Zum Gedenken an den Widerstand im Kommunismus

Johannis: Besatzer haben Kommunismus gebracht

Mittwoch, 01. Juni 2016

Das Denkmal „Flügel“ vor dem Bukarester Pressehaus, ein Werk des Bildhauers Mihai Buculei, ist aus rostfreiem Stahl gegossen. Das Denkmal ist 20 Meter hoch und wiegt 100 Tonnen, es hat drei Millionen Euro gekostet. Die Errichtung wurde vom Bukarester Oberbürgermeisteramt betrieben.
Foto: Agerpres

Bukarest (Mediafax/ADZ) - „Flügel“ heißt das Denkmal zum Gedenken der antikommunistischen Widerstandskämpfer 1945 - 1989, das Montag im Beisein von zahlreichen ehemaligen politischen Häftlingen von Präsident Klaus Johannis eingeweiht wurde. Das Denkmal steht an der Stelle vor dem Pressehaus, von der 1990 Lenin von seinem Sockel entfernt wurde. Klaus Johannis verwies in seiner Ansprache darauf, dass der Kommunismus nach Rumänien von einer ausländischen Besatzungsarmee gebracht wurde und dass dieses Regime durch Verbrechen und Terror eingeführt wurde. Jetzt sei es notwendig, ein Nationalmuseum der Verbrechen des Kommunismus einzurichten, um für die Jugend jene Gesellschaftsordnung darzustellen. Die Leugnung der Verbrechen des Kommunismus müsse gesetzlich verboten werden, denn in letzter Zeit würden immer öfters Äußerungen dieser Art auftauchen. Dieses Gesetz müsse auch das Lob von Personen verbieten, die an der politischen Verfolgung zur Zeit des Kommunismus Schuld waren. Johannis verwies darauf, dass die Verbrechen, die zur Zeit des Kommunismus begangen wurden, weiter aufgedeckt werden müssen. Ebenso könnten die Verbrechen während der Revolution von 1989 nicht ungestraft bleiben. Von den ehemaligen Staatschefs war Emil Constantinescu, der Initiator dieses Projekts, zur Einweihung eingeladen, der in seiner Ansprache den moralischen Verfall von heute beklagte.

Kommentare zu diesem Artikel

Kritiker, 02.06 2016, 11:00
@Tourist - das ist Ihre Meinung über Tom Gallagher. Übrigens, ich habe den Kommunismus (Gott sei Dank) auch nie erlebt und trotzdem weiß ich welche menschenverachtende Tyrannei von den kommunistischen Machthabern ausgegangen ist.
Tourist, 01.06 2016, 23:04
@Kritiker: dieser Tom Gallagher ist nur ein weiterer westeuropäischer Linker, der den echten und wahren Kommunismus nie erlebt hat und sich in seinem Kopf eine ideale linke Utopie zusammenphantasiert, die es aber nie geben wird und auch nicht geben kann.
Kritiker, 01.06 2016, 14:22
@Peter - ein anderes Buch zu diesem Thema, das sehr empfehlenswert ist, ist "Theft of a Nation: Romania Since Communism" von Tom Gallagher.
Peter, 01.06 2016, 14:15
Eine Aufarbeitung der Vergangenheit hat
bisher nur oberflächlich stattgefunden.
Die Wendekommunisten haben das geschickt zu verhindern gewusst. Vielleicht
ist jetzt ein Anfang gemacht. Hier gilt der Satz: Um zu wissen wo man hingeht, muss man wissen wo man herkommt!
Wer sich für dieses Thema interessiert dem empfehle das Buch von Judith Aigner,
“Vergangenheitspolitik in Rumänien“. Das Buch ist nicht billig aber interessant.
Tourist, 01.06 2016, 11:26
der einzig effektive und organisierte Widerstand in den späten 40er und frühen 50er-Jahren ist von der Legionärsbewegung gekommen und die kann man heute nicht mehr ehren, weil es ja quasi Nazi waren. Alles andere hat das Regime nicht weiter gekratzt, da sind nur ein paar Dossiers geschrieben worden und das war's. Und was während der Revolution passiert ist, das werden wir wohl nie erfahren. Wer waren die Scharfschütze auf den Dächern der Hochhäuser, wer waren die Agents Provocateures auf den Plätzen, wer waren die Journalisten die über die Medien haarsträubende Lügen verbreitet haben, wie über vergiftetes Trinkwasser, etc. Diese Leute sind längst im Dunkel der Geschichte verschwunden und werden nie wieder auftauchen. Das soll die Öffentlichkeit auch gar nicht beunruhigen, dass amerikanische und auch russische Agenten ganz massiv vor Ort in die Geschehnisse eingegriffen haben. Aber das ist Vergangenheit und soll auch vergangen bleiben.

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