Zum Schneckentempo der Bahn

Antwort von Verkehrsminister Ioan Rus betreffend Infrastruktur der Bahn

Freitag, 13. März 2015

Hermannstadt (ADZ) – In der Pressekonferenz Ende Januar hatte Ovidiu Ganţ, der Abgeordnete des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) angekündigt, eine parlamentarische Anfrage betreffend der katastrophalen Lage der Eisenbahn-Infrastruktur rund um Hermannstadt/Sibiu an den zuständigen Minister Ioan Rus zu richten. In der Anfrage vom 2. Februar nahm der DFDR-Abgeordnete auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen bis zu 10 Kilometer pro Stunde auf den Strecken in Richtung Mühlbach/Sebeş, aber auch Kleinkopisch/Copşa Mică, Kronstadt/Braşov oder Rm. Valcea Bezug, wodurch die Touristen in die vormalige Kulturhauptstadt Europas nur unter ungünstigen Bedingungen gelangen können. Gefragt hat MP Ganţ, was für Investitionen für 2015 für das Herrichten der Infrastruktur dieser Bahnlinien vorgesehen sind bzw. was es für Projekte gibt, um sie aus dem Staatshaushalt oder dem Budget der Europäischen Union in der Zeitspanne 2014-2020 zu finanzieren.

In seiner Antwort (deren gesamter Wortlaut auf der Webseite des DFDR-Abgeordneten einzusehen ist) teilt Verkehrsminister Rus mit, dass im Budget für 2015 der rumänischen Eisenbahngesellschaft Mittel für das Stabilisieren des Berghanges bei Kilometer 32 der Strecke zwischen Hermannstadt und Vintu de Jos veranschlagt sind. Desgleichen sollen auf der Strecke Richtung Mühlbach Reparaturen zwischen Reußmarkt/Miercurea Sibiului und Cunta durchgeführt werden. Im Staatshaushalt vorgesehen wurden desgleichen Mittel für Reparaturen an der Bahnlinie zwischen Zeiden/Codlea und Schirkanyen/Şercaia sowie Porumbacu und Freck/Avrig an der Bahnstrecke in Richtung Kronstadt sowie an der Trassenführung und an Brücken an der Strecke Kleinkopisch – Hermannstadt – Rm. Vâlcea bei Loamnes – Martkschelken/Şeica Mare bzw. Podu Olt – Talmesch/Tălmaciu, um die Geschwindigkeitsbegrenzungen aufzuheben.

Das allgemeine Vorhaben sei die Verkehrsinfrastruktur in allen Sektoren zu entwickeln, wobei das Schwergewicht auf die „multimodale Verbindung der Regionen“, die Zugänglichkeit für die Bevölkerung und die Unternehmen zur Unterstützung der Entwicklung der Regionen,gelegt werde, heißt es in der Antwort des Verkehrsministers. Da der allgemeine Masterplan für den Verkehr noch nicht genehmigt wurde, könne man sich über die weiteren Investitionen in diesem Bereich erst nach der Annahme des Masterplanes äußern.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 13.03 2015, 23:16
die LKW-Lobby in Brüssel ist einfach stärker als die Eisenbahnlobby. Traurig aber wahr. Autobahnen von Hamburg bis nach Istanbul werden finanziert, die Eisenbahnen verrosten, Brücken stürzen ein, Bahnhöfe verfallen. So ganz nebenbei hat Rumänien eine der schrecklichsten Werte in der Statistik der Verkehrstoten, eben genau deshalb. Alle fahren mit dem Auto oder mit dem Bus (und die Busfahrer sind oft Wahnsinnige), keiner fährt mehr mit der Bahn.

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