Zur Selbsthilfe geschritten

Erste Wassermühlen im Rudăria-Tal funktionieren wieder

Samstag, 25. Oktober 2014

Zwar hat sich auch der Staat, für seine Verhältnisse ziemlich rasch, gerührt und Gelder für die Instandsetzung der kleinen Holzmühlen des UNESCO-Reservats im Tal des Rudăria-Bachs oberhalb und auf dem Gemeindegebiet von Eftimie Murgu bereitgestellt, doch die eingespielten sozialen Mechanismen der gegenseitigen Unterstützung und der Bedarf „an dem besten Maismehl der Welt“ waren stärker. Zehn Tage lang haben zeitweilig bis zu 30 Menschen aus der Ortschaft an der Instandsetzung der Wassermühlen und mit Schaufeln und Spitzhacke an der Veränderung des Bachbetts gearbeitet und die vier durch Flutwelle und Sturzbäche Anfang September am ärgsten havarierten Wassermühlen wieder betriebsfähig gemacht. Als Erste war die „Mühle beim Tunnel“ fertig, die am Ausgang eines künstlichen Felsdurchbruchs mit Umleitung des Rudărica-Bachs steht. Die anderen drei Mühlen – Firizoanea (hier stand ursprünglich ein kleines Sägewerk, banaterisch: Firiz), Bâţolea und Viloanea, alle zwei Dutzend Mühlen von Rudăria/Eftimie Murgu tragen eigene Namen – sind ebenfalls dabei, von ihren Betreiber-Verbänden wieder instand gesetzt zu werden. Einige mahlen seit einigen Tagen wieder Mais und Weizen.

Bürgermeister Ilie Imbrescu, nicht ohne Stolz: „Nach der Sintflut vom September sind viele bei uns angereist und haben ihre Meinung zur Katastrophe geäußert. Haben den Schaden geschätzt, Unterstützungen versprochen. Nur: Wir konnten die Hände nicht in den Schoß legen und warten, dass etwas passiert, da musste Hand angelegt werden. Und das ist geschehen. Wir haben die Sache selber in die Hand genommen. Und wenn je dreißig Leute an eine zerstörte Mühle rangehen, dann kommt auch was raus!“ Inzwischen hat sich die Nationale Gesellschaft für Investitionen (CNI) bei Bürgermeister Imbrescu gemeldet und verkündet, sie habe auch schon ein Bauunternehmen angeheuert, um das Bachbett mühlengerecht einzurichten und die Mühlen zu reparieren. Das hat nicht die ungeteilte Freude des Bürgermeisters geweckt: Die Arbeiten hätten am 13. Oktober starten müssen, so steht es im Anschreiben von CNI.

Der Bürgermeister: „Ich habe telefonisch mit dem Baustellenleiter gesprochen und ihn eingeladen, gemeinsam mit uns, Verwaltern und Nutznießern, sich erst Mal ein Bild von der Lage zu machen und mit uns zu diskutieren, was CNI mit seinen Mitteln machen müsste, also was wir nicht oder nur schwerlich selber schaffen. Erschienen ist niemand. Wahrscheinlich werden die jetzt irgendwelche in der Studierstube ausgearbeitete Pläne umsetzen. Uns würde es eher freuen, wenn das gemacht werden würde, was uns tatsächlich auf den Fingern brennt. Aber uns hat keiner danach gefragt... Ich fürchte, früher oder später weckt uns dann wieder eine Flutwelle!“ Die vier gänzlich zerstörten Wassermühlen im Bachbett des Rudărica-Flüsschens funktionieren wieder, 22 weitere sind reparaturbedürftig, außerdem müssen die hydrologischen Arbeiten gemacht werden, die sie erst funktionsfähig machen. Hier will der Staat einspringen. Die Gemeinde hofft, nach vorheriger Konsultation mit den Nutzerverbänden.

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