Zurück in die Kindheit

„Spielend lernen“ - Eine Ausstellung des Spielmuseums Chemnitz in Kronstadt

Donnerstag, 11. Juni 2015

Felipo, das Maskottchen der Ausstellung, bewacht die Spiele aus Chemnitz

Nicht nur Kinder haben Spaß an Brettspielen. Die Ausstellung des Spielemuseums Chemnitz richtet sich an alle Altersgruppen.
/ Fotos: Kreisbibliothek Kronstadt

Eine bunte Schachtel liegt auf einem Tisch in der Kinder- und Jugendabteilung der Kreisbibliothek Kronstadt. Auf der Schachtel ist ein hüpfendes Mädchen mit Rasta-Zöpfen abgebildet. Darüber steht mit großen, gelben Buchstaben: „Blada. Gummitwist auf Afrikanisch“. Das Spiel kennen in Rumänien alle, die heute über 25 Jahre alt sind. Es hieß „Elastic“ (deutsch: Gummiband) und wurde meistens zu dritt vor allen Wohnblocks gespielt. Zwei Mädchen standen sich gegenüber und spannten ein Gummiband um die Beine, so dass ein großes Rechteck entstand.

Das dritte Mädchen musste in verschiedenen Schwierigkeitsgraden hüpfen, ohne auf das Gummi zu treten. „Elastic“ war eines der beliebtesten Spiele in den 80er und Anfang der 90er Jahre in Rumänien. Das Gummiband stammte meistens vom Rock der Mutter. Man trainierte auch zu Hause, indem man das Band zwischen zwei stabile Stühle spannte und loshüpfte. Heute spielt es kaum noch jemand.

In der Blada-Schachtel  findet man zwei bunte Hüpfgummis, 34 Karten mit Hüpffiguren und eine Spielanleitung. Aus dem Prospekt findet man heraus, dass das Spiel mit dem Gummiband beson-ders im ostafrikanischen Kenia beliebt ist. „Blada“ ist nur eins der hunderten von Spielen , die bis zum 20. Juli in der Kinder-und Jugendabteilung der Kreisbibliothek Kronstadt ausprobiert werden können.

Über 600 Spiele für jung und alt

Die Spiele in der Ausstellung „Spielend lernen“ sind eine Leihgabe des deutschen Spielemuseums Chemnitz und  sind je nach Verlag auf mehreren Bibliothekregalen geordnet. Sie werden vom grünen Plüschdrachen Felipo bewacht, der das Maskottchen der Ausstellung ist.

Am 20. Mai fand die feierliche Ausstellungseröffnung statt, an der Gäste aus dem Spielemuseum Chemnitz anwesend waren. Sie waren schon 2 Monate zuvor angereist, um die „Exponate“ aufzustellen. Insgesamt stehen den Besuchern über 600 Spiele von zahlreichen Verlagen zur Auswahl. „Das bedeutet, dass man in den 60 Tagen der Ausstellung jeden Tag 10 neue Spiele ausprobieren kann. Jeder kann ein Spiel finden, das ihm gefällt“, meint Melinda Dinu, Leiterin der Kinder-und Jugendabteilung der Bibliothek. Kinder bis 10 Jahre müssen von einem Erwachsenen begleitet werden, die älteren können alleine kommen, um die Spiele auszuprobieren. Es werden aber nicht nur Kinder erwartet. „Wie auch auf manchen Schachteln steht, sind viele Spiele für Leute bis 99 Jahre geeignet. Jeder, der Spaß am Spielen hat, ist herzlich willkommen“, sagt Dinu.

Erklärungen für nicht-deutschsprachige Besucher

Ziel der interaktiven Spiel- und Mitmachausstellung ist es, Möglichkeiten des Mediums Spiel im Bereich Bildungsvermittlung darzustellen. Während der Ausstellungszeit wurden Partnerschaften mit verschiedenen Schulen in Zusammenarbeit mit dem Schulinspektorat geschlossen. Damit die Spiele von den nicht-deutschsprachigen Besuchern verstanden werden, steht für den gesamten Ausstellungszeitraum eine Person, die deutsch spricht (meist sind es Germanistikstudenten oder Lehrer), zur Verfügung.  Die Mitarbeiter übersetzen Spielanleitungen, beantworten Fragen und spielen manchmal auch mit. Damit sie entsprechend vorbereitet sind, haben sie im Januar einen Workshop in Chemnitz besucht. „Es ist wichtig, dass permanent jemand da ist, der erklären kann. Auch wenn man die Sprache nicht immer versteht, macht das Spielen Spaß und fördert das Lernen“, meint die Bibliothekarin Melania Butnariu.

