Zwei Arader gewürdigt

Magdalena Kontrás und Alois Weil erhielten Ehrennadel in Gold

Mittwoch, 23. März 2016

Magdalena Kontrás kümmert sich um die Belange der ehemaligen Russlandverschleppten.

Alois Weil ist ein Überlebenskünstler – der Arader betreibt heute eine Blumengärtnerei in Siegmundhausen.
Fotos: Adrian Ardelean

Innerhalb der Vertreterversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen aus dem Banat (DFDB) wurde die Ehrennadel in Gold erteilt. Damit werden Persönlichkeiten gewürdigt, die besondere Leistungen im Dienste der deutschen Gemeinschaft erbringen. Die Auszeichnung wurde diesmal dreifach erteilt und unter den Gewürdigten waren zwei Arader: Magdalena Kontrás und Alois Weil. Eine kurze Laudatio hielt der Vorsitzende des Deutschen Forums aus Arad, Prof. Michael Szellner.

 

Magdalena Kontrás, geboren am 3. Juli 1929 in Arad, Bibliothekarin, in Rente

Seit zwei Jahrzehnten ist „Magdi-Tante” (wie sie unter den Mitgliedern des Deutschen Forums bekannt ist) Vorsitzende des Vereins der ehemaligen Russlandverschleppten aus dem Kreis Arad. Zwar selbst nicht verschleppt, betreute sie Jahrzehnte lang ihre ältere Schwester sowie andere ehemaligen Internierten, die mit chronischen Krankheiten zurückgekehrt sind und ihre Familien vom wiederfahrenen Leid ein Leben lang mit betroffen hatten.

Im ersten Jahrzehnt nach der Wende 1989 trug Magdalena Kontrás als Kulturreferentin des Deutschen Forums in Arad zur Erhaltung und Wiederbelebung des Kulturerbes der Banater Schwaben im Kreis Arad bei und ließ die Pflege der traditionellen Trachten für Feste und für den Alltag neu aufleben. Hinzu brachte sie ihr Können und ihre Erfahrung als Bibliothekarin sowie als Leiterin eines Kulturheims mit aktivem Kulturleben – trotz Vorgaben und Einschränkungen des damaligen kommunistischen Regimes – in die Forumsarbeit mit ein. Danach widmete sie sich der Sozialarbeit und Betreuung der Russlandverschleppten.

 

Alois Weil, geboren in der Gemeinde Siegmundhausen/Mure{el, am 9. Juni 1928, Gärtner und Florist

Seit dem 31. September 1944 betreibt der Diplom-Gärtner die Blumengärtnerei, die von seinem Vater, Alois Weil Senior, am 7. Juni 1921 gegründet wurde. Heute immer noch im Blumen-Geschäft aktiv, versorgt Alois Weil der Zweite den Blumen-Markt in Arad und Umgebung mit Saatgut und Jungpflanzen. Blumengärtnerei Weil ist ein Markenzeichen von Neuarad. (Seine Geburtsgemeinde Siegmundhausen wurde 1942 in der Gemeinde Neuarad eingegliedert, dann 1948 an die Stadt Arad angeschlossen und heute ist sie ein Stadtteil des Munizipiums Arad.)

In die damalige Sowjetunion zur Zwangsarbeit zwischen dem 13. Januar 1945 und dem 23. Oktober 1949 nach Stalino (heute Ukraine) verschleppt, ist Alois Weil einer der Überlebenskünstler aus der Generation der ehemaligen Internierten, ein Vorbild für die Gemeinschaft der Banater Schwaben in Arad. In den letzten Jahrzehnten ist er aktiv im Verein der ehemaligen Russlandverschleppten eingebunden und unterstützt die Maßnahmen zum Gedenken an das Leid der Gemeinschaft.

Für ihre Leistungen im Dienste der örtlichen deutschen Gemeinschaft wurden die beiden Arader am Freitag im Karl-Singer-Festsaal des Temeswarer Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses mit der Ehrennadel des Demokratischen Forums der Deutschen aus dem Banat gewürdigt. Ausgehändigt wurde die Auszeichnung durch den DFDB-Vorsitzenden Hans Fernbach. Die beiden Gewürdigten waren sehr aufgeregt und bedankten sich für die ihnen erbrachte Ehre.

 

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