Zunehmende Suburbanisierung in Klausenburg

Einwohner und Unternehmen ziehen aus der Stadt in die umliegenden Ortschaften

Donnerstag, 02. März 2017

Klausenburg - In den vergangenen 16 Jahren hat sich Klausenburg zu einer Stadt mit einem kontinuierlichen Bevölkerungswechsel entwickelt. Seit dem Jahr 2000 haben sich 20 Prozent der Bevölkerung ausgetauscht. Der Soziologe Norbert Petrovici führt dies unter anderem auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten in der Stadt zurück. Wer diese nicht zahlen kann, der zieht weg, insbesondere nach Sächsisch Fenesch/Floreşti. Dabei beschränkt sich die Migration nicht nur auf die Einwohner. „Die Suburbanisierung betrifft nicht nur Menschen, sondern auch Unternehmen. Wir haben viele Firmen, die ihren Sitz in die umliegenden Kommunen verlegt haben. Einige siedeln sich in Kommunen wie Jucu an, danach verschiebt es sich nach Gherla und Dej, also Städte zweiten Ranges. Das hängt sehr von den nachgefragten Arbeitskräften ab. Jucu konzentriert sich stark auf Handarbeit, denn diese ist in Klausenburg weniger zu finden. Außerdem konzentrieren sich die Gemeinden auf ländliche Arbeit“, sagt Petrovici.

In den vergangenen Jahren sind die Mietpreise in Klausenburg stark angestiegen, aber auch die Lebenshaltungskosten. Klausenburg ist eine der wenigen Städte im Land, deren Bevölkerungszahl wächst, dazu ist das Einkommensniveau gestiegen und besser bezahlte Arbeitsplätze sind entstanden und schließlich ist Klausenburg auch immer attraktiver für ausländische Studierende und Arbeitskräfte, die insbeson-dere im Zentrum und in Zorilor höhere Mieten bezahlen können. „Klausenburg ist eine sehr gewalttätige Stadt im Bezug auf die Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen, die sich die Preise für Miete und Lebensmittel nicht mehr leisten können“, so Petrovici. Hatten 1992 nur acht Prozent der Einwohner eine Hochschulausbildung, so sind es heute 36 Prozent – rumänienweit verfügen 12 Prozent der Menschen über eine Hochschulausbildung. Insbesondere für Technologiefirmen ist dies ein Anreiz in Klausenburg zu investieren, denn global gesehen sind die hochqualifizierten Arbeitskräfte weiter-hin günstig. Für die Firmen, die lediglich günstige Fließband-Arbeitskräfte nachfragen, heißt das allerdings, dass diese nicht mehr in dem Maße in der Stadt zu finden sind. Dies betrifft Firmen wie Emerson, Ekerle oder Fujikura, die lediglich den Mindestlohn zahlen. Fujikura hatte bereits im November des vergangenen Jahres angekündigt 6000 Arbeitsplätze in die Republik Moldau zu verlagern.

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