Zukunftssorgen zweier Kronstädter Museen

Kein Geld für Mietzahlung an die Honterusgemeinde

Samstag, 16. Februar 2013

Dr. Ligia Fulga (stehend), Mihai Pascu, Arpad Bartha und Radu Popica stellten die Probleme der beiden Kronstädter Museen auf einer Pressekonferenz vor.
Foto: Ralf Sudrigian

Kronstadt - Zwei bekannte Kronstädter Museen, das Kunstmuseum und das Volkskundemuseum, wollen eine Pressekampagne starten, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. Es geht um die Rückgabe des Gebäudes am Rudolfsring/Bd. Eroilor 21 und 21A an die Honterusgemeinde aufgrund eines endgültigen Gerichtsbeschlusses und um die damit verbundenen Mieten (einschließlich rückwirkend) für die Nutzung des Gebäudes, das beide Museen beherbergt.

Auf einer Pressekonferenz im Museum der städtischen Zivilisation (ein Gebäude, dessen Rückgabe von mehreren Privatpersonen als Nachkommen der ehemaligen Eigentümer vor Gericht gefordert wird) erläuterten die zwei Museumsdirektoren (Dr. Ligia Fulga – Volkskundemuseum und Árpád Bartha – Kunstmuseum), der stellvertretende Vorsitzende des Kreisrats Kronstadt, Mihai Pascu, und der Kunsthistoriker Radu Popica die schwierige Lage, in der sich diese Kulturinstitutionen zurzeit befinden. Pascu erklärte, dass der Kreisrat als Träger der Museen nicht in der Lage sei, die finanziellen Ansprüche des Eigentümers zu erfüllen, zumal der Kreishaushalt sehr knapp bemessen ist. Er erwarte von der Leitung der evangelischen Kirche A. B. Kronstadt mehr Entgegenkommen im Interesse aller Kronstädter. Niemand stelle die Rechte der Honterusgemeinde infrage, vom „moralischen Standpunkt“ hoffe er aber, dass die Vermietung an Museen nicht nur als „ein Geschäft“ angesehen werde. Eine Eskalation dieses Disputs bringe für Kronstadt nichts Gutes. Gemeinsam könne man die Verhandlungen neu beginnen, wobei man im Kreisrat davon ausgeht, dass in einer Krisenzeit eine kostenlose Nutzung oder kleinere Mieten für die Museen denkbar seien. In Hermannstadt, wo bekanntlich die evangelische Landeskirche ihren Sitz hat, seien in ähnlichen Fragen für beide Seiten akzeptable Lösungen gefunden worden.

Hervorgehoben wurde die Bedeutung der beiden Museen, in denen übrigens auch das siebenbürgisch-sächsische Erbe gut vertreten ist. Eine eventuelle Umsiedlung könne diese Sehenswürdigkeiten aus dem Blickfeld der Touristen entfernen. Popica unterstrich auch die konkrete Gefahr für die Exponate, die bei einer Mikroklimaänderung oder während des Umzuges zu erwarten wäre. Dr. Ligia Fulga wies auf die Mängel in der Gesetzgebung betreffend Kulturgüter hin. Der Schutz von mobilen Kulturobjekten ist geregelt, von den Räumlichkeiten, in denen sie aufbewahrt werden, sei dabei aber nicht die Rede. Die Museumsdirektorin hofft auch auf EU-Fonds im Bereich Unterricht und Kulturerbe, die die Lokalbehörden bei der Finanzierung der Kulturinstitutionen entlasten.

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