Zum ersten Mal Art Encounters

Ein Monat zeitgenössischer Kunst in Temeswar und Arad

Freitag, 02. Oktober 2015

Bei der Eröffnung der Ausstellung „Re-Vedere“ in der Pygmalion-Galerie – eine Art Vorpremiere der Art Encounters in diesem Sommer (v.l.n.r.): die Berliner Kuratoren Nathalie Hoyos und Rainald Schumacher, Initiator der Art Encounters, Ovidiu Şandor, und Sorin Predescu, Leiter des Kulturamtes des Kreises Temesch.
Foto: Nicoleta Papp

Die Hauptstadt des Banats soll in diesem Oktober eine Kulturhauptstadt der rumänischen zeitgenössischen Kunst werden, so das Vorhaben der Veranstalter der Art Encounters, der gleichnamigen Temeswarer Stiftung. Die ersten Art Encounters (Kunstbegegnungen) werden zwischen dem 3. und 31. Oktober unter dem Namen „Appearence and Essence“ (Erscheinung und Essenz) in Temeswar/Timişoara und in Arad stattfinden. Über 100 rumänische und ausländische Künstler werden im Oktober an 17 verschiedenen Orten in Temeswar ihre Werke ausstellen: im Kunstmuseum, in der Revolutionsgedenkstätte, in der Synagoge in der Innenstadt, in den Timco-Hallen oder in der U-Kaserne sowie in zwölf Kunstgalerien. Kuratoren von „Appearence and Essence“ sind Rainald Schumacher und Nathalie Hoyos aus Berlin.

Die Art Encounters verstehen sich als Dialog zwischen der rumänischen zeitgenössischen Kunst und der  derzeitigen internationalen Kunstszene – ein Dialog, der über rumänische Künstler, deren Werk auch im Ausland Anerkennung errungen hat – Horia Bernea, Ştefan Bertalan, Adrian Ghenie, Ada Lupaş und Paul Neagu – sowie ausländische Künstler, die sich in ihren Arbeiten auf Rumänien beziehen – Saâdane Afif, A Kassen, Rosa Barba und Sophia Hultén – zustande kommen soll.

Laut den Veranstaltern wird in der rumänischen Kunstszene zum ersten Mal ein von Kuratoren gestalteter Dialog zwischen verschiedenen Generationen von Künstlern unseres Landes aufgebaut, beginnend mit solchen, die zu Zeiten des Kommunismus entweder in Rumänien im Kontext einer auferlegten Isolierung – die Gruppe „Sigma 1“, Geta Br²tescu, Ion Grigorescu –, oder im Ausland, im Exil – Paul Neagu, Andrei Cădere – geschaffen haben, mit denjenigen, die sich in den 1990er Jahren – Dan Perjovschi, SubREAL – oder zu Beginn der Jahre 2000 – Ioana Nemeş, Ciprian Mureşan, Mircea Cantor – behauptet haben.

Eine Premiere im Rahmen der Art Encounters ist die Rekonstruktion, nach 35 Jahren, der Multimediainstallation „Multivision 1“ (1972-1978) der Gruppe „Sigma 1“, der ersten experimentellen Künstlergruppe in Rumänien, die zwischen den Jahren 1970-1980 in Temeswar wirkte. Auch werden dem Publikum zum ersten Mal Skizzen der Bukarester Künstlerin Geta Brătescu unter dem Namen „K (1976-1978)“ – ein möglicher Hinweis zu Franz Kafkas Roman „Das Schloss“ – gezeigt. In der Galerie „Mansarda“ der Temeswarer Kunstuniversität wird anhand einer Werkstatt mit Temeswarer Kunststudenten die „Kunst der Veranstaltung einer Ausstellung“ vorgeführt.
Nicht nur Ausstellungen, sondern auch Aussprachen über das zeitgenössische Kunstphänomen mit Künstlern, Kuratoren und Kunstkritikern werden dem interessierten Publikum ermöglicht.

Des Weiteren stehen auch Vorträge von Kuratoren, Vertretern der bedeutendsten ausländischen Kunsteinrichtungen, wie Tate Modern in London, Centre Pompidou in Paris und dem Museum für Moderne Kunst (MOMA) in New York im Programm. Nicht zuletzt werden auch Bildungsprogramme für Kinder und Schüler im Kunstmuseum Temeswar, in der Revolutionsgedenkstätte, in den Timco-Hallen und in der Pygmalion-Galerie des Kulturamtes des Kreises Temesch angeboten.

Die Art Encounters finden in derselben Zeitspanne auch in Arad statt, und zwar sind in der Stadt an der Marosch vier Ausstellungen an drei Orten geplant: in der Fabrik TEBA, in der Atrium Mall und im Kunstmuseum Arad. In den verschiedenen Ausstellungen werden ältere Arbeiten, bisher nur von einem kleinen Publikum gesehen, zusammen mit neuen Arbeiten gezeigt, wobei 30 Werke ausschließlich für dieses Event geschaffen wurden.
Veranstalter der Begegnungen im Namen der Kunst ist die in diesem Jahr vom Temeswarer Unternehmer und Kunstsammler Ovidiu Şandor gegründete Art Encounters-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeisteramt Temeswar, dem Kulturamt des Kreises Temesch und der Triade-Stiftung Temeswar. Zu den Kulturpartnern gehören u. a. auch das Institut für Auslandsbeziehungen ifa und das Deutsche Kulturzentrum Temeswar.

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