seitens der APIA in den öffentlichen Bibliotheken ausgearbeitet. Auch berieten im Vorjahr 980 Bibliotheken in Zusammenarbeit mit der Stiftung VISA Europe über 10.000 Bürger bezüglich einer besseren Bewirtschaftung der eigenen finanziellen Mittel und unterstützten sie bei der Ausarbeitung von Anträgen auf Kredite.

Auch Kronstädter Kreisbibliothek erhielt beträchtliche Unterstützung

Im Rahmen des Biblionet-Programms wurden 39 öffentliche Bibliotheken aus dem Kronstädter Kreisgebiet mit IT-Ausstattung versehen und 64 Bibliothekare ausgebildet, was eine Investition von 1,1 Millionen Lei bedeutete. Der Direktor der Kronstädter Kreisbibliothek, Daniel Nazare, die Koordinatorin des Biblionet-Programms, Ruxandra Nazare, sowie die weiteren Bibliothekare dieser Institution haben sich mit besonderem Erfolg in das Programm eingebracht. Das Ergebnis ist vielversprechend: 78 Prozent der Schüler, die im Internet zusätzliche Informationen für Unterrichtsthemen suchten, erklärten, dadurch bessere Schulergebnisse erzielt zu haben. Schüler bis zum 16. Lebensjahr profitieren am meisten vom Biblionet-Programm (57 Prozent). Mit 23 Prozent folgen die 25- bis 54-Jährigen und mit 13 Prozent die 16- bis 24-Jährigen. Beruflich halten Schüler und Studenten mit 67 Prozent die Spitze in der Nutzung der neuen Ausstattung der Bibliotheken.

Die größte Anzahl an Rechnern erhielt die Kronstädter Kreisbibliothek „George Bariţiu“  mit ihren sieben Filialen. Insgesamt bekam sie 53 Rechner. Die öffentlichen Bibliotheken der verschiedenen Ortschaften wurden mit Rechnern wie folgt versehen:  Zeiden/Codlea und Zărneşti je acht Rechner, Fogarasch/Făgăraş zehn , Weidenbach/Ghimbav, Reps/Rupea, Viktoriastadt/Oraşul Victoria mit je vier,  Rosenau/Râşnov mit sechs, Apaţa, Brenndorf/Bod, Bran, Großschenk/Cincu mit je vier,  Neustadt/Cristian mit drei. Ebenfalls mit je vier Computern  ausgestattet wurden die Bibliotheken von Drăguş, Dumbrăviţa, Marienburg/Feldioara, Hârseni, Hoghiz, Hamruden/Homorod, Nussbach/Măieruş, Mândra, Moieciu, Ormeniş, Poiana Mărului, Racoş, Petersberg/Sânpetru, Târlungeni, Teliu, Ucea und Voila.  Zwei Rechner kamen nach Vama Buzăului und fünf nach Heldsdorf/Hălchiu.

Somit sind die öffentlichen Bibliotheken nicht nur im Kreisgebiet, sondern landesweit zu vertrauensvollen Partnern bei der Einführung von wichtigen Programmen mit europäischer Finanzierung geworden. Unentbehrlich sind sie besonders für Personen, die es sich materiell nicht erlauben können, derartige Ausstattungen anzuschaffen.

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