Zusätzliches Gebäude für Lenau-Schule

Ab diesem Jahr kein Nachmittagsprogramm mehr

Mittwoch, 08. Oktober 2014

Unterricht und Sanierungsarbeiten werden sowohl in der „großen“ Lenau-Schule auf der Gheorghe-Lazar-Straße, als auch am Gebäude des Nahverkehrsbetriebs RATT (siehe Foto) Hand in Hand gehen.

Bei der Einweihung des neuen Gebäudes spielte Bürgermeister Nicolae Robu Gitarre und gab den Schülern Autogramme (stehend rechts).
Foto: Zoltán Pázmány

Die deutschsprachige Schule „Nikolaus Lenau“ in Temeswar/ Timisoara hält zurzeit ihren Unterricht in vier Gebäuden ab. Bis vor kurzem waren es nur drei: eines in der Gheorghe-Lazar-Straße, wo das Gymnasium und das Lyzeum funktionierten, die Schule am Domplatz, wo Vor- und Grundschulklassen untergebracht sind und das Internat der Schule, wo ebenfalls einige Klassen ihre Räumlichkeiten haben. Vor kurzem wurde ein weiteres Gebäude saniert und der Schule zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um eine Einrichtung des Nahverkehrsbetriebs RATT, in der Intrarea-Doinei-Straße. „Hier, in einer Halle, die bis vor kurzem eine Bruchbude war, wurden 16 Klassenräume eingerichtet.“ Der Nahverkehrsbetrieb hat auf Ansuchen der Stadt Räume zu Verwaltungszwecken saniert, „da diese sich zu Klassenräumen eigneten, haben wir diese angenommen, um die Zeit bis zum Abschluss der Arbeiten am Campus der Lenau-Schule gut zu überbrücken“, so Bürgermeister Nicolae Robu, bei der Einweihung der Räumlichkeiten auf der Intrarea-Doinei-Straße.

Campus: Bauzeit noch unklar


Der Campus, der vom Bürgermeister Robu erwähnt wird, ist vorerst nur ein Plan. Schulleiterin Helene Wolf erklärt: „Die Nikolaus Lenau Schule hat ein Grundstück von 4.500 Quadratmetern für einen Neubau erhalten, nachdem das Gebäude am Domplatz an die Katholische Kirche zurückerstattet wurde“. Dieses Grundstück wurde vor der Westuniversität an die Lenau-Schule übergeben. Das ist schon 2008 geschehen. In der Zwischenzeit wurde das Areal ins Grundbuch eingetragen, Konzepte ausgearbeitet und Machbarkeitsstudien erstellt. Im Endeffekt hat die Lenau-Schule „nur den Platz und wartet auf das Projekt“, das sich in Arbeit befindet. Schulleiterin Wolf schätzt, dass der neue Campus in ungefähr zwei Jahren fertig sein wird. Diesen Termin sieht sie jedoch als „optimistische Variante“. Bürgermeister Robu schätzt fünf Jahre, sagt aber auch, dass es noch zu früh ist, um genaue Prognosen in dieser Hinsicht zu erstellen.

Inzwischen werden ungefähr 400 Schüler der Lenau-Schule im Gebäude des Nahverkehrsbetriebs lernen. Es handelt sich um die Gymnasial-Klassen. 1,7 Millionen Lei haben die Sanierungsarbeiten gekostet und wurden ausschließlich aus RATT-Geldern getragen. Wenn die Schule in einigen Jahren das Gebäude verlassen wird, soll es zu administrativen Zwecken des städtischen Nahverkehrsbetriebs genutzt werden.

 

Gebäude ist kein Sonderbonus

Die Tatsache, dass gerade die Lenau-Schule über dieses neue Gebäude verfügen darf, ist nicht auf etwaige Schuldgefühle der Stadt zurückzuführen, da die Sanierungsarbeiten an der Lenau-Schule auf der Gheorghe-Laz²r-Straße seit Jahren nur schleppend voran kommen. Solche Ansichten der BZ dementieren sowohl Schulleiterin Helene Wolf, als auch Vizebürgermeister Dan Diaconu. „Es ist geplant, dass an allen Schulen in Temeswar der Nachmittagsunterricht aufgehoben wird“, so Diaconu. „Am Banater-Kolleg wird bereits nur am Vormittag unterrichtet, im Lenau haben wir es erst jetzt, zwei Wochen nach Schulbeginn geschafft“. Der Stadtvize erklärt, dass am Grigore-Moisil-Lyzeum die Arbeiten an einem neuen Gebäudetrakt im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen werden. Ähnliche Projekte zur Verbesserung des Unterrichts hat die Stadt auch für die Allgemeinschulen Nummer 16 und 30 vorgesehen. „Ausschließlich Vormittagsprogramm zu haben, ist sehr wichtig für die Leistungsfähigkeit der Schüler, sowie für das Familienleben“, ergänzt der Vizebürgermeister. Das bestätigt auch Schulleiterin Helene Wolf: „Wir haben manchmal auch Lyzeal-Klassen im Nachmittagsunterricht gehabt, eben wegen der Sanierungsarbeiten in der Gheorghe-Laz²r-Straße und man hat gleich bemerkt, dass die Schüler nach einiger Zeit müde werden. Ich mache mir Hoffnungen, dass durch den Vormittags-Unterricht auch die Lernergebnisse unserer Schüler noch mehr verbessert werden.“

Zwar ist das neue Gebäude nun eingeweiht, doch vollständig eingerichtet war es bei der Übergabe noch nicht: In den Räumen standen die nötigen Möbel und auch die Tafeln waren angebracht, doch das Lehrmaterial musste noch übersiedelt werde. Wärme- und Klima-Anlagen fehlten ebenfalls noch. „Für Sport wird ein Platz hinter der Schule mit Kunstrasen eingerichtet, aber wir hoffen, dass bald der Sportsaal der West-Universität fertig sein wird. Dieser ist nur fünf Minuten von hier entfernt und wurde von der Uni in Partnerschaft mit der Lenau-Schule gebaut“, so Schulleiterin Helene Wolf.

Ab dem 6. Oktober werden die Sanierungsarbeiten am Gebäude auf der Gheorghe-Lazar-Straße wieder aufgenommen. Eine neue Firma wird die Arbeiten übernehmen, nachdem der frühere Bauausführer in Insolvenz gegangen ist. Alle Klassenräume werden saniert, das Gebäude erhält entsprechende Toiletten und sogar ein Fahrstuhl für behinderte Personen ist geplant. „Ich denke, ein großer Gewinn ist auch der Sportsaal und die Umkleideräumlichkeiten. Bis Dezember 2015 müsste alles fertig sein“, schließt Schulleiterin Helene Wolf.

 

 

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