Zum Schluss wollten sie nicht mehr gehen

Vorstellung der Berufskarawane und der Dualen Colleges

Samstag, 06. Dezember 2014

Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Stuttgarter Oberbürgermeister a.D.

Selber Hand anlegen war das oberste Gebot der Schüler.
Fotos: der Verfasser

Am Montag, dem 24. November, fand im Sportsaal der Allgemeinschule Nr. 30 im Tractorul-Viertel die festliche Vorstellung der Berufskarawane statt – eine Initiative des Deutschen Wirtschaftsklubs Kronstadt (DWK) in Zusammenarbeit mit dem Unterrichtsministerium und dem Schulinspektorat Kronstadt. Ehrengäste waren Seine Exzellenz Werner Hans Lauk, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Bukarest, Stelian Fedorca seitens des Unterrichtsministeriums, sowie Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Oberbürgermeister a. D. aus Stuttgart, der seitens der European Foundation for Education im Rahmen eines zweiten Treffens das Projekt der Dualen Colleges vorstellte.

Werner Braun stellte den Anwesenden, sowohl Lehrkräfte der Allgemeinschule aber mehrheitlich Schüler der größeren Klassen und ihre Eltern, das Konzept der Berufskarawane vor um sofort das Wort an Seine Exzellenz Werner Hans Lauk weiterzugeben, dessen Kernaussage folgte: „Wir alle wissen, dass Technologie alleine noch kein Unternehmen macht. Auch die Forschung alleine reicht nicht, denn es sind immer die Menschen, die  forschen und vor allem erzeugen. Sie stehen immer im Mittelpunkt und deshalb ist es wichtig, den Nachwuchs für moderne Arbeitsplätze auszubilden und zu sichern, dass sie ausgebildet und qualifiziert auf dem neuestens Stand der Technik sind“. 

Beruhend auf dem Erfolg der Deutschen Berufsschule Kronstadt und dem der Berufskarawane, folgte im Anschluss ein Treffen mit Vertretern der Transilvania-Hochschule und Prof. Dr. Wolfgang Schuster, der für uns eine Zusammenfassung des Konzeptes Duale Colleges gab: „In Deutschland nennen wir dieses System Berufsakademie und es hat sich in der Praxis sehr gut bewährt. Die Firmen brauchen diese jungen, handwerklich begabten Menschen, sowohl auf der Berufsebene als auch auf der nächsten, der Hochschulebene.

Es kommt auf die Größe der Firma an, auf die internen Hierarchien. In der Regel sind es diejenigen, welche die anspruchsvolleren Aufgaben übernehmen und erfüllen und die gleichzeitig auch die offenen Chancen für den späteren Aufstieg offen haben. Denn als Absolventen bekommen sie ja einen Bachelor of Science, der die Grundlage eines späteren Studiums darstellt. Alleine in Baden Württemberg, wo das System erfunden wurde, haben wir 29.000 Studenten, die in eben diesem System sind. Einerseits weil es eine riesengroße Nachfrage gibt, anderer-seits  ist das System selbst für Studenten sehr attraktiv, da es einen finanziellen Anreiz enthält und einen guten, sicheren Arbeitsplatz dazu. Die deutschen Firmen kennen alle dieses System, deshalb bin ich mir sicher, dass es auch hier eingesetzt werden kann, wo deutsche Unternehmen, wie z.B. Continental, aber nicht nur, anwesend sind oder kommen werden. Diese Studiengänge, von sechs Semestern, drei Studienjahren, halb Praktikum, halb Studium sind extrem flexibel und können hervorragend den Anforderungen und der Nachfrage angepasst werden, ohne dafür extra eine Hochschule zu benötigen. Es ist eben ein Angebot welches sich der Nachfrage anpasst. Heute Nachmittag (am Montag, dem 24. November) werden wir eben an der Kronstädter Hochschule nach den Möglichkeiten suchen, dieses System an das vorhandene, akademische, in irgendeiner Weise andocken zu können. Der Anfang wird wohl in Fächern mit Nachfrage mit vielleicht zwei Studiengängen a je 25 Studenten beginnen und kann später wachsen, wenn es sich bewährt.“

Die Übersicht der in Baden Württemberg gebotenen Studienfächer könnte durchaus auch in Kronstadt vorstellbar sein: Mechatronik und Elektrotechnik mit Fokus Automobil, Betriebswirtschaftslehre, Fokus Tourismus oder Health School mit Schwerpunkt Alten- und Krankenpflege.     

Während des mit Prof. Dr. Wolfgang Schuster geführten Gesprächs zeigten sich die, für die die Arbeitsplätze im Sportsaal aufgestellt wurden und für die die Berufskarawane veranstaltet wurde,  hoch interessiert  von allen  Überlegungen  betreffend  die Dualen Colleges. Dicht umringt waren auch die Arbeitsplätze, zu denen effektiv selbst Hand angelegt werden konnte und die Werkstücke  angefasst werden konnten.

Die für einen Nachmittag angesetzte Veranstaltung ging erst dann zu Ende, als die Akkus der Schraubendreher leer waren.

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