Zum Bistricioara-Tal

Freitag, 20. Juli 2018

Nadelholz und Wiesen begleiten den Wanderer.

Die Bistricioara ist eigentlich gar nicht so klein.

Ein älteres Paar bei der Heuernte. Fotos: Ralf Sudrigian

Um Borsec kann man auch längere Wanderungen planen. Eine davon wäre hinauf ins Făget-Gebirge (höchste Spitze 1308 m) und von dort entlang der Höhenlinie in Richtung Nordosten über den Mezovezul/Mezövéz ins Bistricioara-Tal.
Borsec verlassen wir, indem wir der Nadas-Straße folgen. Der Weg (Markierung: blaues Band) führt über eine Forststraße hinauf ins Gebirge. Auf dem Kamm stößt man auf eine neue, gut eingerichtete Unterkunft der Salvamont-Bergwacht. Im Norden eröffnet sich eine schöne Aussicht auf die Bilbor-Senke. Wir wählen den zunächst doppelt mit gelbem Band und blauen Punkt markierten Weg, der sich durch Wälder und Wiesen schlängelt. In der Ferne sind die charakteristischen Felsblöcke des Ceahlău leicht zu erkennen. Zwei schwarze Eichhörnchen laufen uns über den Weg, ständig begleitet einen Vogelgezwitscher und plötzlich, als wir nun nur noch dem gelben Band folgen, bewegt sich, zwei Meter neben uns, ein Busch am Wegrand und man hört ein Scharren wie von Pferdehufen. Bisher hatten wir gleich mehrmals drei, vier Pferde frei weiden sehen – aber mitten im Wald sollte sich eigentlich ein Pferd nicht verlaufen. Wenig später erkennen wir ein großes Reh (oder war es ein junger Hirsch?) das den Abhang hinunterläuft und dann unseren Blicken entschwindet. Wahrscheinlich war dies das Tier, das wir in dieser sehr ruhigen Gegend, wo kaum Touristen anzutreffen sind, gestört haben.
Die Ruhe täuscht: denn ab und zu ist Motorsägegeräusch zu hören und später, im Bistricioara-Tal treffen wir auf gleich mehrere mit dicken Baumstämmen vollbeladene Holztransporter. Proteste hin oder her – im Kreis Harghita wird weiter gnadenlos abgeholzt. Die recht ansehnliche Bistricioara, die nun von den Regenfällen der letzten Tage trüb ist und im Stausee Izvorul Muntelui mündet, überqueren wir auf einer alten, ungesicherten Holzbrücke.
Der Weg führt nun entlang eines Gemeindeweges (147 B) talabwärts in Richtung DN 15 (Toplița - Piatra Neamț). Abgelegene Bauernwirtschaften mit weiten Heuwiesen säumen die Landstraße. Kurz bevor wir die Gemeinde Capu Corbului erreichen, zweigen wir rechts in ein Tal ein, durch das der Cupelor-Bach fließt. Der Weg ist nun wieder mit blauem Punkt markiert und führt uns, an mehreren Kuhherden vorbei, zurück nach Borsec. Für die gesamte Tour muss man mit einer Wan-derzeit von rund 7 Stunden rechnen.
Ralf Sudrigian

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