Spiele sind in Deutschland eine Tradition

Von Lernspiele für Grundschulkinder über  Puzzles bis Nintendo und Spiele des elektronischen Zeitalters- die Exponate des deutschen Spielmuseums in Chemnitz umfassen 50.000 Spiele aus aller Welt der letzten Jahrhunderte, sowie über 1500 Bücher und Kataloge der Spielliteratur. In einem riesengroßen Spieleraum kann man über 2700 Gesellschaftsspiele und elektronische Spiele ausprobieren. Die Wanderausstellungen des Museums in Chemnitz wurden schon in ganz Europa gezeigt. „In Deutschland werden jährlich hunderte von Spielen entwickelt. Leider haben die Rumänen noch keine Tradition in diesem Bereich. Das wird sich aber hoffentlich ändern. Spiele fordern das logische Denken, die Kreativität und den Teamgeist“, sagt Melinda Dinu.

Von Drachen, Hexen und fremden Galaxien

„Diego Drachenzahn“, ein Spiel, in dem die Teilnehmer abwechselnd die Rolle eines Drachen übernehmen, der Feuerbälle auf ein Objekt zielt, fördert die Feinmotorik (Auge-Hand Koordination). Beim Spiel „Die freche Sprech-Hexe“ (für deutschsprachige Kinder geeignet) müssen für einen Zaubertrank die richtigen Zutaten in einen magischen Kessen gerührt werden. Es handelt sich um Wort-und Sprachspiele mit Reimwörtern und ähnlich klingenden Wörtern. Dabei wird der Wortschatz bereichert. Auch in „Schloß Silbenstein“ geht es um Sprache. Der geschickteste Spieler kann Silbenkönig werden. Bei „Galaxia“ geht es darum, verschiedene Planeten nach bestimmten Vorgaben anzufliegen, wobei die zurückgelegte Weltraumroute mit einer Schnur markiert wird. Auch mit Planeten beschäftigt sich „Spiel des Wissens“, ein Quiz mit Würfelspiel-Elementen, dessen Ziel es ist, durch Beantwortung von Fragen unterschiedlicher Kategorien die Felder des Planetensystems zu durchschreiten. In „Vampire der Nacht“ geht es grauenhaft zu: eine dreidimensionale Vampirburg wird aufgebaut, die von Fledermäusen bewacht wird. Um sie herum werden Knoblauchplättchen gelegt. Etwas praktischer geht es in „Abenteuer auf dem Zahlenfluss“ zu. Das abwechslungsreiche Rechen-Training im Zahlenraum von 1 bis 100 fördert das Zahlverständnis und logisches Denken.

Kinder haben schon immer gespielt, nur ändern sich die Spiele von Generation zu Generation. „Elastic“ haben die Kinder von heute sicherlich vergessen. Stattdessen verbringen sie ihre Freizeit vor dem Tablet oder Smartphone, wobei sie oft gegen einen virtuellen Gegner auftreten müssen- eine einsame Generation wächst heran. Die Gesellschaftsspiele fördern nicht nur die Intelligenz und die Geschicklichkeit, sondern auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikationstalent und Führungsqualitäten und sollten deshalb unbedingt ausprobiert werden.

Die interaktive Ausstellung „Spielend lernen“ kann bis zum 20. Juli von Montag bis Freitag besucht werden. Die Öffnungszeiten sind  Montags, mittwochs und freitags von 8 bis 15.Uhr 45, dienstags von 8 bis 12 und donnerstags von 12 bis 19.45 Uhr. Telefonische Informationen können unter 0268-474081 erhalten werden. Weitere Projekte der Kinder-und Jugendabteilung der Kreisbibliothek kann man unter www.bjbv.ro finden.

Kommentare zu diesem Artikel

mihaela, 12.06 2015, 15:10
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