Zusagefrist verlängert

Entscheidungsprozesse zu Metropolitanzone sind zähflüssig

Donnerstag, 14. Februar 2013

Reschitza - Mit der Metropolitanzone Reschitza läuft es ungefähr so, wie die Siebenbürger in den Witzen charakterisiert werden: Man sinniert viel und tief und langsam nach. Während Reschitza plötzlich – nach 23 Jahren Post-Wende-Stagnation – eine Chance wittert, bremsen die Kommunen im Umkreis von 30 Kilometern, indem sie Entscheidungen und Antworten hinauszögern. Die Eile von Reschitza hatte Bürgermeister Mihai Stepanescu bei der Erstnennung des Metropolitan-Gründungswunschs in der Öffentlichkeit so umschrieben: „Wir Reschitzaer litten an Diabetes, als die Torte der EU-Gelder aufgeteilt wurde, von der sich die anderen Kreisvororte ihre Brocken einverleibten.“

Nun will Reschitza im Eiltempo nachholen, was bislang versäumt wurde. Die Begeisterung für die Tempobeschleunigung hält sich in den neun umliegenden Gemeinden, die zur Metropolitanzone gehören könnten, in Grenzen: Nur sechs der neun in Frage kommenden Gemeinden hatten ihre Vertreter zum ersten Treffen am 25. Januar nach Reschitza geschickt: Bokschan, Kraschowa/Caraşova, Lupak, Eisenstein/Ocna de Fier, Târnova und Franzdorf/Văliug, sowie Reschitza selber. Unter mehr oder weniger fadenscheinigen Entschuldigungen fehlten Weidenthal-Wolfsberg/Gărâna, Dognatschka/Dognecea und Ezeriş.
Inzwischen ist die Zehn-Tages-Frist abgelaufen, binnen welcher eine Zu- oder Absage zur Mitgliedschaft an der Metropolitanzone Reschitza abgegeben werden sollte. Bürgermeister Stepanescu zeigt sich jetzt geduldig: „Ich warte noch bis Ende Februar auf eine endgültige Antwort von jeder Ortschaft. Es haben erst vier Gemeinden verbindlich zugesagt. Aber es hatten auch noch nicht alle ihre Gemeinderatssitzungen, auf deren Tagesordnung dieser Punkt steht.“ Stepanescu geht von den mündlichen Zusagen aus, die er am 25. Januar und danach erhielt und auf die er seinen Optimismus bezüglich Metropolitanzone Reschitza stützt.

Gabriel Bordea, der nicht unumstrittene Bürgermeister von Weidenthal-Wolfsberg, sagte: „Ich meine, die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Metropolitanzone überwiegen, sowohl für unsere Gemeinde, als auch für andere Gemeinden, denen diese Chance geboten wird. Es gibt zumindest einen einfacheren Zugang zu Finanzierungen. Für Weidenthal und Wolfsberg könnte auch endlich die Frage des Nahverkehrs geregelt werden, der weiteren Entwicklung des Raums der Drei Wässer und der zwei ehemaligen Deutschböhmenortschaften, vor allem Wolfsbergs.“ Ioan Rusu, der Bürgermeister von Ezeriş hingegen meint: „Die Metropolitanzone wird uns wohl weder helfen noch schaden. Das Schreiben von Reschitza habe ich erhalten, aber ich kann nicht in eigenem Namen darauf antworten. Ich brauche die Meinung des Gemeinderats. Sie kommt noch in diesem Monat.“

Befürchtungen, etwa betreffs Verlusts von Autonomierechten der Kommunen oder Verlagerung der Verwaltung nach Reschitza seien unbegründet, wird jetzt immer wieder versichert, also geht keiner seiner Souveränität als Gemeinde verlustig. Laut Gesetz 351/2001 geht es ausschließlich um freiwillige Zusammenschlüsse mit dem Zweck, effizienter als Antragsteller für Projektfinanzierungen auftreten zu können. Wenn Bürgermeister Stepanescu das so gleich am Anfang klar gesagt hätte, wären wohl weniger Missverständnisse und Befürchtungen laut geworden.

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