Zusammenschluss von Temescher Lyzeen

Erwartete Spätfolgen der katastrophalen Reifeprüfung 2011

Donnerstag, 12. Januar 2012

Temeswar – Die nie dagewesenen schwachen Ergebnisse der Reifeprüfung 2011 im Landkreis Temesch zwingen nun das Temescher Kreisschulinspektorat schon zu Jahresbeginn zu handeln: Laut Vertretern der Temescher Unterrichtsbehörde könnten die Temescher Lyzeen mit schwachen Ergebnissen nur noch durch einen Zusammenschluss gerettet werden.

Bekanntlich schafften bei der Reifeprüfung 2012 in der Sommersaison 32,95 Prozent der Kandidaten aus dem Kreis Temesch das Abitur, ein Großteil jedoch mit kleinen Mittelnoten. Regelrecht katastrophal fielen jedoch auf Kreisebene die Ergebnisse der Reifeprüfung in der Herbstsession aus: Nur 15,2 Prozent der Lyzeumsabsolventen schafften ihr Reifezeugnis, mit nur 16 Prozent fielen übrigens die Ergebnisse dieser Session auch landesweit äußerst mager aus.

Von den insgesamt 4300 Temescher Kandidaten präsentierten sich zudem im Herbst nur mehr 3000. Viele Prüfungskandidaten gaben ihre Prüfungspapiere unbeschrieben zurück.

Insgesamt sechs Lyzeen des Kreises konnten letztlich keinen einzigen Abiturienten melden! Laut Marin Popescu, dem Temescher Generalschulinspektor, würden bei dieser Maßnahme zwei Kriterien bzw. die der Ergebnisse der Reifeprüfung 2011 und die der Schülerzahl der Lyzeeen in die Waagschale fallen: „ So z. B. ist das Weiterbestehen von Lyzeen wie das Landwirtschaftslyzeum aus Orzidorf oder die Landwirtschaftliche Schulgruppe ‘Iulian Dr²cea’ aus Temeswar nicht mehr gerechtfertigt.

Nicht nur, dass diese Schulen im Vorjahr keinen einzigen Abiturienten stellen konnten, diese Lyzeen sind seit Jahren konstant unterbesucht.“ Durch den geplanten Zusammenschluss verlieren diese Lyzeen ihren Status als Rechtsperson und sogar das bisherige Schulgebäude.

Die bisher betroffenen Schuleinheiten sind folgende: Das Temeswarer West- Kolleg (keinen Abiturienten in der Sommersession der Reifeprüfung 2011) soll am 1. September mit dem Technischen Kolleg „Ion Mincu“ aus Temeswar zusammengeschlossen werden. Dabei spart die Kommunalverwaltung auch eine hohe Monatsmiete für einen Flügel des Schulgebäudes ein, das vor einiger Zeit in den Besitz der katholischen Kirche zurückgegangen ist.

Die Temeswarer CFR-Industrieschulgruppe, mit gleichfalls schwachen Ergebnissen, wird im Herbst gemeinsam mit der Allgemeinschule Nr. 11 dem Lyzeum für Post- und Fernmeldewesen einverleibt. Wie geplant, sollen die Schüler des Postlyzeums in das Gebäude des CFR-Lyzeums übersiedeln, was jedoch schon jetzt heftige Proteste bei den Lehrern, der Gewerkschaft, den Schülern und deren Eltern ausgelöst hat.

Diese Übersiedlung passt auch der Stadtverwaltung perfekt in die Zukunftsplanung: Damit kann die Stadt das vor einiger Zeit ihrem ehemaligen Besitzer rückerstattete Gebäude – es kostete die Stadt bisher die beträchtliche Monatsmiete von 14.200 Lei – räumen.

Zusammenschlüsse von Schulen sind im Herbst wahrscheinlich auch in der Stadt Lugosch zu erwarten.

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